‚kreuz-net.info‘ feiert homophoben Gesetzesentwurf in Russland als Vorbild für Europa

Vor wenigen Tagen verabschiedete das Unterhaus des russischen Parlaments mit großer Mehrheit einen Gesetzesentwurf, der die öffentliche ‚Propaganda von Homosexualität‘ unter Strafe stellt und somit fundamentale Grund- und Menschenrechte mit Füßen tritt. Während Deutschlands und Österreichs Regierungen bislang schweigen, feiert der Trittbrettfahrer und Betreiber des abgeschalteten ‚kreuz.net‘-Fundamentalistenportals die Gesetzgebung als Vorbild für Westeuropa.

Nach dem mit  großer Mehrheit angenommen Gesetz im Unterhaus der Duma ist es LGBTs zukünftig verboten, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen. Auch ist das Zeigen der Regenbogenfahne, einem Symbol der LGBT-Bewegung, unter Strafe gestellt. Daneben ist auch das Zeigen  Zuneigung, wie Küssen, wird als “öffentliche Propaganda” eingestuft und ist somit verboten. Darüberhinaus ist auc hdas Reden über Homosexualität untersagt. Damit werden Lesben, Schwule und Transgender-Personen gänzlich aus der Öffentlichkeit verbannt (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Obwohl das geplante Gesetz fundamentale Grundrechte von LGBTs mit Füßen tritt und gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, die auch Russland unterzeichnet hat, verstößt, schweigen bislang beispielsweise die Regierungen in Österreich und Deutschland (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Ganz anders dafür die fundamental-katholische Rechte.

„kreuz-net.info“ feiert homophobe Gesetzgebung in Russland

Anfang Jänner ist ein Herr Schneeweiß-Arnoldstein mit der Seite „kreuz-net.info“ angetragen, um das fundamental-katholische Erbe der im Dezember offline gegangenen Hass-Seite „kreuz.net“ anzutreten (thinkoutsideyourbox.net  berichtete). Kurze Zeit später ging die Seite nach heftigen Protesten – auch durch den medialen Druck der Initiative „Stoppt kreuz.net“ – ging die Seite vorübergehend offline (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Wenige Tage später ging die Seite wieder online, unter der URL „kreuz-net.at“. Seitdem wird die Homophobie und Hetze gegen Nicht-/Andersgläube und LGBTs fortgeführt (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Ein neuer Höhepunkt der Intoleranz gegenüber Lesben und Schwulen und der Kriminalisierung von Homosexualität wurde nun am 25. Jänner 2013 erreicht, als „kreuz-net.info“ die homophobe Gesetzgebung in Russland feiert und diese als „Vorbild für Westeuropa“ sieht.

Für den Autor folgt das Unterhaus der russischen Duma damit dem

„positiven Beispiel von Sankt Petersburg und einigen anderen russischen Städten, die öffentliche Vorführungen der sexuellen Problemgruppen untersagt haben, nachdem es bei (zT illegalen) Paraden immer wieder zu Zusammenstößen mit zu Recht aufgebrachten Bewohnern der Stadt gekommen ist.“

Weiters wird ausgeführt, dass diese homophoben Entwicklungen „dank“ der russisch-orthodoxen Kirche“ erfolgen und so den „Sittenverfall“ stoppen. Damit sei gewährleistet, dass „öffentliche Verhöhnungen von Gläubigen und kirchlichen Würdenträgern“ verhindert werden könnten.

Verhaftung von LGBT-AktivistInnen „richtig“

Im Vorfeld der Beratungen und Abstimmungen in der Duma kam es zu Demonstrationen von LGBT-AktivistInnen, die ihren Unmut über das Mundtot machen und die Kriminalisierung kundtun wollten. Dabei wurden die DemonstrantInnen von christlich-orthodoxen GegendemonstrantInnen angegriffen und mit Eiern und Farbbeuteln beworfen.

Diesen Angriff auf friedliche LGBT-DemonstrantInnen glorifiziert „kreuz-net.info“ ebenso, als Reaktion auf diese

„bewußte, öffentliche Provokation (gegenseitiges Begrapschen) durch Homosexuellenaktivisten“.

Für „kreuz-net.info“ stellte dieses Recht auf freie Meinungsäußerung und dem Recht auf friedliche Versammlungsfreiheit eine Provokation dar. Die Verhaftung dieser „ProvokateurInnen“ wird hier begrüßt.

