Italien: Video-Kampagne für Homo-Ehe gestartet

„Bella Italia“ ist für Lesben, Schwule und Transgender-Personen kein so schönes Land, da das katholische Italien gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften nicht anerkennt – weder gibt es eine Eingetragene Partnerschaft, noch eine Öffnung der Ehe. Mehrmals wurden im Parlament entsprechende Gestzesanträge eingebracht, doch immer gab es nicht die entsprechenden Mehrheiten. Außerdem hat die römisch-katholische Kirche, deren Domizil der Vatikan, im Herzen der „Ewigen Stadt“ – Rom – ist, ein gewichtiges politisches Wort mitzureden. Dennoch oder gerade deswegen hat die LGBT-Nonprofit-Organisation „Arcigay“ (Associazione Lesbica e Gay Italiana)ein Kampagnen-Video produziert, das den Namen „Ti sposerò” (“I’ll Marry You”) trägt.

Der Vatikan, das Machtzentrum der römisch-katholischen Kirche, liegt im Herzen von Rom, und somit auch im politischen Machtzentrum Italiens. Der Vatikan und zahlreiche römisch-katholische Glaubensvertreter nehmen sich immer wieder das Recht heraus, gesellschaftspolitische Fragen kommentieren zu müssen bzw. in den politischen Entscheidungsprozess eingreifen zu müssen.

Erst vor wenigen Wochen beanspruchte ein italienischer Bischof Paolo Urso, dass die Definition des Ehe-Begriffes für die römisch-katholische Kirche und demnach kann eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden. Auch sagte er, dass die Kirche entsprechend ihrer Lehre, die Sünde Homosexualität als Sünde verkünden müsse (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Auch das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI, fährt einen fundamentalen Kurs, wenn es um die Diskussion um die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften und die Zuerkennung der gleichen Rechte für die homosexuelle Bevölkerungsgruppe geht. Erst bei seiner Neujahrsansprache – auch wenn der Papst dies nicht direkt benannte und die Fehlinterpretationen der Medien später verurteilte, war doch im Kontext zu früheren Aussagen klar erkennbar – dass der Papst ein Bedrohungsszenario für die Menschheit konstruierte , wenn Lesben und Schwule das Recht erhalten, eine Ehe einzugehen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Der offen schwule Theologe David Berger bezeichnete daraufhin in einem Gastbeitrag die Kirche als „barbarische Katholiban“ (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

So sagte Papst Benedikt XVI beispielsweise bei seiner Weihnachtsansprache im Jahr 2008:

Die Kirche muss auch den Menschen schützen vor der Selbstzerstörung. Es ist eine im rechten Sinne verstandene Ökologie des Menschen notwenig.“ Es sei keine altmodische Metaphysik, wenn die Kirche von der Natur des Menschen als Mann und Frau spreche und davon, dass diese Ordnung respektiert werden müsse. Nicht auf die Stimme Gottes hören, die sich in der Sprache der Schöpfung zeige, würde zur Selbstzerstörung des Menschen führen und damit zur Zerstörung von dem Werk, das Gott selber gemacht hat.“

Weitere homophobe und/oder diskriminierende Aussagen gibt es in einem Beitrag zum „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien„.

Arcigay„: Video-Kampagne „Ti sposeró“

Um darauf aufmerksam zu machen, dass Lesben und Schwule in Italien kein landesweites Rechtsinstitut haben, das ihre PartnerInnenschaft rechtlich absichert und ihnen vorallem auch die Anerkennung gibt, die sie verdient, produzierte die LGBT-Ogranisation „Arcigay“ ein Video mit dem Titel „Ti sposeró“ (I’ll marry you). Auch wenn das Video nicht an das sensationelle Kampagnen-Video „It’s time“ aus Australien heran kommt (thinkoutsideyourbox.net berichtete), so ist es durchaus gelungen.

Das viereinhalb Minuten dauernde Video zeigt zwei homosexuelle Männer, die gemeinsam ihr Leben verbringen, an Demonstrationen für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen teilnehmen und letztlich den Bund fürs Leben schließen. Auf der Hochzeitsfeier schließlich verlobt sich dann auch noch ein lesbisches Paar.

Übrigens, der Song im Video stammt von Lorenzo Jovanotti Cherubini und heißt ebenfalls „I’ll Marry You“.

(Bild/Video: © arcigay.it)
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