FPÖ: Schwule und Lesben ein Randproblem

Am Donnerstag wurde zum ersten Mal der „meritus“-Award an Unternehmen verliehen, die sich für die Gleichstellung und Beendigung der Diskriminierung Schwulen und Lesben einsetzen. Die Preisträger waren „IBM“ und „euqalizent“. Gabriele Henisch-Hosek (SPÖ), Bundesministerin für Frauen und Gleichstellung, trat dafür ein, dass der Öffentliche Dienst hier eine Vorbildfunktion einnehmen müsse und jede Art von Diskriminierung umgehend beendet und Vorurteile beseitigt gehören. Die FPÖ sieht dies in ihrer diskriminierenden und populistischen Art natürlich wieder anders. Für sie sind Schwule und Lesben offensichtlich eine zu vernachlässigende Randgruppe.

Werner Herbert vom Freiheitlichen Parlamentsklub nahm sich diese Aussagen und dazugehörige Presseaussendung von Ministerin Heinisch-Hosek und die Verleihung des „meritus„-Award zum Anlass, eine Presseaussendung zu verschicken. Darin heißt es (Markierungen von thinkoutsideyourbox.net):

„Es gibt im Öffentlichen Dienst wirklich wichtigere Probleme, als sich um die Befindlichkeiten einzelner hinsichtlich deren sexueller Orientierung zu kümmern. (…) Gesetzliche Normen, wie jene des Gleichstellungsgesetztes, sind natürlich entsprechend umzusetzen. Das aber als Problem in den Mittelpunkt zu rücken ist weder angebracht noch spiegelt es die tatsächlichen Herausforderungen im Öffentlichen Dienst wider. Bundesministerin Heinisch-Hosek soll sich daher um die wahren Probleme der Öffentlich Bediensteten – wie beispielsweise die berechtigte Sorge hinsichtlich der von Bundeskanzler Faymann angekündigten Planstellenkürzungen – kümmern anstatt Randprobleme überzubewerten.“

Typisches Niveau einer FPÖ-Presseaussendung. Es handelt sich nicht um Befindlichkeiten, sondern es geht um Diskriminierungsfälle, Ausgrenzungen und Vorurteile, die den Wert und die Würde des einzelnen Menschen schmälern.

Gerade weil Schwule und Lesben eben nur 5 – 10 % der Bevölkerung darstellen, kann es nicht sein, dass die Probleme vor denen sie stehen, nicht beachtet werden. Dank des Gleichbehandlungsgesetzes darf allen Menschen, unabhängig ihres Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung keine Diskriminierung erfahren. Die Tätigkeitsberichte der Gleichbehandlungsanwaltschaft und der Gleichbehandlungskommission zeigen, dass Menschen aufgrund einer (oder mehrerer) der vorhin angeführten Diversitätsmerkmale Diskriminierungen, Mobbying oder Vorurteile erfahren und dagegen entsprechend vorgehen, um ihre Rechte zu schützen und zu wahren.

Insofern muss die Ministerin dafür Sorge tragen, dass im Öffentlichen Dienst, diese Gesetzgebung geachtet und entsprechende Initiativen und Maßnahmen gesetzt werden, damit das Gesetz (theoretisch) durch die Erreichung des Idealtypes der Gleichstellung und der Beseitigung von Vorurteilen nicht mehr notwendig wäre, bzw. Menschen unabhängiger ihrer Diversitätsmerkmale gleiche Chancen und Möglichkeiten erfahren. Da diese Situation leider nicht gegeben ist, und wohl auch noch länger nicht sein wird, muss alles unternommen werden, um dies zu ändern und Diskriminierungen und Benachteiligungen zu beenden sowie Vorurteile zu beseitigen.

Dass die FPÖ für Schwule und Lesben nichts übrig hat bzw. diese als Menschen zweiter Klasse abqualifiziert, ist leider hingänglich bekannt. War es doch HC Strache, der letztes Jahr meinte, dass Homosexualität eine Krankheit ist oder sich klar gegen die rechtliche Gleichstellung (Eingetragene LebenspartnerInnenschaft) ausspricht.

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2 Kommentare

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  1. Stauni 22 März, 2009 at 11:15

    Ich bin sicherlich kein Freund von Strache. Diese Tatsache kann man auch aus diversen Beiträgen. dem Onlinemagazin „ERSTAUNLICH“ unter http://www.erstaunlich.at entnehmen.
    Allerdings fällt mir seitens der GRÜNEN immer wieder auf, wenn jemand mit Homosexualität nicht wirklich was anzufangen weiß, dieser sofort den Stempel eines Diskriminierers aufgedrückt bekommt.
    Gott sei Dank haben wir in einer Demokratie das Recht, unsere freie Meinung zu sagen oder zu publizieren. Das sollte sich vielleicht auch so mancher GRÜNER vor Augen führen.
    MfG
    Stauni

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