Initiative „STOP! Hate Crime & Speech“ gegen LGBTI startet in Österreich

Zahlreiche Studien und Untersuchungen zeigen, dass viele LGBTI in Österreich bereits Opfer von homo- und transphober Gewalt, sei es physisch oder psychisch, wurden. Die Behörden erheben jedoch bis heute keine Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität. Eine Initiative will nun eine Plattform bieten, damit Hassverbrechen und Hassreden gemeldet werden können.

Im Jahr 2013 hat die „Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA)“ die Daten einer europaweiten Erhebung veröffentlicht, die großen Anlass zur Sorge machte, denn sie lieferte nackte Zahlen zu Hassreden und Hassverbrechen gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität.

Sie zeigte, wie weit verbreitet Angst aufgrund von Homophobie und Transphobie sind und dass über 25 % in den letzten Jahren Opfer von Gewalt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Orientierung wurden (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Trotz dieser alarmierenden Zahlen werden in Österreich noch immer keine Daten zu Hassverbrechen und Hassreden gegen LGBTI erhoben. Auch fehlt noch immer ein umfassender Diskriminierungsschutz („Levelling-Up“) und Schutz vor Hassreden.

50 % aller Gewaltverbrechen gegen LGBTI

Eine aktuelle Erhebung kommt ebenso zu Zahlen, die aufrütteln sollten und müssen. Demnach werden jährlich 5 % aller LGBTI Opfer von Gewalt. Damit ist das Risiko Opfer von einem Gewaltverbrechen zu werden, für LGBTI 10x höher als für die heterosexuelle Mehrheitsbevölkerung.

In Summe passieren jährlich rund 17.000 Gewaltverbrechen gegen LGBTI. Das sind 50 % aller im Jahr erfolgenden Körperverletzungen in Österreich.

Viele Opfer haben jedoch große Berührungsangste, sich an die zuständigen Sicherheitsbehörden zu wenden, da Sie Ablehnung und Erniedrigung fürchten bzw. wenig Vertrauen haben.

Dabei gibt es auch bei der Polizei Initiativen, mittels Sensiblisierungsmaßnahmen Verständnis zu schaffen und Berührungsängste abzubauen. Ein großes Danke geht da an die „Gay Cops Austria„, die hier wichtige Arbeit leisten.

Initiative will Meldeplattform bieten

Die Initiative „STOP! Hate Crime & Spech against LGBTIQ+ in Austria“, die vom Tiroler Verein „Verein Vielfalt“ gestartet wurde, will nun einen wichtigen Beitrag leisten, dass die (regierende) Politik und die Gesellschaft sich dem Problem der Homophobie und Transphobie stellt.

So können Betroffene oder auch ZeugInnen von Hassreden und -verbrechen diese bei der Initiative (anonym) melden. Auch will und wird die Initiative Aufklärung leisten, sensibilisieren, vernetzen, solidarisieren und Unterstützung bieten.

Außerdem werden die gesammelten Daten an ILGA Europe (European Region of the International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association) weitergegeben, damit diese dann gesammelt an OSCE/ODIHR (Office for democratic Institutions and Human Rights) für einen Jahresbericht weitergeleitet werden, um Übergriffe, die in Österreich gegen LGBTIQ+ stattfinden, sichtbarer zu machen, nachdem die Sicherheitsbehörden diese noch immer nicht erfassen.

Start der Initiative am 13. Mai 2017: Meldestelle bereits online

Der offizielle Start der Initiative findet am 13. Mai 2017 in Innsbruck statt, wo auch die Präsidentschaftskandidatin Dr. Irmgard Grins anwesend sein wird. Interessiere können sich für die Veranstaltung anmelden.

Wenn du einen Vorfall melden möchtest, so ist das natürlich bereits jetzt möglich. Dazu gibt es auf der Homepage ein entsprechendes Onlineformular.

Wichtig: wirst du Opfer oder Zeuge eines Hassverbrechens, dann wende dich immer sofort an die Sicherheitsbehörden! Diese sind zu deinem Schutz da!

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