Martin Graf hetzt weiter! Diesmal gegen Schwule und Lesben

Gleichstellungsgegner in den USA

Martin Graf, dritter Nationalratspräsident, hat zwar eines der höchsten politischen Ämter der österreichischen Republik inne, doch würdig ist er diesem längst nicht mehr. Nachdem die FPÖ mit hetzerischen Plakaten und Äußerungen auf Stimmenfang zur EU-Wahl geht, Martin Graf den Vorsitzen den Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, auf hetzerische Art und Weise attackiert hat, hat er nun eine weitere Gruppe von Menschen gefunden, die er mit Hetze diffamieren kann: Schwule, Lesben und Transgender Personen.

Konkret geht es um das „Referat für LesBiSchwule, Transgender Angelegenheiten“ der österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). In  zurückzuweisender Art und Weise denunziert er die Aktivitäten, Initiativen und den persönlichen Einsatz der ehrenamtlichen Studierenden für eine aufgeschlossene, liberale Gesellschaft. Auf der Homepage unzensuriert.at heißt es unter dem von ihm selbst verfassten Artikel „Gegen Genderwahn und Gio Hahn“ bezüglich dem verpflichtenden ÖH-Beitrag (Hervorhebungen von thinkoutsideyourbox.net):

Wozu die ÖH-Funktionäre nämlich die eingenommenen Zwangsbeiträge verwenden, spottet teil jeder Beschreibung. Die breite Masse der Studenten wird ignoriert, dafür wird jede noch so kleine und seltsame Minderheit gefördert – etwa in den Referaten für „LesBiSchwule Transgender Angelegenheiten“. Da werden dann mit ÖH-Geld so g’schmackige Veranstaltungen organisiert wie die „LesBiSchwule Aktionswoche“ an der TU Wien, wo laut Einladung garantiert kein Platz ist für „Hetero-Gacksi“ und eine „Halligallidrecksauparty“ steigt. Die linken Fraktionen stehen geschlossen hinter solchem Unfug, die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft duldet ihn stillschweigend. Einzig der RFS kämpft gegen derartige Auswüchse an und verspricht: „WIR holen DICH da raus!“

Zunächst mal: Entweder hat Martin Graf bis heute nicht verstanden, worum es bei Gender Mainstreaming geht, oder er weigert sich, sich damit zu beschäftigen, oder er möchte, klassische und stereotypisierte Rollenzuschreibungen zu den Geschlechtern und Klischees beibehalten.

Die Art und Weise, wie Graf hier seine Abneigung gegen Menschen kundtut, die nicht in sein konservatives Weltbild passt, ist erschreckend, abstoßend und abzulehnen. Die Wortwahl disqualifiziert Graf ohnehin. Schwule und Lesben als „seltsame Minderheit“ darzustellen ist Diffamierung und eine Verunglimpfung, doch ist diese Wortwahl bei Burschenschafter Martin Graf nichts neues.

Homophobie, abwertende Haltungen zu Homosexualität und Menschen die für gleiche Rechte für Schwule und Lesben eintreten, ist in der FPÖ von HC Strache nichts neues. 2008 bekundete der FPÖ-Parteichef HC Strache, dass „Homosexualität eine Krankheit ist„, im März 2009 bekundete der FPÖ-Parlamentarier Werner Herbert, dass „Schwule und Lesben nur ein „Randproblem“ wären und im Mai 2009 meinte schließlich der FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Andreas Mölzer, dass „ein schwuler Sohn für ihn eine Katastrophe wäre„. Graf hat sich also nur in eine „alte Tradition“ der „Männerpartei“ FPÖ eingereiht.

Ein klasse Antwort auf diese Diffamierungen Grafs hat umgehend das Referat für LesBiSchwule- und Transgender-Anliegen der HTU Wien geliefert (via):

Lieber Herr Graf,

bevor Sie über ein Referat der HochschülerInnenschaft hetzen, sollte Sie sich vielleicht vorher etwas informieren. Die ›LesBiSchwule Aktionswoche‹ war KEINE Aktion der TU Wien. Wir haben das Event auf unserer Homepage angekündigt. Hier war kein Geld der HTU im Spiel, vielmehr ist diese Ankündigung ein Service für Studierende, das wir ehrenamtlich in unserer Freizeit übernehmen. Hier kommt niemand zu Schaden, außer vielleicht die Weltanschauung mancher Personen, die es nicht schaffen über den Tellerrand hinauszublicken. Die Universität ist bunt und vielschichtig, und niemand hat es verdient, diskriminiert zu werden. Sie sind gerne eingeladen, mal vorbeizukommen und mit der ›kleinen und seltsamen Minderheit‹ persönlich zu sprechen. Für Anregungen und Kritik sind wir immer offen. Für Hetze jedoch nicht. — Das LesBiSchwul- u. Transgender Referat der TU Wien.

