Eingetragene Partnerschaft: 365 Verpartnerungen in Wien im 1. Jahr

Mit 1.1.2010 trat in Österreich das Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft in Kraft. Damit schuf Österreich erstmals einen Rechtsrahmen, der es Lesben und Schwule ermöglichte, ihre PartnerInnenschaft zu registrieren und bestimmte Rechte (und Pflichten) zu erhalten. Während österreichweit bis September 2010 599 Eingetragene Partnerschaften von Lesben und Schwule geschlossen wurden, liegen in Wien bereits die Daten für das gesamte Jahr 2010 vor. Demnach schlossen in Wien 365 homosexuell l(i)ebende Paare den Bund für’s Leben in der Bundeshauptstadt.

Am 4.1.2010, dem ersten Werktag nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Eingetragenen Partnerschaft am 1.1.2010, wurde in Österreich in Wien die erste Eingetragene Partnerschaft geschlossen. Österreichweit wurden bis September 2010 599 Eingetragene Partnerschaften geschlossen. Ca 2/3 davon waren homosexuelle Männer.

In Wien liegen bereits die Zahlen für das Gesamtjahr 2010 vor. Demnach entschieden sich in der Bundeshauptstadt 365 homosexuelle Paare ihre Liebe auch rechtlich eintragen zu lassen. Bereits am ersten Werktage, dem 4.1.2010, haben sich 4 homosexuelle Paare in Wien „getraut“. Von den insgesamt 365 homosexuellen Paaren, die diesen Schritt gewagt haben, sind 510 Männer und nur 220 Frauen. Damit wurden 70 % aller Eingetragenen Partnerschaften in Wien von homosexuellen Männern geschlossen.

Die Statistik zeigt auch, dass offenbar viele Lesben und Schwule – trotz zahlreicher Gemeinheiten im Partnerschaftsgesetz – auf die Möglichkeit der Verpartnerung gewartet haben. Im ersten Monat nach Einführung der „Homo-Ehe“ wurden 43 Eintragungen (März ebenfalls 43) in Wien verzeichnet,  gefolgt Wonne-Monat Mai mit 41. Im ersten Halbjahr 2010 wurden mit insgesamt 224  deutlich mehr PartnerInnenschaften eingetragen, als im zweiten Halbjahr (141).

Wien am Beliebtesten

Mit den vorgelegten Zahlen sind die Erwartungen bestätigt worden, wonach Wien einen großen Teil der Verpartnerungen von Lesben und Schwulen aufweisen wird. Immerhin ist es auch das mittlerweile rot-grün regierte Wien, das Lesben und Schwulen jene Würde gibt, die der Gesetzgeber nicht „selbstverständlich“ zugestanden hat. In vielen Regionen Österreichs sind Lesben und Schwule in die Bezirksverwaltungsbehörden „abgeschoben“ und Feierlichkeiten sind gleich gar nicht gestattet.

In Wien dagegen wurden die Standesämter, sowie die Festräume der Amtshäuser geöffnet. Auch können Lesben und Schwule an zahlreichen „Traumhochzeitsorten“ in ganz Wien eine Zeremonie samt der feierlichen Übergabe des Partnerschaftsdokuments abhalten.

So entschieden sich auch 77 Paare für eine feierliche Verpartnerung in einem würdevollen Rahmen in den Trauungsälen der Standesämter oder in den Festsälen der Amtshäuser. Immerhin 18 Paare wählten eine der 40 zur Auswahl stehenden Traumlocations in ganz Wien. Außerdem haben 80 Personen, die in Wien die Eingetragene Partnerschaft eingegangen sind, in Wien keinen Wohnsitz.

Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) zu den vorgelegten Zahlen:

„Die Statistik zeigt: Das Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft war ein längst fälliger Schritt, auf den viele Menschen gewartet haben. Dennoch hat da Gesetz seine Mängel, weil es die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare in einigen Bereichen – etwa beim Namens- oder Adoptionsrecht – fortschreibt. Politisches Ziel bleibt daher die vollkommene Gleichstellung gleichgeshlechtlicher PartnerInnenschaft mit der Ehe.“

Richtig, Frau Frauenberger. Es war aber auch die SPÖ, die dieses Gesetz mitbeschlossen hat. Aber die Forderung ist wichtig und richtig. Demnächst wird die SPÖ auf Bundesebene wieder Stellung beziehen können und müssen. Planen die Grünen doch entsprechende Initiativen im Parlament. Hier wird sich dann zeigen, ob es nur Lippenbekentnisse sind, oder die SPÖ sich ihrer Verantwortung einer ganzen Bevölkerungsgruppe bewusst wird und Stellung bezieht. Das seit kurzem rot-grün regierte Wien fordert jedenfalls bereits die entsprechende gesellschaftspolitische Veränderung in Österreich: Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule

(Bild: Flickr – Anthony KellyCC-BY-2.0)
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