Homophobie Vorbild für Europa

Das Resümee von „kreuz-net.info“ ist, dass diese homophobe Gesetzung, das wider der Europäischen Menschenrechtskonvention ist und fundamentale Grundrechte LGBTs entzieht als Vorbild für West- und Mitteleuropa dienen müsse.

„Die gesetzliche russische Regelung möge Vorbildwirkung für Mittel- und Westeuropa haben!“

Diese Befürwortung von Entwicklungen, die fern den Grundfesten einer Demokratie sind, müssen von den Behörden überprüft werden. Die Forderung des Grünen-Politikers Karls Öllinger, nach Einschaltung und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz, hier rasch Ermittlungen aufzunehmen, ist daher umso wichtiger.

(Bild: Screenshot kreuz-net.info)
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9 Kommentare

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  1. tuckenalarm 27 Januar, 2013 at 20:47

    scheint, als seien diese menschen einfach nur neidisch auf solche, die sich „gegenseitig begrapschen“ und etwas füreinander empfinden. wahrscheinlich sind sie einfach bemitleidenswert allein und einsam. traurig eigentlich.

  2. fridolin 28 Januar, 2013 at 15:37

    ach was regt ihr euch denn auf? ihr seid doch genauso intolerant anderen meinungen gegenüber, was man einfach daran erkennen kann, dass so gut wie kein kommentar durch eure zensur kommt, das nur im geringsten eure standpunkte kritisiert. ihr seid genausowenig zu einem dialog in der lage wie erzkonservative katholiken, also spielt euch nicht so auf.

  3. thinkoutsideyourbox.net 28 Januar, 2013 at 17:13

    @Fridolin:

    Intoleranz ist es also, wenn fundamentale Grund- und Menschenrechte eingefordert werden und jene, die diese bestimmten Bevölkerungsgruppen vorenthalten möchten oder in den Raum stellen, Homosexualität sei eine Krankheit oder die Liebe zwischen 2 Menschen des gleichen Geschlechts weniger wert?

    Gut, dann wird diese Intoleranz gegenüber dem und dem Kampf gegen Hass und Homophobie eben als Kompliment aufgefasst.

  4. fridolin 28 Januar, 2013 at 18:26

    intolerant ist es, wenn man nicht bereit ist, darauf zu verzichten, extreme sexpraktiken im öffentlichtlichen raum vor kindern zu propagieren. kein mensch hat was gegen csd oder was homosexuelle in ihrer privatsphäre machen. aber dass es nicht alle eltern toll finden, wenn in der innenstadt mittags um 2 uhr auf dem csd menschen in hundekostümen an der kette geführt werden, müsste auch euch einleuchten. manche eltern, wollen halt nicht, dass ihre kinder, schon mit 6,7 jahren alles kennen und wissen. aber nichteinmal auf soetwas extremes wird verzichtet. lieber bezeichnet man menschen die das kritisieren als homophob. wäre schön wenn ihr darüber mal nachdenken würdet.

  5. fridolin 28 Januar, 2013 at 20:00

    ganz offensichtlich, scheint es der theologe berger mit der wahrheit nicht allzu genau zu nehmen. jedenfalls hat ihm nun seine verleumdung ehrbarer und unbescholtener katholiken probleme mit der dt. staatsaanwaltschaft eingebracht:
    (aus dem online-auftritt der süddeutschen zeitung von heute)
    „Ein weiteres Ermittlungsverfahren ist bei der Staatsanwaltschaft Aachen anhängig. Dort wurde allerdings Berger selbst angezeigt. Er hatte in einem Zeitungsinterview den Herzogenrather Pfarrer Guido Rodheudt in die Nähe von kreuz.net gerückt.“
    auch das wirft wieder einmal ein schlechtes licht auf euch, dass ihr hierüber nicht berichtet. scheinbar ist lügen für euch in ordnung, solange es eurer sache dient: dem generellen diffamieren von katholiken!

