Kirche: Pfarrer wegen Unterstützung der Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule entlassen

Die römisch-katholische Kirche hat bekanntlich ein Gesellschaftsbild, das längst nicht in das 21. Jahrhundert passt. Gerade bei der gesellschaftspolitischen Frage des Eherechts für Lesben und Schwule mischt sich die Kirche vehement in innerstaatliche Angelegenheiten ein und wettert gegen die Öffnung der Zivilehe. Ein argentinischer Pfarrer ist mehrmals aus der offiziellen Kirchenlinie ausgebrochen und wurde nun für seine Haltung aus der römisch-katholischen Kirche von seinem Erzbistum des Amtes enthoben und entlassen.

Ein Blick auf verschiedene Länder zeigt es. Überall, wo die Politik sich anschickt, die Diskriminierung von Lesben und Schwulen im Eherecht zu beenden und die Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen möchte, maßt sich die römisch-katholische Kirche es sich an, diese zivilrechtlichen Änderungen zu kommentieren und dagegen zu hetzen.

Fern jeglichem Faktum werden dabei Bedrohungsszenarien konstruiert, die es nicht gibt. Aktuell wettert die Kirche beispielsweise in Frankreich oder auch in Uruguay gegen die von der Politik geplanten Ehe-Öffnungen.

Argentinien: Pfarrer seines Amtes enthoben wegen Position zu Ehe-Öffnung

Auch als in Argentinien im Jahr 2010 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wurde, wetterte die römisch-katholische Kirche gegen diesen Schritt. Der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio sprach damals von einem

„zerstörerischen Anlauf gegen den Plan Gottes“.

Heute ist Bergoglio der oberste Hirte der römisch-katholischen Kirche und trägt den Namen Papst Franziskus (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Aus dieser diskriminierenden Kirchenlinie ist der Pfarrer Jose Nicolas Alessio aus dem Erzbistum der Stadt Cordoba ausgebrochen und nahm an einer Kundgebung für die Rechte von Lesben und Schwulen teil. Daraufhin wurde der 55-jährige Pfarrer laut Eigenangaben aus dem Klerus ausgeschlossen. Alessio hat gegen diese Entscheidung keine Berufungsmöglichkeit.

Schon 2010 fiel der Pfarrer bereits durch seine Weitsicht und Toleranz für Lesben und Schwule auf. Anders als der heutige Papst trat er für das Eherecht für Lesben und Schwule ein. Damals wurde er für seine der Kirchenlinie widersprechenden Haltung vorübergehend suspendiert.

In einer ersten Reaktion zu seinem Ausschluss erklärte Jose Nicolas Alessio:

„Mehr als 30 Jahre im Dienste der Gottgläubigen bedeuten der katholischen Kirche gar nichts. Alles was es braucht, um rausgeworfen zu werden, ist eine andere Meinung als jene des Erzbischofs zu haben.“

Damit zeigt sich erneut, dass die römisch-katholische Kirche eine Ansammlung ewiggestriger Personen ist, die ungeniert eine ganze Bevölkerungsgruppe diskriminieren möchte und andere, die aus Weitsicht aus der Kirchendoktrin ausbrechen, entlässt, um so eine Reformierung und ein Ankommen im 21. Jahrhundert zu verhinern versucht.

Seit der Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule in Argentinien im Jahr 2010 haben ca 6.000 gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben geschlossen.

(Bild: Screenshot YouTube TVPublica Argentina)
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