Mein Papa ist schwul… Na und!

Bild 6Lesben und Schwule dürfen in PartnerInnenschaften in (fast) allen Ländern noch immer keine Kinder adoptieren bzw. als ErziehungsberechtigteR für ein Kind des/r PartnerIn auftreten – so auch in Österreich.  Konservative und religiöse AdoptionsgegnerInnen argumentieren häufig mit dem Kindeswohl, welches in Gefahr ist,  da die vermeintliche „natürliche“ Familienordnung von Mutter und Vater nicht gegeben ist. Dabei sind  diese Argumentationen längst mit Studien widerlegt ist. Kindern geht es in „Regenbogenfamilien“ gleich gut. Das Kindeswohl ist nicht vom klassischen Familienbild, sondern von Liebe und Zuwendung abhängig. Eigentlich logisch…

Vor kurzem lief beim Schweizer Radiosender DRS2 eine Doku über schwule Väter, die ursprünglich eine heterosexuelle Ehe eingingen und eine Familie gründeten, ehe sie erkannten, dass sie homosexuell sind (via). Die 51 minütige Dokumentation von DRS2 kann auf hier angesehen werden.

Nachdem die DRS2-Sendung die Situation aus Sicht der schwulen Väter zeigte, gibt es auch im Internet die Webseite „Mein Papa ist schwul… Na und!„, wo Jugendliche schwuler Väter über ihre Situation und ihre Sichtweisen berichten. Resümee aller Berichte: Es ist ok und letztlich vollkommen normal, einen schwulen Vater zu haben.

Familie ist, wo Kinder sind

Zu einem gleichen Ergebnis kommt der jüngste Forschungsbericht der deutschen Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), die – zusammengefasst – das Ergebnis liefert, wie es seit langem LGBT-Organisationen verkündgen: Familie ist dort, wo Kinder sind. Der Forschungsbericht „Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ ist selbstverständlich zum Download (PDF, 202 kb) bereit gestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Das Kindeswohl ist in Regenbogenfamilien genauso gewahrt wie in anderen Familienformen. Nach den Ergebnissen der Untersuchung sind „Regenbogeneltern“ gleichermaßen gute Eltern wie andere an ihren Kindern interessierte Eltern. Persönlichkeitsentwicklung, schulische und berufliche Entwicklung der betroffenen Kinder verlaufen positiv. Sie entwickeln sich genauso gut wie Kinder aus heterosexuellen Beziehungen. Auch finden sich keine Anhaltspunkte für eine erhöhte Neigung zu Depressionen. Aus der Studie folgt: Für das Kindeswohl ist es nicht erforderlich, dass die Erziehung nach dem klassischen Rollen-Modell von verschiedenen Geschlechtern gleichermaßen übernommen wird. Maßgeblicher Einflussfaktor ist vielmehr eine gute Eltern-Kind-Beziehung unabhängig vom Geschlecht der Eltern.
  • Eine Mehrheit der Kinder verfügt über keine Diskriminierungserfahrungen wegen der sexuellen Orientierung im Elternhaus (63 % aus Sicht der Eltern, 53 % aus der Perspektive der Kinder). Soweit solche Erfahrungen vorliegen, handelt es sich überwiegend um Hänseleien und Beschimpfungen. Die Erlebnisse werden in der Regel von den Betroffenen gut verarbeitet, da sie vor allem durch die elterliche Zuwendung und Erziehung aufgefangen werden.

(Bildquelle: Flickr CC twodolla)

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20 Kommentare

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  1. Die Fronten bei §6 GG « Lossos Blog 23 September, 2010 at 19:10

    […] Solche Partnerschaften unterliegen allerdings keinem eigenem Schutz. Dies bedeutet, dass die Paare Kinder haben können, allerdings nur ihre „Familie“ und nicht ihre Homo-“Ehe“ damit geschützt ist. Die Frage ist allerdings eher: Was möchte das Kind? Wenn das Kind kein Problem hat 2 Väter oder Mütter zu besitzen und den jeweiligen Umgang bekommt mit dem anderen Geschlecht (Großeltern, Freunden der Familie, etc.) sehe ich kein Problem darin. Die Sozialämter würden bzw. sollten auch hier weiter kontrollieren und ein besonderes Augenmerkt hierrauf haben, was bei Adoptionen aber von alleine geschieht. Das Wohl des Kindes sollte hier an erster Stelle stehen! Und laut einer Studie des Bundesministeriums für Justiz geht es Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern nicht schlechter(PDF)! (Zussamenfassung) […]

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