Homophobie: Kampagne für eine tolerante Gesellschaft!

Insgesamt gibt es 3 Sujets. Ein Sujet zeigt ein heterosexuelles Paar, die beiden anderen Sujets zeigen je ein lesbisches und ein schwules Pärchen.  Auf der beworbenen Homepage „Zeig Respekt“ gibt es weiterführende Informationen zu Homosexualität. Neben dieser visuellen Kampagne wurde auch im Berliner Senat ein 26-Punkte Programm verabschiedet, mit dem die Homophobie unter Jugendlichen bekämpft werden soll. Unter anderem sollen Schulbücher zukünftig auch Homosexualität thematisieren. Derzeit seien Schulbucher (fast) ausschließlich heteronormierend.

Klaus Lederer von der Berliner Linkspartei (via):

„Da können ruhig auch mal zwei Väter und Mütter vorkommen.“

Maßgeblich unterstützt wird diese Kampagne vom regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, selbst offen schwul (via):

„Dass ein Kuss zwischen zwei Menschen Hass und Gewalt hervorruft, ist traurig und nicht zu verstehen. Leider ereigneten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche homophobe Hassverbrechen. Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft müssen mit allen rechtstaatlichen Mitteln verteidigt werden.“

Die Kampagne wird getragen von städtischen Behörden, Menschenrechts-, Homo-, und MigrantInnenorganisationen, wie z.B. der türkische Fußballverein „Türkiyemspor Berlin„.

Die Kampagne selbst wird durch das Programm „Soziale Stadt“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung finanziert. Den Großteil der Plakatflächen hat die „Koschwitz Plakat GmbH“ gesponsert.

Und in Österreich

Ein ähnliches Aufklärungsprojekt haben „Die Grünen Andersrum“ im September 2008 unter dem Titel „homo:hetero“ gestartet. Die Webseite ist in 11 Sprachen (!!) verfügbar. So gut diese Seite auch ist, so schlummert auch diese Seite leider ein wenig vor sich hin!

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15 Comments
  1. courage says

    @ “Stoppt Homophobie!”-Kampagne:
    du hast recht, die kampagne ist derzeit noch im dornröschenschalf, wird aber grad wachgeküsst:

    der relaunch der seite wird gerade vorbereitet und fürs frühjahr wird es auch in wien eine plakatkampagne geben; mindestens so spektakulär wie die in berlin! versprochen! — es tut sich was, schritt für schritt :-)

    h.

  2. Andy says

    Obwohl Du mich vermutlich nicht wirklich mögen wirst ob meines Trackbacks, die Spammer würde ich ausschalten per http://www.hybrid6.com/webgeek/plugins/wp-spamfree….

  3. thinkoutsideyourbox.net says

    @ courage:
    Danke für die Information. Dann ist man mal gespannt, was/wann/wie die Kampagne kann/startet/aussieht.

    @ Andy:

    Eine Demokratie beruht auf dem Vorhandensein verschiedener Meinungen und Ansichten und der Möglichkeit, darüber diskutieren zu können.

    Zu deinem Hauptargument, wonach Homophobie auf muslimische MigrantInnen zurückzuführen ist. Homophobie ist kein reines MigrantInnenphänomen. Viel mehr ist die Abneigung gegenüber homosexuell empfindenden Menschen in sämtlichen Bevölkerungsgruppen gegeben – eben in unterschiedliche Ausprägung. Insofern ist deine Argumentation falsch, auch wenn du möglicherweise Recht hast, dass bei jugendlichen mit Migrationshintergrund ein höherer Prozentanteil eine Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben hat.

    Daher ist es wichtig, dass Kampagnen gegen Homophobie durchgeführt werden. Es ist auch zu begrüßen, wenn diese explizit dort stattfinden, wo Problemfelder geortet werden.

  4. Andy says

    Ich wollte nicht sagen, dass Homophobie auf muslimische Migranten zurückzuführen ist, sondern dass es noch nicht einmal in den kath. Ländern komplett gelungen ist und es deshalb schwierig bis unmöglich sein wird, die Muslime auch davon zu überzeugen, weil der Rückhalt aus der eigenen Bevölkerung nicht 100% gegeben ist ;-)

  5. thinkoutsideyourbox.net says

    Es ist nicht gemeint, dass Homophobie auf MigrantInnen zurückzuführen ist, sondern dass unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein höherer Anteil eine homophobe Einstellung besitzt. Gerade daher ist es wichtig, hier Aufklärung zu leisten, auch wenn du die Chancen auf Erfolg offensichtlich gering einschätzt. Gerade viele Religionen verkünden sehr konservative Lehren, mit den oftmals Abneigungen gegenüber anderen Lebensformen verbunden sind.

