Fundi-Portal kreuz.net offline

Nachdem nach dem Ableben des deutschen Entertainers auf kreuz.net ein weiterer homophober Hetzartikel online ging, ist das Fass endgültig übergelaufen und es wurde die Initiative ‚Stoppt kreuz.net‘ gestartet, samt ‚Kopfgeld‘ für Hinweise, die die Hintermänner/-frauen aufdecken. Auch ermitteln mittlerweile deutsche und österreichische Behörden. Seit gestern Abend ist das Hetzportal kreuz.net (wieder) offline. David Berger, Koordinator der Initiative ‚Stoppt kreuz.net‘ warnt vor verfrühter Freude.

Seit dem Jahr 2008 verbreitet das selbsternannte „katholische Nachrichten“-Portal „kreuz.net“ gegen Andersgläubige, Homosexuelle und verbreitet als rechtsextrem einzustufende, antisemitische und homophobe Inhalte.

Nach einem neuerlichen homophoben Erguss nach dem Ableben des deutschen Entertainers Dirk Bach gründete der „Bruno Gmünder Verlag“ im Oktober die Initiative „Stoppt kreuz.net“ und setzte ein „Kopfgeld“ für Hinweise auf die Hintermänner/-frauen des Hetzportals aus (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Kurz darauf erstattete der deutsche „Lesben und Schwulenverband (LSVD) Strafanzeige wegen Volksverhetzung (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

In den vergangenen Wochen wurden immer mehr Details bekannt und die Initiative verkündete, dass hinter „kreuz.net“ Mitarbeiter aus höchsten Kirchenkreisen stehen dürften (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Alle eingelangten Hinweise wurden gesammelt, ausgewertet und den Behörden übergeben. Aktuell laufend Ermittlungsverfahren bei den Staatsanwaltschaften in Frankfurt/Main, Köln, Berlin und Wien.

kreuz.net seit gestern offline – David Berger warnt noch

Nun ist die Hetzseite, deren Betreiber sich auf ausländischen Servern verstecken und so bislang für die Behörden (bislang) nicht greifbar waren, offline. Will mensch die Seite aktuell aufrufen, kommt die Meldung, dass der Server nicht gefunden wurde.

David Berger, Koordinator der der Initiative und Theologe warnte jedoch vor verfrühter Freude in einer ersten Stellungnahme:

„Nicht zu früh jubeln!“

In der Vergangenheit haben die anonymen Betreiber mehrmals die Server gewechselt, wodurch diese vorübergehend nicht online war. Weiters dürfte die Seite auf verschiedenen Servern gespiegelt sein, um jederzeit auf Ermittlungsergebnisse reagieren und ihre Identitäten verstecken zu können.

Genaue Gründe, warum die Seite aktuell nicht erreichbar ist, sind derzeit noch nicht bekannt. Bleibt zu hoffen, dass diese Hetzseite endgültig Geschichte ist. Leider ist die Hoffnung (noch) gering…

LSVD erfreut und optimitisch

Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD):

„Nach den unsäglichen Artikeln von kreuz.net über Dirk Bach nach dessen plötzlichem Tod hat sich eine Protestwelle weit über die Community hinaus formiert und eine breite Öffentlichkeit gegen kreuz.net protestiert. Endlich wurde auch unsere Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen die Macher von kreuz.net von Seiten der Staatsanwaltschaft ernst genommen. Gleichzeitig hat der Bruno-Gmünder-Verlag zusammen mit David Berger die Kampagne „STOPPT KREUZNET“ gestartet und eine Belohnung für die Ermittlung der Macher von kreuz.net ausgelobt.

Das hat viele veranlasst, uns und der Aktion „STOPPT KREUZNET“ Hinweise auf Leute zu übermitteln, die bei kreuz.net Artikel veröffentlicht haben. Dadurch konnte aufgedeckt werden, dass auch – wie schon lange vermutet – katholische Priester über Jahre hinweg bei kreuz.net mit gearbeitet haben. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte zwar angekündigt, dass sie gegen Geistliche einschreiten werde, die auf kreuz.net veröffentlichen. Aber das war offensichtlich nicht ernst gemeint. Jedenfalls hat sich Kardinal Lehmann damit begnügt, einem Pfarrer aus seinem Bistum zu verzeihen, der seine jahrelange Mitarbeit bei kreuz.net nach anfänglichem Leugnen schließlich eingeräumt und als „Fehler bekannt hat“.

Daraufhin haben wir von der Katholischen Bischofskonferenz gefordert, dass sie allen katholischen Pfarrern, Ordensangehörigen und Beschäftigten in katholischen Einrichtungen ausdrücklich verbietet, bei dem „Hassportal“ kreuz.net mitzuarbeiten oder dort Beiträge zu veröffentlichen und dass sie für den Fall der Zuwiderhandlung Disziplinarmaßnahmen androhen soll. Wir nehmen an, dass die Verantwortlichen der Katholischen Kirche deshalb die Macher von kreuz.net aufgefordert haben, die Seite vom Netz zu nehmen.

Das ist einerseits erfreulich, bestätigt aber andererseits unsere Vermutung, dass die Katholische Kirche tatsächlich Einfluss auf die Macher von kreuz.net hat und dass sie das Hassportal jahrelang (wohlwollend?) geduldet hat.

Wir werden sehr aufmerksam beobachten, ob dies nur ein taktischer Schachzug des Hetzportals ist, und es an anderer Stelle – möglicherweise im neuen Gewand – wieder auftaucht.“

kreuz.net mit mehreren „Serverumzügen“ in der Vergangenheit

Möglicherweise findet aktuell auch wieder einer der zahlreichen „Serverumzüge“ statt, da in den vergangenen Tagen Medien über Erfolge der Ermittlungen berichtet haben, noch bevor die Justiz effektiv tätig werden konnte.

Bereits im Oktober war das Portal „kreuz.net“ nach einer Denial-of-Service-Attacke (DDoS) teilweise offline und immer wieder nicht zu erreichen.

(Bild: Screenshot kreuz.net am 02.12.2012 um 13:00 Uhr)
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2 Comments
  1. […] das Anfang Dezember 2012 dank der Initiative “Stoppt kreuz.net” offline ging (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und in Deutschland als verfassungsfeindlich eingestuft wurde. Laut der Initiative standen hinter […]

  2. […] Über Jahre hinweg verbreitete das selbsternannte “katholische Nachrichten”-Portal “kreuz.net” gegen Andersgläubige, Homosexuelle häufig als rechtsextrem einzustufende, antisemitische und homophobe Inhalte. Im Dezember ging das Portal offline, nachdem die Initiative “Stoppt kreuz.net” gegründet und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet wurde (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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