Montenegro: 1. CSD in Budva von gewalttätigen Attacken überschattet – Video

In Budva, einer Küstenstadt in Montenegro, fand am Mittwoch der erste Christopher-Street-Day statt. Ein paar dutzend LGBT-AktivistInnen gingen – unterstützt von RegierungsvertreterInnen, NGOs und MenschenrechtsaktivistInnen, auf die Straße, um für ihre Rechte einzutreten und gegen Homophobie zu kämpfen. Überschattet wurde der CSD von gewaltbereiten, homophoben GegendemonstrantInnen, die versuchten, die CSD-TeilnehmerInnen anzugreifen.

Rund 120 TeilnehmerInnen versammelten sich am Mittwoch, um in der 19.000 EinwohnerInnen zählenden Küstenstadt Budva für die Rechte von LGBTs, sowie gegen Homophobobie/Transphobie zu demonstrieren. Die Christopher-Street-Day-Kundgebung trug den Titel „Seaside Pride“.

Gewalt überschattet erste CSD-Kundgebung

An der Kundgebung für LGBT-Rechte nahmen verschiedene MenschenrechtsaktivistInnen, VertreterInnen mehrer Botschaften und Mitglieder der montenigrinischen Regierung teil. Bereits zu Beginn gab es Verzögerungen, da rund 200 homophobe GleichstellungsgegnerInnen versuchten, die CSD-Kundgebung, wo die TeilnehmerInnen Regenbogenfahnen schwenkten und T-Shirts in den Farben des Regenbogens trugen, anzugreifen.

Die GegendemonstrantInnen schleuderten Steine, Flaschen und Leuchtraketen auf die Polizei, welche mit einem großen Aufgebot die CSD-Kundgebung zu sichern versuchte. Die AngreiferInnen skandierten Parolen, wie

„Tötet die Homosexuellen“

wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet. Trotz des Großaufgebots an Sicherheitskräften wurden ein paar CSD-TeilnehmerInnen – glücklerweise – nur leicht verletzt.

CSD-Organisator: „Eines Tages werden sie beschämt sein“

Bereits am Beginn der CSD-Kundgebung in Budva lobte einer der Veranstalter, Aleksandar Sasa Zekovic, die Arbeit der Sicherheitskräfte, die die Durchführung des CSDs trotz der gewalttätigen Angriffe durch homophobe DemonstrantInnen ermöglichte.

In Richtung der GegendemonstrantInnen erklärte Zekovic:

„JedeR, der/die gegen das heute gewesen ist, wird eines Tages beschämt sein.“

Bereits die Ankündigung der CSD-Kundgebung in Budva hat zu starken homophoben Reaktionen geführt. So wurden in der Stadt gefälschte Nachrufe über das Ableben des Leiters des „LGBT-Fortschritt-Forums“, Zadravko Cimbaljevic plakatiert.

Cimbaljevic zeigte sich gegenüber „Reuters“ bestürzt, dass die Durchführung des CSDs zu derart heftigen, gewalttätigen Übergriffen geführt hat. Dies habe er nicht erwartet, sagte er. Weiters erklärte er:

„Das ist das wahre Gesicht von Montenegro.“

Im Oktober soll in der Hauptstadt von Montenegro, Podgorica, ein weiterer CSD stattfinden. Die Ankündigung durch die LGBT-Organisation „Queer Montenegro“ hat zu heftigen homophoben Reaktionen und Hassreden in sozialen Netzwerken geführt. Die erste CSD-Demonstration in Montenegro hätte bereits im Mai 2011 stattfinden sollen, doch nach zwei Attacken auf Homosexuelle in der Podgorica vor Veranstaltungsbeginn, wurde der CSD kurzerhand abgesagt.

(Bild: Screenshot YouTube/Telegraf Najnovije Vesti)
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4 Comments
  1. Christine says

    Das ist eine große Blamage für ein Land, das in die EU strebt.
    Diese widerlichen homophoben Krawallschachteln schaden Montenegro mehr als sie sich vorstellen können.

  2. Stefan says

    Die EU zwingt die Menschen dort Schwule und Lesben anzuerkennen. Ich nenne das eine Demokratische Diktatur welche alle Kulturen sprengt. Ich als Bürger mit einem RECHT AUF FREIE MEINUNG bin gegen jegliche Kundgebungen von Homosexuellen. Ich als Hetero gehe auch nicht durch die Straßen und erlaube mir jeden wissen zu lassen das ich gerne mit Frauen Geschlechtsverkehr habe. Wen zur Hölle interessiert dieser ganze Mist eigentlich. Die Homos erpressen mit ihrer Aktion ein ganzes Land.

  3. thinkoutsideyourbox.net says

    @Stefan:

    Vielleicht lesen Sie zunächst die Europäische Menschenrechtskonvention und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Dies wurde (und wird) jedoch vielen LGBTs über viele Jahre abgesprochen, sie kriminalisiert und wurden Opfer von Unterdrückung, Verfolgung und HOmophobie.

    Dagegen wird gekämpft und eben demonstriert. Es zwingt Sie niemand, eine Person des gleichen Geschlechts zu lieben oder eine Beziehung einzugehen. Einzig dieses Recht auf Selbstbestimmung und keine Angst vor Übergriffen/Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität haben zu müssen, fordern LGBTs ein. Also nur Dinge, die für die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft selbstverständlich sind.

  4. […] Der dritte CSD in Montenegro erfolgte unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen, nachdem es 2013 zu enormen gewalttätigen Übergriffen gekommen ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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