Gewalt bei CSD in Kroatien: Zehntausend greifen Parade an!

Heute wurde in der kroatischen Hafenstadt Split die erste Christopher-Street-Day-Parade abgehalten. Anstatt einem farbenfrohen und friedlichen Eintreten für die Rechte und Anliegen von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen, endete die Demonstration im Chaos. Laut Medienberichten griffen zehntausend GegendemonstratantInnen die ParadenteilnehmerInnen an und erzwangen so einen Abbruch der Kundgebung.

In der Adriastadt Split wollten heute kroatische Lesben, Schwule und Transgender-Personen gegen die bestehenden Diskriminierungen und gesellschaftlichen Vorurteile aufmerksam machen und mit einer bunten Demonstration für ihre Rechte kämpfen. Und so zogen bei der ersten Christopher-Street-Day-Parade 300 Personen durch die Stadt. Ihnen gegenüber standen jedoch laut Angaben an die zehntausend – vielfach gewaltbereite – GegendemonstrantInnen.

Steine, Feuerwerkskörper, Flaschen gegen Lesben und Schwule

In einem blinden Anflug von Intoleranz und Hass gegen Menschen, die einzig und allein das Recht einfordern, jene Person lieben zu dürfen, in die mensch sich verliebt hat, griffen die DemonstrantInnen die ParadenteilnehmerInnen an. Ausgerüstet mit Steinen, Feuerwerkskörpern, Eiern, Gläsern und Flaschen versuchten die GegendemonstrantInnen die ParadenteilnehmerInnen zu verletzen. Auch wurde offenbar zum Tod aufgerufen, denn nicht anders sind Slogans wie „Bringt die Homos um!“ zu deuten, die die Menge immer wieder gerufen hat.

Die Polizei versuchte die AngreiferInnen mit Absperrgittern und Tränengas auf Distanz zu dem ParadenteilnehmerInnen zu halten. Insgesamt nahm die Polizei 300 GegendemonstrantInnen fest. Fünf Personen wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Aufgrund der massiven Gewalt der GegendemonstrantInnen musste die Parade schließlich abgebrochen werden und die Polizei setzte laut Berichten alles daran, die ParadenteilnehmerInnen möglichst rasch in Sicherheit zu bringen.

Was bleibt? Ein Staat, der demnächst in die EU aufgenommen werden soll, sich jedoch in keinster Weise EU-tauglich präsentiert. Lesben, Schwule und Transgender-Personen haben noch einen weiten Weg vor sich, bis in breiten Bevölkerungsschichen ein gewisses Maß an Aufklärung, Toleranz und Akzeptanz vorhanden sind. Es ist eine Schande, mit welchem Hass Menschen anderen Menschen gegenüber auftreten, obwohl diese nur ein Recht haben möchten: Lieben zu dürfen, wenn er/sie will.

(Bild: Flickr – k763 – CC-BY-2.0)
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6 Comments
  1. […] 10.000 GegendemonstrantInnen erzwangen gestern einen Abbruch der Gay Pride in der Adriastadt Split, da diese die ParadenteilnehmerInnen mit Steinen, Feuerwerkskörpern, Eiern, Gläsern und Flaschen angriffen. Hunderte gewaltbereite und -tätige GegendemonstrantInnen wurden von der Polizei (vorläufig) festgenommen. […]

  2. Marlene says

    Den Teilnehmern gebührt Respekt. Ich bin völlig fassungslos mit welchem Hass hier Menschen begegnet wird. Und so ein Land soll in die EU aufgenommen werden?

  3. thinkoutsideyourbox.net says

    Richtig. Für mich sind die TeilnehmerInnen HeldInnen. Dafür, dass sie sich den homophoben und gewaltbereiten Vollpfosten gestellt haben. Hier mein heutiger Beitrag dazu.

  4. […] Das offizielle Kroatien ist mit den Nachwehen des menschenrechtlichen Skandals bei der gestrigen Split Pride beschäftigt. Die Polizei konnte Lesben, Schwule und Transgender-Personen – die als HeldInnen […]

  5. […] 10.000 (gewaltbereite) GegendemonstrantInnen bei Split Pride 2011 […]

  6. […] Die Bilder der Gewaltexzesse auf die friedlichen TeilnehmerInnen der “Split Pride” sind in trauriger Erinnerung und ein Mahnmal für die in Kroatien noch immer weit verbreitete Intoleranz, Homo- und Transphobie. 2011 sorgten zehntausende Homophobe mit ihren gewalttätigen Übergriffen und einer heillos überforderten Polizei für einen Abbruch des CSDs (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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