Dem ist wenig hinzuzufügen – Graf ist längst rücktrittsreif! Bitte unterstütze die Unterschriftenetition der Grünen:

(Bildquelle: Flickr CC bobster855 )

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8 Comments
  1. hasi88 says

    sowas kommt raus, wenn die fpö auf platz 3 gewählt wird. meine stimme für den rücktritt haben sie!

  2. dieter says

    Ach und zur Wortwahl der „Lesbischwulen Aktionswoche“ findest du kein Wort? Du lobst auch noch das Uni-Referat, das sich davon nicht distanziert, die Aktion sogar unterstützt und ihre Aussendung verbreitet und lediglich anmerkt, dass keine ÖH-Gelder verwendet würden?

    Menschen mit Exkrementen zu Vergleichen ist unter aller Sau und dafür gibt es keinen Sonderrabatt für Minderheiten.

    Im übrigen Verwechselst du ein Ideal mit der totalitären Durchsetzung desselben. Gendermainstreaming ist nicht besser als das Ideal der konservativen Kernfamilie.

  3. thinkoutsideyourbox.net says

    @ Dieter:
    Kannst du konkret nennen, was an der Antwort des „LesBiSchwulen Transgender Referat der HTU Wien“ zu Martin Grafs Angriffen kritisiert werden soll? Die StudentInnen haben vollkommen recht. Zu „Schaden kommt maximal die Weltanschauung mancher Personen, die an chronischer Intoleranz und Konservatismus leiden“.

    Das ist deine Meinung, dass Gender Mainstreaming nicht besser als das Idael der konservativen Familie ist.

  4. marvin says

    seltsam ist beides. die aussage „seltsame minderheit“ von graf und die des referats. graf sollte aufgrund seines amtes und seiner reife, diese aussagen unterlassen. sie zeugen von intoleranz und abneigung und sind verletzend.

  5. dieter says

    „Kampf dem Heterogacksi“, „Montag Kein Platz für Hetero-Gacksi!“ lautete die Wortwahl, mit der die Veranstaltung auf verschiedensten Webseiten angekündigt wurde.

    Wie man im Google-Cache noch sieht, lautete die offenbar eigens formulierte Wortwahl auf dem von dir verlinkten Blog des HTU-Referats: „Dieses Jahr gibts Keinen Platz für Hetero-Gacksi! Montag Kein Platz für Hetero- Gacksi!“.
    Das wurde seither offenbar nachträglich ohne Entschuldigung editiert und durch eine harmlose Ankündigung ersetzt, um sich als unschuldige, bemitleidenswerte Minderheitsopfer darzustellen, statt sich mit der eigenen Heterophobie auseinanderzusetzen.

    „Anmerkung: Dies ist eine reine Ankündigung, das Referat hat _nichts_ mit der Aktionswoche zu tun. Wir finden es gut, dass es auch für uns „Minderheiten“ Veranstaltungen gibt und unterstützen dies natürlich.
    Lieber RFS, bevor man hetzt sollte man sich erstmal genauer informieren. Oder ist Bildung nicht in eurem Wahlprogramm?“

  6. dieter says

    Kleines Malheur: Das Zitat ist der neue Text im offenbar veränderten Posting.

  7. dieter says

    Das ist deine Meinung, dass Gender Mainstreaming nicht besser als das Idael der konservativen Familie ist. Ich sehe es anders.

    Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Es geht nicht um die Diskussion, was man für besser hält, sondern, dass deine Anspielung „gab’s ein derartiges Ideal nicht schon mal in der Geschichte?“ am Thema vorbei geht. Die Nazis sind abzulehnen, weil sie Juden ermordeten, Kriege anzettelten, indoktrinierten und Anderdenkende verfolgten um ihre Ideale mit Gewalt umzusetzen und nicht, weil sie das Ideal von der klassischen Kernfamilie hatten, das heute so beliebt ist wie damals und schon immer war.

    (Darüber hinaus forcierten die Nazis in der Praxis eher Promiskuität um die Geburtenraten hochzutreiben)

  8. […] fordert. Wenig überraschend lehnten die anderen beiden Parteien – die  Stadt ÖVP und die (öfters homophob agierende) FPÖ diesen Beschlussantrag […]

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