IFES-Studie zeigt Wunsch von LGBT nach diskriminierungsfreier Pflege im Alter

(Originalbild: Frank M. Rafik -  BY-NC-SA 2.0 - Flickr)Die Studie „Wohnen, Pflege und Betreuung im Alter bei Homosexuellen und Transgender“ wurde von IFES, im Auftrag von „Sozial Global GmbH“ und „Wiener Sozialdienste“, erstellt und untersuchte die Wünsche und Erwartungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen zur Pflegesituation im Alter.

Das zentrale Ergebnis der Studie ist, dass Lesben, Schwule und Transgender-Personen kein eigenes Betreuungsangebot wünschen, sondern am liebsten zu Hause oder in für LGBTIQ-Themen sensiblen Pflegeeinrichtungen betreut werden wollen. Das vorrangige Ziel für eine adäquate Altersbetreuung ist laut Studie eine Struktur, die LGBTIQs integriert. Zudem ist an einem gesellschaftlichen Klima zu arbeiten, in dem alle ihre sexuelle Orientierung ohne Probleme thematisieren können. Die Nutzung des Angebots durch „auch andere“ Schwulen/Lesben/Transgender-Personen wird wesentlich stärker befürwortet (ca. 80 %), als eine ausschließliche Nutzung durch die Zielgruppe (ca. 20 %).

„Es wäre mir nicht wichtig, ja fast unangenehm, nur mit Schwulen und Lesben zu leben, aber der Einzige will man doch wieder nicht sein. Dieses Gefühl hatte man wohl bereits oft genug“,

lautete etwa ein Kommentar aus der Befragung. Worauf es in der Qualität der Betreuung ankommt, geht ebenfalls aus den Ergebnissen hervor: An vorderster Stelle soll die Pflege diskriminierungsfrei, respektvoll und wertschätzend sein.

Pflege: respektvoll und diskriminierungsfrei

Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely anlässlich der Ergebnisse der IFES-Studie „Wohnen, Betreuung und Pflege im Alter bei Lesben, Schwulen und Transgender-Personen“:

„Alle älteren und pflegebedürftigen Menschen in Wien sollen ein möglichst selbstbestimmtes und sicheres Leben führen können. Die Stadt Wien macht das durch ein maßgeschneidertes Pflege- und Betreuungsangebot möglich.“

Sandra Frauenberger, die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin:

„Homophobie und Transphobie sind leider immer noch Realität. Gerade in den Sozialberufen ist es notwendig, hier an der Sensibilisierung und Akzeptanz zu arbeiten. Auch im Alter dürfen Wienerinnen und Wiener keine negativen Erfahrungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität befürchten müssen. Daher setzen wir darauf, zukünftig verstärkt Pflegeeinrichtungen der Stadt auf die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Intersexuellen oder Transgender-Personen vorzubereiten.“

So hat beispielsweise die „Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt)“ ein Pilot-Seminar für das Pflegepersonal in Wien gestartet, um dabei Menschen und ihre Lebenserfahrung unter dem LGBT-Aspekt ernst zu nehmen und ihnen – ebenso wie der heterosexuellen Bevölkerung – ein Altern in Würde zu ermöglichen.

Über die Studie

Die Studie „Wohnen, Betreuung und Pflege im Alter bei Lesben, Schwulen und Transgender-Personen“ wurde von den Sozialdienstleistern „Sozial Global“ und „Wiener Sozialdienste“ in Auftrag gegeben und vom „Fonds Soziales Wien“ finanziert.

Ziel war, die Vorstellungen und Wünsche für das Leben und Wohnen im Alter von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in Wien zu erheben. Durchgeführt wurde sie vom Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut „IFES“. Insgesamt haben 1.140 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen daran teilgenommen

(Fotoausschnitt; Originalbild: Frank M. Rafik –  BY-NC-SA 2.0Flickr)
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