Homophobes Bollwerk bröckelt: VP-Minister Rupprechter für Adoptionsrecht für Lesben und Schwule

Eine der letzten großen homophoben Bollwerke in der Alpenrepublik bekommt immer mehr Risse. Einerseits versuchen die ewiggestrigen in der ÖVP mit immer ‚dümmlicheren‘ Aussagen gegen die längst überfällige Gleichstellung von LGBTs zu hetzen und auf der anderen Seite mehren sich die Stimmen, die im 21. Jahrhundert angekommen sind. Die jüngste Meldung stammt dabei vom streng-gläubigen ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter.

Die Liste der homophoben Entgleisungen bei der seit Jahrzehnten durchgehend regierenden ÖVP ist lange und hat sich auch unter dem aktuellen Bundesparteiobmann Michael Spindelegger weniger gebessert, verhindert doch auf her die längst überfällige Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen bislang erfolgreich (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Homophobes Bollwerk ÖVP bröckelt

Doch auch innerhalb der Partei, in der offensichtlich ein Richtungsstreit tobt, melden sich immer mehr Personen zu Wort, die sich eine liberalere ÖVP wünschen. Erst vor wenigen Tagen hat der ÖVP-Wien-Obmann Manfred Juraczka seiner Homophobie freien Lauf gelassen und davon gesprochen, dass Personen, die die völlige Gleichstellung von Lesben und Schwulen fordern „kein Hirn“ hätten (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Die Aussage von Juraczka zeigt, dass die Ewiggestrigen in einem Rückzugsgefecht sich befinden und mangels Argumenten mit Hetze reagieren. Andererseits melden sich immer mehr ÖVP-PolitikerInnen zu Wort, die eine Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen befürworten.

Aus diesem homophoben Rückzugsgefecht der ÖVP-VertreterInnen schert nun auch der Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter aus. Im Interview mit „derStandard“ erklärt er, dass er bei der Frage nach dem Adoptionsrecht für Lesben und Schwule offen dafür sei.

Landwirtschaftsminister Rupprechter: „Wo Kinder sich wohlfühlen ist Familie.

Adressiert an die GleichstellungsgegnerInnen, die häufig mit dem Kindeswohl (wider sämtlichen wissenschaftlichen Studien) oder auch öfters mit dem Glauben argumentieren, erklärt Rupprechter:

„Ich denke, es gibt gute Beispiele dafür, dass sich Kinder in homosexuellen Partnerschaften wohlfühlen können. Ich vertrete da eine sehr viel liberalere Anschauung, als man von einem tief verwurzelten Tiroler Katholiken annehmen möchte.“

Auch betonte Rupprechter, dass es kein Widerspruch sei, traditionelle Werte zu leben, denn dies könne auch in einem modernen Weltbild erfolgen. Er halte es, hier wie die (parteifreie) und von der ÖVP nominierten Familienministerin Sophie Karmesin, die ebenfalls das volle Adoptionsrecht für Lesben und Schwule befürwortet:

„Mir gefällt, was Familienministerin Sophie Karmasin gesagt hat: Wo Kinder sich wohlfühlen, ist Familie.“

In der parteiinternen Debatte über die Ausrichtung der Partei bei der Frage nach einem modernen Familien- und Adoptionsrecht erklärte Rupprechter:

„Die ÖVP muss sich in den angesprochenen Fragen in einer Debatte stellen, der ich aber mit großer Gelassenheit entgegensehe. Die Neuausrichtung der Partei ist in vollem Gange – und ich werde mich mit einem offenen Ansatz einbringen.“

Bleibt zu hoffen, dass die häufiger werdenden Aussagen von ÖVP-SpitzenpolitikerInnen, die die Gleichstellung von Lesben und Schwulen befürworten, kein Strohfeuer bleiben, sondern nachhaltig zu einer Öffnung der Partei beitragen.

Im Nationalrat gibt es bereits 3 Fraktionen, nämlich SPÖ, GRÜNE und NEOS, die die ÖVP bei der Gleichstellung von LGBTs an der Hand nehmen würden und mit der Volkspartei für gleiche Rechte für Alle, unabhängig der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität sorgen würden.

(Bild: BMLFUW/photonews.at)
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