‚Homo-Perverse‘: Homophober Pfarrer Karl Tropper darf wieder predigen

Der Pfarrer in der südsteirischen Gemeinde St. Veit am Vogau, Karl Tropper, der vor Ostern wiederholt gegen Homosexuelle und den Islam hetzte und dabei homosexuelle Menschen als ‚Homo-Gestörte‘ im Pfarrblatt bezeichnete, darf ab sofort wieder auf der Kanzel stehen und predigen. Das ausgesprochene Predigtverbot wurde von der Diözese aufgehoben. Als einzige Einschränkung wurde ihm ein Verbot über die Versendungen von Pfarrblättern auferlegt.

Karl Tropper, Pfarrer in der Gemeinde St. Veit am Vogau in der Südsteiermark ging in der Vergangenheit schon mehrfach aufgrund fragwürdiger und hetzerischer Aussagen durch die Medien. Ermahnungen durch Bischof Egon Kapellari. So hetzte Tropper im Jahr 2010 gegen Menschen, die aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten sind und setzte sie auf eine Stufe mit Kriegsverbrechern wie Hitler oder Stalin. 2011 wetterte er gegen den Islam und erklärte:

„Muslime kann man nicht integrieren“.

Weiters sagte er, dass

„Islam reiner Rassismus ist“.

Pfarrblatt: Homosexuelle sind „Homo-Gestörte“

Im Vorjahr schließlich war im Pfarrblatt zu lesen, dass Homosexualität eine Krankheit sei und im Alten Testament stehen würde, dass Homosexuelle „auszurotten“ seien. Schon 2012 drohte Kapellari mit „kirchenrechtlichen Konsequenzen„.

Vor Ostern schließlich erreichte die Hetze von Pfarrer Tropper die nächste Stufe – trotz der zahlreichen Ermahnungen durch seine Diözese. Im Pfarrblatt, das an viele Haushalte verschickt wurde, hetzte die Pfarre gegen Homosexuelle und stellte sie als „Homo-Perverse“ dar, die für die Verbreitung von HIV verantwortlich sind.

Außerdem hieß es in dem Blatt weiter, das eine Mischung aus verschiedenen zusammen gestellten Textstellen ist, die von fundemantalistischen Seiten wie „kreuz.net“ stammen können, dass es „erschreckend“ sei und einen

„Zusammenhang homosexueller Praktiken mit Kinderschändung“

geben würde.

Predigtverbot aufgehoben

Als Konsequenz für diese immer wieder ausfallenden und hetzerischen Aussagen des Pfarrers Tropper, belegte die Kirche kurz vor Osterren diesen mit einem Predigtverbot. Wenige Wochen später jedoch knickt die Diözse wieder ein und hebt das Predigtverbot wieder auf.

Damit darf Tropper ab sofort wieder von der Kanzel in der Kirche predigen. Von der Diözese wurde ihm jedoch eine Einschränkung auferlegt. So darf er bis zu seinem Pensionsantritt Ende August, keine Pfarrblätter mehr versenden. Schließlich wurden seine homophoben und diskriminierenden Aussagen bislang immer über diese verbreitet, wie eben auch:

„Homosexuelle sind gestört und pervers.“

Tropper wurde ob seiner Ausfälle bei der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Verhetzung zwei Mal angezeigt. Einmal von den Grazer „RosaLila PantherInnen“ und ein Mal von Kurt Zernig im Februar 2013. Die Erhebungen wurden jedoch eingestellt, weil Tropper nicht zu Gewalt aufgerufen habe.

(Bild: Peter Pikous – CC-BY-2.0 – Flickr)
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