    Und deswegen soll dies stillschweigend hingenommen werden?

  6. Andy says

    Nicht stillschweigend hinnehmen, das widerspräche meiner Natur ;-) In diesem Fall aber nicht wieder mit der Keule, sondern langsam und subtil statt ungeduldig. Ich vergleiche das mit dem sehr ähnlichen Thema: http://www.alteknacker.at/?p=418. Man kann einfach nicht mutwillig religiöse Fanatiker (und die meisten Moslems bei uns sind das nunmal) scharenweise ins Land holen und dann erwarten, dass sie in ein paar Monaten aufgrund diverser Plakataktionen ihre Einstellung ändern! Das wird nicht klappen, das kann ich Dir jetzt schon sagen, aus Erfahrung und Bauchgefühl heraus. Mir persönlich gefallen die Plakate sogar (bis auf den Ansatz, das auch noch zu übersetzen – die sollen gefälligst fragen, was diese 3!!! Wörter bedeuten!).

  7. thinkoutsideyourbox.net says

    Nur ein geringer Prozentsatz der in Österreich lebenden Muslime leben einen „strengen Islam“. Aktuell liegt eine Studie vom November 2007 vor, die zeigte, dass 81 % der jungen Muslime in Österreich den Islam kaum praktizieren. http://derstandard.at/?url=/?id=3033934

    Leider ist der Artikel selbst nicht mehr abrufbar – aus rechtlichen Gründen wie es heißt.

  8. Andy says

    Ach was, lass doch mal diese ganzen Studien weg und frage Dich, wieviele muslimische Mädchen einen Inländer heiraten (wollen, dürfen etc.), und da gehts erstmal bloss mal um Heteros.

  9. thinkoutsideyourbox.net says

    Letztlich ist es notwendig, sich auch auf Studien zu stützen, wenn mensch sich nicht nach seinem subjektiven Empfinden richten will. Das subjektive Empfinden ist oft zu den Fakten abweichend und verleitet dazu, falsche Rückschlüsse zu ziehen.

  10. Andy says

    Ich bemerke natürlich wohlwollend das nicht unbedeutende Wort „auch“ genauso wie das Wort „oft“. Es wäre also angebracht, einen guten Kompromiss zu finden zwischen Studien, Statistiken und subjektivem Empfinden, der Österreicher nennt das „gsunder Hausverstand“ ;-) Leider vermisst man den zunehmend in so manchem Teil der Bevölkerung.

  11. […] geneigte LeserIn wird womöglich erkennen, dass ich bereits vor einigen Wochen über eine Plakatkampagne unter dem selben Motto berichtet habe. Richtig, denn der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hat im März 2009 ebenfalls […]

  12. […] Berlins Senat hat daher im März einen 26 Punkte Aktionsplan verabschiedet, um homophoben Tendenzen unter Jugendlichen entgegen zu wirken, doch ob dieser Aktionsplan greift, sei in Frage gestellt. Ebenfalls startete eine groß angelegte dreisprachige Plakatkampagne. […]

  13. […] röm.kath. Kirche zeigen, dass Aufklärungskampagnen wichtig sind. In Berlin startet nun eine der größten Aufklärungs- und Toleranzkampagnen überhaupt, mit tausenden Plakaten und Informationen auf der Kampagnen-Homopage zeig-respekt.de. […]

  14. […] wie zum Beispiel die “Liebe verdient Respekt”-Kampagne, die in Berlin (thinkoutsideyourbox.net berichtete) oder auch in Wien (thinkoutsideyourbox.net berichtete) im Jahr 2009 durchgeführt wurden, […]

  15. […] eine groß angelegte und in mehreren Sprache durchgeführte Plakatkampagne gegen Homophobie statt (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Die Akzeptanzkampagne wird diesmal von der “Wall AG” unterstützt und erfolgt auf […]

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