Homo-Ehe-Verbot führt zu mehr Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben

Im November 2008 haben 52,3 % der KalifornierInnen für Proposition 8 gestimmt. Damit wurde Schwulen und Lesben die Eherechte wieder entzogen. Was mit den zuvor geschlossenen Homoehen passiert, ist bis heute noch nicht geklärt. Nun ist der oberste Gerichtshof am Zug. Eine Auswirkung hat diese Aufhebung und die zuvor medial geführte Hetzkampagne gegen Schwule und Lesben von klerikalen Fundamentalisten nach sich gezogen: Ein dramatischer Anstieg von „hate crimes“ gegen Homosexuelle.

Nachdem die Ehe im US-Bundesstaat Kalifornien im Mai 2008 mit 4 zu 3 Stimmen des obersten Gerichtshofes für homosexuelle Paare geöffnet wurde, da dieses Verbot den Gleichheitsgrundsatz verletze, wurden ab 16. Juni bis zu deren (vorläufigen) Abschaffung durch die Volksabstimmung im November letzten Jahres 18.000 Ehen von Schwule und Lesben geschlossen. Nach dieser Niederlage gingen umgehend die Homo-Ehe-Befüworter in die Offensive. Der oberste Gerichtshof wurde angerufen, um Proposition 8 als verfassungswidrig zu beurteilen, da dies eine Verfassungsänderung darstellen würde und nicht mit einfacher Mehrheit beschlossen werden könne.

Homo-Aktivist Stuart Milk (Neffe des vor 30 Jahren ermorderteten Bürgerrechtlers Harvey Milk) sagte kürzlich (via):

„Ein Zivilrecht wegzunehmen, das uns bereits zugesprochen wurde, ist ein krimineller Akt.“

Seit der medialen Hetzkampagne von klerikalen Kreisen im Zuge der Proposition 8 Abstimmung im November 2008, ist die Anzahl der Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben drastisch angestiegen.

Fast 60 % aller Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben

Der kalifornische County of Santa Clara hat nun erstmals Daten zu Hassverbrechen im Jahr 2008 veröffentlicht. Waren 2007 20 % aller Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben gerichtet, ist dieser Wert im Jahr 2008 während der Kampagne gegen die Homoehe auf fast 60 % hoch geschnellt (56 %).

Deputy District Attorney Jay Boyarsky sagt zu diesen Zahlen dem Onlineportal „Mercury News“ :

„My belief from having done this work for many years is that surges in types of hate incidents are linked to the headlines and controversies of the day. Marriage equality and Proposition 8 have been in the news, and we have seen an increase in gay-bashing.“

Politik muss für Gleichstellung sorgen

Österreichs Schwule und Lesben warten immer noch auf die ihnen zustehende Gleichstellung. Christlich fundamentale Kreise bringen sich schon seit Monaten in Österreich in Stellung und hetzen gegen Schwule und Lesben. Ebenso haben zahlreiche Vertreter der röm.kath. Kirche in letzter wieder gegen Schwule und Lesben gehetzt. Nun muss rasch eine vollständige Gleichstellung, entsprechende Maßnahmen gegen Homophobie geschaffen und ergriffen, sowie die Vertreter der Religionsgemeinschaften in ihre Schranken gewiesen werden.

Mal sehen, ob bzw. wann die ÖVP, die die Gleichstellung von Schwulen und Lesben erfolgreich verhindert verzögert, endlich erkennt, dass Schwule und Lesben die gleichen Rechte (und Pflichten) verdienen!

Übrigens – in Dänemark wurde heute das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare beschlossen.

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4 Kommentare

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  1. Michael 17 März, 2009 at 21:57

    In Kalifornien werden jetzt Unterschriften gesammelt zur Abschaffung der Ehe, was ich eine recht gute Idee finde: http://www.lifesitenews.com/ldn/2009/mar/09031109.html

    Fairerweise muss übrigens gesagt werden, dass die Homo-Ehe-Befürworter auch nicht immer ganz zimperlich sind, größtenteils Vandalismus gegenüber Kirchen und die aus der Veröffentlichung der Liste mit den Unterstützern von Prop. 8 resultierenden Verwicklungen.

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