Londons Bürgermeister Johnson: Keine Religion hat Monopol auf Ehe-Definition

Die Großbritannien plant bekanntlich die konservative Regierung von David Cameron die Ehe für Lesben und Schwule zu öffnen. Zahlreiche Glaubensgemeinschaften, wie beispielsweise die Church of England, die römisch-katholische Kirche oder auch muslimische Glaubensgemeinschaften wettern massiv gegen die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare. Nun erklärt der Bürgermeister von London, Boris Johnson, erneut, dass er für die Ehe-Öffnung eintritt und weist auch die Glaubensgemeinschaften, die die Definition des Ehe-Begriffs für sich beanspruchen in die Schranken.

Boris Johnson, Bürgermeister von der britischen Hauptstadt London erklärte bereits im Sommer diesen Jahres, dass er für die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule eintrete und es „keinen Grund“ gibt, wieso dieser „glückliche Moment“ jemanden verweigert werden sollte.

Nun erneuert Johnson seine Haltung, dass die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet werden soll, wie sie von der britischen Regierung von David Cameroon geplant ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete). In einem Interview für die britische Zeitung „The Independent“ kritisiert er auch Glaubensgemeinschaften, wie beispielsweise die „Church of England“ (thinkoutsideyourbox.net berichtete), die katholische Kirche (thinkoutsideyourbox.net berichtete) oder der „Zentralrat der britischen Muslime“ (thinkoutsideyourbox.net berichtete), die sich gegen die Ehe-Öffnung aussprechen.

Johnson: Was soll all die Aufregung?

Nach seinem Video „Out4Marriage“ im Sommer diesen Jahres, wo Boris Johnson sich klar für die Ehe-Öffnung aussprach, wurde er von BürgerInnen gebeten, sich erneut zu seinen Aussagen zu äußern. Dies tat er nun in der britischen Zeitung „The Independent“.

Darin erklärt Johnson auch, dass er vor einigen Jahren gefragt wurde, was er über die Idee der Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare denke. Er war „verblüfft“, denn war er der Meinung, dass Lesben und Schwule bereits längst das Recht hätten, ihre/n Partner/in zu heiraten. Zu der teilweise heftig geführten Debatte um die Ehe-Öffnung erklärte Johnson:

„Erlich gesagt, ich kann nicht sehen, was die Aufregung ist.“

Auch sparte der Bürgermeister nicht mit Kritik an diversen Glaubensgemeinschaften, die in den vergangenen Wochen mit ihrer Ablehnung des Eherechts für Lesben und Schwule, die Headlines in britischen Zeitungen bestimmten.

Johnson: Keine Religion hat Monopol auf Ehe

So erklärte Johnson zwar, dass die Glaubensgemeinschaften das Recht der Meinungsäußerung hätten, jedoch gibt es keine Pläne Glaubensgemeinschaften zu verpflichten, gleichgeschlechtliche Eheschließungen in ihren Kirchenhäusern oder Moscheen zu schließen. Diese Verpflichtung würde er auch nicht unterstützen. Außerdem hätte JedeR in diesem Land geborene das Recht zu entscheiden, ob er/sie glaubt oder nicht.

Mensch könne sich aber nicht aussuchen, unter welchen allgemein gültigen Gesetzen eines Staates – egal ob heterosexuell oder homosexuell – jemand geboren werde. Johnson weiter in Richtung der Glaubensgemeinschaften:

„Die Ehe ist eine uralte menschliche Institution, die weit älter als alle Religionen, die heute praktiziert werden, ist. Es kann gut sein, dass diese von Gott geliebt wird, aber keine Religion hat jemals ein Monopol auf die Ehe.“

Damit macht Boris Johnson klar, dass in einem säkularen Staat einzig und allein der Staat über die zivilrechtliche Definition der Ehe zu entscheiden hat und dieser Begriff nicht in den Definitionsbereich der Glaubensgemeinschaften fällt.

Johnson: Es ist nicht fair, Leuten ein Privileg vorzuenthalten

Weiters erläutert Johnson, dass in einer Gesellschaft kein Platz für Diskriminierungen aufgrund von Ethnizität, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Personen mit besonderen Bedürfnissen sein könne. Johnson:

„Wir halten es für nicht fair, dass ein Menge Leute ein Privileg vor dem Gesetz  haben, das vielen anderen verweigert wird.“

Für Johnson kann die Ehe ferner eine Institution sein, die viel Glück bringen kann. An alle, die die Ehe-Öffnung ablehnen, richtete Johnson noch eine plakative Botschaf:

„Warum in aller Welt wollen wir es anderen verweigern?“

(Bild: Annie Mole – CC-BY-2.0 – Flickr)
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3 Kommentare

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  1. [BLOCKED BY STBV] UK: Mehrheit der Parlamentsmitglieder will für Ehe-Öffnung stimmen | thinkoutsideyourbox.net 16 Januar, 2013 at 10:06

    […] In den vergangenen Monaten machten zahlreiche Glaubensgemeinschaften, wie die römisch-katholische Kirche (thinkoutsideyourbox.net berichtete), die “Church of England” (thinkoutsideyourbox.net berichtete) oder auch der “Rat der britischen Muslime” (thinkoutsideyourbox.net berichtete) gegen die Ehe-Öffnung mobil und beanspruchten die Definition der Ehe für sich. Dabei erklärte völlig richtig der Bürgermeister von London, Boris Johnson (thinkoutsideyourbox.net berichtete): […]

  2. [BLOCKED BY STBV] ÖVP-Korb für Heinisch-Hoseks Forderung nach Ehe und Adoptionsrecht für Lesben und Schwule | thinkoutsideyourbox.net 19 Februar, 2013 at 11:26

    […] Im Interview erklärte Heinisch-Hosek völlig richtig, dass das Zivilrechtsinstitut der Ehe mit der Ehe von Glaubensgemeinschaften  nichts zu tun habe, wie dies von Konservativen immer und immer wieder ausgeführt wird. Damit schlägt sie in die selbe Kerbe der Londons Bürgermeister Boris Johnston, der bereits im Vorjahr erklärte, dass das Institut Ehe älter als die Definition durch die Glaubensgemeinschaften ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

  3. [BLOCKED BY STBV] Queen Elizabeth II sagt 'I, do' zu Ehe-Öffnung in England und Wales für Lesben und Schwule | thinkoutsideyourbox.net 17 Juli, 2013 at 17:21

    […] Im Oktober 2012 erklärte Boris Johnson, Bürgermeister von der britischen Hauptstadt London, nachdem er bereits im Sommer diesen Jahres sagte, dass er für die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule eintrete und es “keinen Grund” gibt, wieso dieser “glückliche Moment” jemanden verweigert werden sollte (thinkoutsideyourbox.net berichtete): […]

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