Massiver Polizei-Schutz sorgte für friedliche Budapest Pride

Am Nachmittag des 7. Juli fand in der ungarischen Hauptstadt Budapest die diesjährige „Budapest Pride“-Demonstration statt. Im Vorfeld wollten die Budapester Behörden die Regenbogenparade verbieten, was jedoch vom Gericht aufgehoben wurde. Dann hatten recht(sextrem)e Gruppierungen „zur Jagd auf Homosexuelle“ aufgerufen. Entsprechend groß war die Nervosität und  eine massive Polizei-Präsenz. Insgesamt zogen ca 3.000 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Heterosexuelle durch die Straßen von Budapest.

Im Vorfeld wollten die Budapester Behörden die Budapest Pride untersagen (thinkoutsideyourbox.net berichtete), doch dies wurde vom Gericht wieder aufgehoben (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Weiters haben rechtsnationalistische und recht(sextrem)e Gruppierungen zur “Jagd auf Homosexuelle” aufgerufen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Das rot-grüne Wien erklärte sich solidarisch mit den OrganisatorInnen und die “Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen” nimmt auch an der LGBT-Demo teil (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Massiver Polizei-Schutz sorgt für friedliche CSD-Kundgebung

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu teils gewalttätigen Übergriffen rechtsnationalistischer und recht(sextrem)er Gruppierungen auf die freidlichen CSD-TeilnehmerInnen. Dieses Jahr – wohl auch aufgrund der Teilnahme zahlreicher BotschafterInnen und EU-Abgeordneten – sorgte eine massive Polizei-Präsenz in der Budapester Innenstadt für eine friedliche Durchführung der Budapest Pride und eine ausreichende Fernhaltung hunderter rechtsnationalistischer GegendemonstrantInnen, zu der unter anderem die rechtsnationalistische Jobbik-Partei aufgerufen hatte.

Insgesamt zogen ca 3.000 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-Personen und Heterosexuelle durch die Straßen von Budapest, um für mehr Akzeptanz, Toleranz und gegen Homophobie und Transphobie zu demonstrieren.

Die Straßen rund um die Budapest Pride-Kundgebungsroute war von der Polizei teils hermetisch abgeriegelt. Auf Facebook beschrieb ein thinkoutsideyourbox.net-Leser, der bei der Budapest Pride mitmarschiert ist, die gefühlte Situation wie folgt:

„War gespenstisch. Die ganze Pester Innenstadt menschenleer geräumt und abgesperrt. Kafkaesk: Nur ein paar winkende oder gaffende Privatpersonen, ansonsten privatparty unter freiem Himmel. Jobbik-Demo ganz traurig und weit weg. ;-)“

PolitikerInnen und DiplomatInnen zeigten Solidarität mit Budapest Pride

Da im Vorfeld die große Sorge bestand, dass es zu gewalttätigen Übergriffen auf die CSD-TeilnehmerInnen kam und die Budapester Behörden den CSD gar untersagen wollten, warf die europäische Politik ein Auge auf Ungarn, ob in der Hauptstadt die fundamentalen Grundrechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen gewahrt würden.

Unter den Paraden-TeilnehmerInnen befanden sich nicht nur VertreterInnen der ungarischen Oppositionsparteien (Sozialisten und LMP), sondern auch diplomatische VertreterInnen, wie beispielsweise die us-amerikanische Diplomatin in Ungarn, Eleni Tsakopoulos Kounalakis und Botschafts-MitarbeiterInnen. Darüberhinaus waren auch Abgeordnete zum Europäischen Parlament anwesend, um ihre Solidarität mit der LGBT-Community zu zeigen.

Die Vize-Präsidentin der LGBT-Intergroup im EU-Parlament (neben Raul Romeva, Sirpa Pitikainen und Dennis de Jong), Sophie in’t Veld hob hervor, dass sie die Hoffnung habe, dass   die Budapester PolitikerInnen erkennen, wie wichtig es ist, Budapest als eine weltoffene und tolerante Stadt zu verstehen und zu bewerben.

Auch Ulrike Lunacek, Abgeordnete zum EU-Parlament (neben Michael Cashman) Vorsitzende der LGBT-Intergroup im EU-Parlament war anwesend und erklärte, dass nicht nur LGBTs diskriminiert würden. Es müsse weitergekämpft werden, bis gleiche Rechte für alle Gruppen der Gesellschaft garantiert seien. Auf Facebook schrieb Lunacek darüberhinaus…

„Es war ein fröhlicher Zug von rund 3.000 Menschen, gut geschützt von der Polizei vor ein paar hundert Radikalen. Aus den Fenstern winkten uns Leute zu – und am Schluss waren wir uns alle einig: Es wird auch in Budapest wieder besser werden!

(Bilder: E. R. Accart-Huemer)
Anzeige

2 Kommentare

Add yours
  1. [BLOCKED BY STBV] Budapest Pride: Rekordbeteiligung und homophobe Übergriffe am Rande des CSD | thinkoutsideyourbox.net 7 Juli, 2013 at 12:14

    […] In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu teils gewalttätigen Übergriffen rechtsnationalistischer und recht(sextrem)er Gruppierungen auf die freidlichen CSD-TeilnehmerInnen. 2012 sicherte – nachdem zunächst die Behörden die CSD-Demonstration untersagen wollte – ein Großaufgebot der Polizei die Kundgebung, da zuvor massive Gewaltdrohungen ausgesprochen wurden (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

Hinterlasse einen Kommentar

*