FPÖ: Regenbogenfamilien „gefährden gesunde Entwicklung des Kindes“

Die FPÖ hetzt erneut gegen Lesben und Schwule und deren berechtigte Forderungen nach der längst überfälligen völligen Gleichstellung. Anlass ist die Ankündigung von Sandra Frauenberger und Jennifer Kickert, dass das rot-grüne Wien, im Wiener Landtag einen Resolutionsantrag an die Bundesregierung beschließen wird, der die Bundesregierung auffordern wird, bestehende Diskriminierungen zu beenden. Fern jeglicher Sachlichkeit und wider wissenschaftlicher Fakten nimmt dies der FPÖ-Jugendsprecher und Landtagsabgeordnete Dominik Nepp zum Anlass, gegen Lesben und Schwule zu hetzen.

Die FPÖ zeigt erneut ihr weltfremdes, familienfeindliches und diskriminierendes Gesellschaftsbild. Anstatt sich endlich mit wissenschaftlichen Studien zu befassen und Sachpolitik zu betreiben, wird erneut auf Kosten einer ganzen Bevölkerungsgruppe in den Schmutzkübel gegriffen.

Anlässlich der Ankündigung, dass das rot-grün regierte Wien mittels eines Resolutionsantrages die SPÖ-ÖVP-Bundesregierung auffordern möchte, die Diskriminierung von Lesben und Schwulen endlich zu beseitigen und der gesellschaftspolitischen Realität auch in einer entsprechenden Gesetzgebung Rechnung zu tragen (thinkoutsideyourbox.net berichtete), reitet die FPÖ erneut diskriminierende Attacken gegen Lesben und Schwule.

FPÖ-Nepp: Regenbogenfamilien „gefährden gesunde Entwicklung des Kindes“

So erdreistet sich der FPÖ-Jugendsprecher Nepp wider aller wissenschaftlicher Studien und täglicher Realität, zu behaupten, dass Kinder eine Schaden davon tragen würden, wenn sie von zwei Frauen oder von zwei Männern erzogen werden und ihnen Werte beigebracht werden. In einer Aussendung nennt er den Wunsch, dass Regenbogenfamilien endlich auch als Familien rechtlich anerkannt werden, alsegoistisch“ von Lesben und Schwulen.

Weiters heißt es es:

„Wie es den Kleinen dabei geht, wenn sie mit zwei Mamas oder zwei Papas konfrontiert sind, ist offenbar egal. Das gefährdet die gesunde Entwicklung.“

Dass die FPÖ keine Partei der Zukunftsorientierung ist, zeigt sich auch in der weiteren Aussage, denn noch realitätsferner kann sich Nepp nicht verhalten. So meint er (und somit die FPÖ):

„Eine Familie besteht im Idealfull nun einmal aus Mutter, Vater und Kindern. Mann muss die Ideale fördern, nicht irgendwelche abstrusen anderen Zusammensetzungen.“

Damit beleidigt er nicht nur alle Lesben und Schwulen, die Kindern in Regenbogenfamilien ein liebevolles und geborgenes Heim bieten. Nein, er beleidigt auch alle anderen Formen von Familien, wie sie heutzutage gang und gäbe sind. Denn offensichtlich sind auch Patchworkfamilien oder alleinerziehende Väter und Mütter eine „abstruse“ und nicht förderungswürdige Familienform. Anders kann diese Aussage nicht interpretiert werden.

FPÖ ist ein ideologischer Irrläufer

Mit der neuerlichen diskriminierenden und menschenverachtenden Hetze gegen Lesben und Schwule legt die FPÖ einen weiteren Beweis dar, dass sie von der Materie Familie, Gesellschaftspolitik, gesellschaftlicher Realität und dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnissen offenbar genau keine Ahnung hat. Die FPÖ wäre einmal gut beraten, fern jeglicher ideologischer Scheuklappen, sich mit wissenschaftlicher Materie und mit zahlreichen Studien zu befassen. Und zwar belegen sämtliche Studien (thinkoutsideyourbox.net berichtete), die sich mit der Situation von Regenbogenfamilien befassen, dass Kinder in dieser Familienform genauso gut zu Erwachsenen werden, wie in klassischen Familienmodellen. Teilweise zeigen sie sogar mehr Empathie gegenüber anderen Menschen und mehr Toleranz.

Aber gerne wird der FPÖ erneut Nachhilfe erteilt:

  • Kinder brauchen Vater und Mutter: Widerlegt, denn Familie ist, wo Kinder sind
  • Kinder können nur in traditionellen Familien “gesund” groß werden: Widerlegt.

Doch, dass sich die FPÖ jemals sachlich mit der Materie beschäftigen wird, ist sehr stark zu bezweifeln. Zu ausgeprägt ist ihre „Paranoia“ vor Lesben und Schwulen, dass diese Kinder erziehen könnten. Möglicherweise ist genau das auch der Grund, warum die FPÖ dermaßen gegen Lesben und Schwule und ihre Gleichstellungsbestrebungen wettert. Sieht sie vielleicht Menschen, die tolerant und weltoffen sind, gar als Gefahr für ihre Parteizukunft? Denn wer sich sachlich und mit Fakten belegt informiert, wird erkennen, dass die FPÖ keine tauglichen Lösungsansätze hat. Deren konstruierten Bedrohungsszenarien würden wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Aber solange das nicht passiert, betreibt sie populistische, beleidigende und verletzende Politik auf Kosten von Minderheiten.

(Bild: Flickr – Michael Pollak – CC-BY-2.0)
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4 Comments
  1. […] Dieser Entscheid des VfGH ist eine klare Niederlage für die reaktionären Geister der ÖVP und auch der FPÖ. Beide Parteien wehren sich nach Kräften und sprechen Lesben und Schwule ihre ihnen zustehenden gleichen Rechte ab (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Beide Parteien argumentieren mit einer beinahe schon an Paranoia grenzenden Angst für Lesben und Schwule (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

  2. […] nicht, und die FPÖ – für die Regenbogenfamilien eine Gefahr für das Kind sein können (thinkoutsideyourbox.net berichtete) ganz sicher nicht […]

  3. […] November 2011: Regenbogenfamilien “gefährden gesunde Entwicklung des Kindes” […]

  4. […] FPÖ behauptet: Regenbogenfamilien “gefährden gesunde Entwicklung des Kindes” […]

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