FPÖ-Mölzers „Zur Zeit“ hetzt erneut gegen Lesben und Schwule

Die Rechtspopulisten können es nicht lassen! Erneut kommt aus der rechten politischen Ecke Hetze und Intoleranz. Erneut ist es die vom FPÖ-Abgeordneten zum Europäischen Parlament Andreas Mölzer herausgegebene Zeitschrift „Zur Zeit“, die Hetzkeule gegen Lesben und Schwule und deren Aufbegehren nach mehr Rechten, gegen Intoleranz und Vorurteilen. Anlass ist die angekündigte Demo in Berlin gegen das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI, anlässlich des Deutschland-Besuchs, der sich in der Vergangenheit mehrfach offen homophob, intolerant und hetzerisch äußerte.

Am 22. September kommt Papst Benedikt XVI in die deutsche Hauptstadt Berlin. Nachdem die römisch-katholische Kirche gesellschaftspolitisch scheinbar im vorvorigen Jahrhundert stecken geblieben ist und gegen alles und jeden wettert, die sich für eine offene und liberale Gesellschaft einsetzt, regt sich Widerstand.

50 Organisationen, Vereine und Einzelpersonen haben sich zum „Bündnis gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes“ zusammengeschlossen und  wollen die Ewiggestrigkeit und die intolerante Politik der römisch-katholischen Kirche nicht länger hinnehmen. Sie haben sich zusammen geschlossen, um gegen den Papst und die römisch-katholische Kirche zu protestieren. Diesen Widerstand der Zivilgesellschaft nimmt die Wochenzeitung „Zur Zeit“ in der aktuellen Ausgabe (Nr. 35/2011), herausgegeben von den FPÖ-Politikern Hilmar Kabas und Andreas Mölzer, zum Anlass, um erneut in der Rubrik „Roter Faden“ gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe zu hetzen und sie mit Schimpfwörtern zu bezeichnen.

„Zur Zeit“: Papst wird „warmes Lüftchen“ entgegen wehen

Der Autor oder die Autorin, welche im online verfügbaren Artikel nur mit den Initialen zeichnet, greift in die unterste Schublade der Diskussion. So wird davon gesprochen, dass dem Papst (Hervorhebungen im Original)

„dem Oberhaupt der Katholischen Kirche bei seinem Deutschlandbesuch ein – nicht nur der sommerlichen Jahreszeit geschuldetes – warmes Lüftchen entgegenwehen dürfte“.

Damit bedient sich Mölzers-Blatt dem plumpen Boulevard, der Stereotypisierung einer ganzen Bevölkerunsgruppe und beleidigt diese auf niveauloseste Art und Weise. Es ist für das Niveau der rechtspopulistischen Partei FPÖ, wenn mangels Fakten, auf ein derart unterirdisches Niveau zurückgegriffen werden muss – wohl auch in Anbetracht der Tatsache, dass es sachlich kein haltbares Argument mehr gibt, Lesben und Schwulen die völlige Gleichstellung vorzuenthalten.

Fehlen also die Fakten und sachliche Argumente greift die FPÖ in die Schubladen der Hetze, um von der Haltlosigkeit  der vorgebrachten Aussagen abzulenken. Auch wird erneut die drohende „Homosexualisierung“ der Gesellschaft beschworen, was sachlich betrachtet schlichter Humbug ist. Niemand wird homosexuell, nur weil Lesben und Schwule sich gegen Homophobie, Intoleranz wehren und für Akzeptanz und Toleranz kämpfen. Eine ganze Bevölkerungsgruppe hat das recht, ohne Einschränkungen auch öffentlich ihre Liebe zeigen zu dürfen, wie dies bei heterosexuellen Paaren der Fall ist.

„Zur Zeit“ erhält jährlich tausende Euro Presseförderung

Die Wochenzeitung „Zur Zeit“ hat schon in der Vergangenheit mehrfach gegen Lesben und Schwule gehetzt und in die unterste Schublade der Diskussion gegriffen. Erst im Jänner lästerte das Mölzer Blatt gegen Lesben und Schule, als ein deutscher CDU-Politiker homosexuellen Menschen absprach, überhaupt eine Familie sein zu können. (thinkoutsideyourbox.net berichtete)

Noch viel weiter ging die Wochenzeitung, als im Sommer 2010 ein Artikel publiziert wurde, wo man sich darüber „echauffierte“, dass „Wien Tourismus“ einen eigenen City-Guide für lesBiSchwule TouristInnen anbietet. Hier wurden Homosexuelle als „Perverse“ bezeichnet. (thinkoutsideyourbox.net berichtete)

Diese homophoben Ergüsse verwundern nicht – kämpft die FPÖ doch gegen die Rechte von Lesben und Schwule und agiert vielfach offen homophob.

Es kann nicht erwartet werden, dass die PolitikerInnen der FPÖ auch nur ansatzweise im 21. Jahrhundert ankommen, ihre ideologische Hetze gegen Lesben und Schwule beenden werden und somit weiter für ein Klima der Intoleranz und Vorurteilen sorgen.

Hierbei ist es dann umso trauriger, dass eine Wochenzeitung, die eine ganze Bevölkerungsgruppe beleidigt und ihnen die Gleichstellung und gleichen Rechte absprechen will, auch noch vom Staat Österreich eine Presseförderung nach Abschnitt II PresseFG 2004 erhält. So waren dies im Jahr 2010 ein Betrag in Höhe von 46.830,90 Euro oder ein Jahr zuvor 46.354,50 Euro, wie dies die Berichte der KommAustria (Kommunikationsbehörde Austria) zeigen.

(Bild: Flickr – Michael Pollak – CC-BY-2.0)

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