Marco Schreuder präsentiert die letzten homophoben Bastionen Österreichs

Am 17. Mai 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation WHO Homosexualität endlich aus dem Diagnoseschlüssel – und somit als Krankheit – zu streichen. Seitdem wird international an diesem Tag an die immer noch existierende Homophobie in der Gesellschaft erinnert. Für Bundesrat Marco Schreuder, Sprecher der Grünen Andersrum Wien, eine Gelegenheit an die letzten homophoben Bastionen der Republik zu erinnern, denn: „Hass und Angst vor Lesben und Schwulen kann sich mannigfaltig ausdrücken. Ob durch Verwendung dummer Begriffe, ob gut gemeinte Ratschläge, die Lebensrealitäten vollkommen ignorieren, oder blanker Hass. Auch 2012 ist Homophobie nicht ausgestorben„, meint Schreuder, der die Top fünf Bastionen listet:

1. ÖVP – Noch immer hat es die ÖVP nicht geschafft, die Lebensrealitäten von Lesben und Schwulen zu erkennen und bleibt ihrer Haltung treu, lesbische und schwule Eltern samt ihren Kindern zu diskriminieren und in Rechtsunsicherheit zu belassen. (Siehe dazu auch den thinkoutsideyourbox.net-Beitrag: „ÖVP: Aus Tradition homophob und reaktionär“)

2. FPÖ – Die FPÖ wettert nicht nur gegen MigrantInnen, sondern fällt auch immer durch Ausritte gegen Lesben und Schwule auf.

3. Religionen – Viele Religionen bemühen sich mittlerweile antidiskriminierende Grundsätze zu entwickeln – und das ist gut so – aber fallen immer wieder durch enorm homophobe Äußerungen Einzelner oder radikaler Gruppen auf.

4. Fußballfans – Zwar gehören homophobe Sprechchöre in Fußballstadien immer mehr der Vergangenheit an, sind aber leidernoch zu hören. (thinkoutsideyourbox.net-Artikel 1 und 2)

5. Promis und ExpertInnen für eh alles, die keine schwulen Tanzpaare im Fernsehen sehen wollen und damit demonstrieren, dass sie Lesben und Schwule nur akzeptieren, wenn sie sich verstecken und nicht
öffentlich zeigen.

Für Schreuder ist der 17. Mai ein Tag, an dem alle – auch Journalisten und Journalistinnen – kurz darüber nachdenken sollen, wie sie Lesben und Schwule thematisieren, problematisieren und wie
Begriffe verwendet werden. „Auch das Rote Kreuz sollte seine Blutspendenpolitik überdenken“, fordert Schreuder, denn: „schwule Männer dürfen immer noch nicht spenden. Eine klassischer und
trauriger Fall von Homophobie.“

(Bild/Text: PA Grüner Klub im Parlament)
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