Frankreich: Schwuler Bürgermeister erhält Drohbrief mit Patronenhülsen

Frankreich hat im April die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet – trotz heftigster und zum Teil gewalttätigen Protesten von GleichstellungsgegnerInnen. Nun wurde dem offen schwulen Bürgermeister Thierry Speitel des elsässischen Sigolsheim per Brief eine Morddrohung mit zwei leeren Patronenhülsen übermittelt.

Im April hat nach monatelangen Debatten und gegen den Widerstand der Kirche und mehrheitlich der konservativen Oppositionspartei UMP die Nationalversammlung in der finalen Abstimmung die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare verabschiedet (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Im Vorfeld protestierten GleichstellungsgegnerInnen heftigst gegen die Öffnung der Ehe, wobei es immer wieder zu teils massiven gewalttätigen Übergriffen gekommen ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und auch Homosexuelle wurden vermehrt Opfer homophober Gewaltakte (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Todesdrohung gegen schwulen Bürgermeister

Nachdem es sogar in der Nationalversammlung zu gewalttätigen Tumulte durch die konservative UMP gekommen ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und die GleichstellungsgegnerInnen für ein Klima des Hasses gesorgt haben, hat sich nun eine erneute Drohung ereignet.

Thierry Speitel, offen schwuler Bürgermeister der Kleinstadt Sigolsheim nahe der deutschen Grenze, hat am 2. Mai einen Drohbrief erhalten, wo ihm und Homosexuellen Gewalt angedroht wird. Als „Beweis“ für die mögliche Gewalt wurden dem Brief zwei leere Patronenhülsen beigelegt.

Außerdem wurde dem Schreiben ein Auszug aus dem Interview in der Lokalzeitung „Derniers Nouvelles d’Alsace“ beigelegt, wo Speitel über seine Homosexualität, seine Pläne mit seinem Partner und der Überlegung nach der Ehe-Öffnung eine Familie zu gründen, spricht. Nebem dem Artikel fanden sich homophobe Beleidigungen.

Der Bürgermeister der 1.200 Seelen Gemeinde hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Mehrere Drohungen gegen PolitikerInnen, die Ehe-Öffnung unterstützen

Der Präsident der Nationalversammlung, Claude Bartolone hat im April einen Drohbrief erhalten, wo ihm von einer Gruppierung mit dem Namen “Interaktion der Ordnungskräfte” gedroht wird. Der Brief war mit Schießpulver gefüllt (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Bereits zuvor waren die zwei sozialistischen Abgeordneten, Sylviane Bulteau und Hugues Fourage wegen deren Unterstützung zum Gesetzesntwurf mit Gewalt und Entführung bedroht worden. Im März erhielt weiters ein Richter und mehrere JounralistInnen Drohungen von der Gruppierung “Interaktion der Ordnungskräfte”.

 (Bild: perpetualplum – CC-BY-2.0 – Flickr)
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