  6. thinkoutsideyourbox.net 29 Januar, 2013 at 09:10

    1. Auf der Regenbogenparadee werden keine perversen Sexpraktiken vollzogen. Es werden einzig von manchen Fetische gezeigt. Daran ist nichts verwerfliches.
    2. Wer beim CSD ist, weiß, dass von den zB. 100.000 Menschen an Wiener Ring, 99 % dem „Mainstream“-entsprechend gekleidet ist. Soviel mal zur Verdrehung der Tatsachen.
    3. Es werden Menschen kritisiert, Homosexualität als Krankheit bezeichnen oder jene, die behaupten, dass die Liebe zw. 2 Menschen des gleichen Geschlechts weniger wert ist.
    4. Es werden Menschen kritisiert, die Bevölkerungsgruppe die Menschenrechte entziehen und ihnen Rechte vorenthalten wollen bzw. dies fordern
    5. Es werden Menschen kritisiert, die mit Unwahrheiten und wissenschaftlich nicht haltbaren Argumente gegen LGBTs wettern
    6. Es werden Menschen kritisiert, die LGBTs mit Beschimpfungen und Unterstellungen konfrontieren
    7. Es wird nicht der Glaube diffamiert oder kritisiert, sehr wohl aber Glaubensvertreter kritisiert, wenn diese sich in zivilrechtliche Gesetzgebungen einmischen. Das geht sie nämlich genau Nichts an in einem säkularen Staat.
    8. Es wird hier nicht gelogen. Das ist eine Unterstellung und Rufschädigung.
    10. Es werden KEINE KatholikInnen (im Generellen) diffamiert. Das ist eine nicht sachliche Unterstellung und Rufschädigung. Es werden aber sehr wohl – wie unter Punkt 7 geschrieben – Glaubensvertreter kritisiert. Aber es charakteristisch dafür: Fehlen sachliche Argumente von GleichstellungsgegnerInnen (es gibt nämlich keine, die gegen die völlige Gleichstellung von LGBTs sprechen), wird eben der Widerstand auf diese Ebene samt Unterstellungen verlegt – und dagegen wird gekämpft. Und das ist unser gutes Recht.

  7. fridolin 29 Januar, 2013 at 11:20

    wie gesagt, eine diskussion ist nicht möglich. beide seiten sind verbohrt bis zum anschlag. und wenn dann jemand wie ich versucht, wenigstens ein bisschen sensibilität für die befindlichkeiten der anderen seite zu erzeugen, wird einem indirekt ständig mit rechtlichen schritten gedrioht. (indem ihr die ganze zeit beauptet ich würde rufschädigung betreiben)
    trauriges billiges niveau. ich habe weiss gott genügend für homosexuelle ansichten werbung gemacht, gerade bei der katholischen kirche…aber bitte ihr habt ja meine e-mail adresse, ich mache das hier ja nicht anonym, zeigt mich ruhig an….oh man, wie gesagt beide seiten sind so verbohrt, dass man kotzen könnte. trefft euch auf dem marktplatz und schlagt euch gegenseitig die birne ein, anders scheints bei 2 so verbohrten meinungen wohl nicht zu gehen. widerliucher hass auf beiden seiten. adios amigos.

  8. thinkoutsideyourbox.net 30 Januar, 2013 at 00:02

    Fridolin, es liegt fern, dich anzuzeigen. Es sollte nur klar gestellt werden, dass hier weder gelogen wird, noch KatholIkken diffamiert werden. Viel mehr werden unhaltbare, beleidigen und homophobe Aussagen von diversen Glaubensvertretern (nicht nur von christlichen Vertretern) und von fundamentalitisch-angehauchten Personen kritisiert.

    Und gerade von jenen, die universell gültige Menschenrechte hinterfragen und diese für LGBTs nicht gelten lassen. Wer Menschenrechte hinterfragt und diese für LGBTs nicht gelten lässt, ja, diese Person ist homophob und diskriminierend. Diese Ansicht wird hier auch weiterhin vertreten und kommuniziert werden.

  9. fridolin 30 Januar, 2013 at 00:45

    wer meint, dass menschenrechte nicht für ALLE gelten hat einen an der waffel und sollte von euch nicht all zu ernst genommen werden.

    weiterhin will ich daraufhinweisen, dass ich nicht davon sprach, dass auf dem csd extreme sexpraktiken vollzogen werden, sondern, dass sie propagiert werden. das muss meiner meinung nach mittags öffentlich nicht sein. (übrigens ganz davon abgesehen ob es homo hetero oder sonst was ist)
    ich bleibe dabei: ich und 99% der menschen wollen homosexuellen, transvestiten und anderen sicher keine rechte absprechen. allerdings, weiss ich aus anderen diskissionszusammenhängen, dass es manchmal besser ist, nicht auf ultimativen forderungen zu beharren. ich denke nicht, dass der verzicht auf die zurschaustellung extremer fetische gleich eine einschränkung des menschen ist.
    aber ist mir schon klar, dass ihr mir in dem punkt nicht recht geben könnt. weil es dann ja heissen würde, ihr lasst zu, dass ein keil in die bewegung getrieben wird und bestimmte gruppen ausgegrenzt werden.

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