England und Wales: Unterhaus sagt endgültig ‚I do‘ zu Ehe-Öffnung

Das britische Unterhaus hat in den vergangenen zwei Tagen über den Gesetzesentwurf zur von Premierminister David Cameron geplanten Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare beraten und am Dienstag in der dritten und finalen Lesung darüber abgestimmt. Trotz Aufstand von konservativen Abgeordneten von Camerons Torys stimmte schließlich eine große Mehrheit für den Gesetzesentwurf, der nun an das Oberhaus weitergereicht wird.

Glaubensgemeinschaften wie die „Church of England, die katholische Kirche oder auch die islamische Glaubensgemeinschaft in England erhoben zuletzt immer vehementer die Stimme gegen die geplante Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule und auch innerhalb der konservativen Partei von Premierminister David Cameron kämpften zahlreiche Abgeordnete gegen die Gesetzesänderung, doch letztlich haben im Unterhaus die liberalen Kräfte mit großer Mehrheit gesiegt, die die gleichen Eherechte auch für Lesben und Schwule befürworten.

Ehe-Öffnung mit großer Mehrheit angenommen

Montag und Dienstag hat das britische Unterhaus (House of Commons) über den Gesetzesentwurf zur Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare beraten und in der dritten Lesung am Dienstag abgestimmt. Am Montag bestand die Gefahr, dass der Gesetzesentwurf auf die lange Bank geschoben wird, da die Forderung aufgekommen ist, die derzeit für gleichgeschlechtliche Paare mögliche Schließung von Eingetragenen Partnerschaften für heterosexuelle Paare zu öffnen.

Eine Vereinbarung mit dem Koalitionspartner der Torys, den Liberaldemokraten, sicherte eine dritte Lesung am Dienstag und die entsprechende Abstimmung, da auch die oppositionelle Labour-Partei nicht für den Zusatzantrag von konservativen Abgeordneten stimmte, obwohl diese Möglichkeit von der Partei grundsätzlich als begrüßenswert eingestuft wird.

Bei der finalen Abstimmung am Dienstag in der dritten Lesung votierten schließlich 366 Abgeordnete im Unterhaus für den Gesetzesentwurf und 166 dagegen. Dabei rebellierte rund die Hälfte der Abgeordneten von der Partei von Premierminister David Cameron. Auch votierten zwei Minister von Camerons Kabinetts sowie zehn StaatssektretärInnen gegen den eigenen Premierminister, der die mehrheitliche Annahme seines Gestzesprojekts ohne große Regung registrierte.

Verzögerungen auch im House of Lords erwartet

Die von Labour befürwortete Öffnung der 2004 eingeführten Eingetragenen Partnerschaften (Civil Unions) für Lesben und Schwule wird laut Versprechen der Regierung Camerons rasch nach Verabschiedung der Ehe-Öffnung für gleichgeschlehtliche Paare beraten werden.

Ab Juni wird im britischen Oberhaus über die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule beraten werden. Auch hier werden Verzögerungen erwartet und eine Revolte vom konservativen Torys-Parteiflügel gegen den eigenen Premierminister erwartet.

(Bild: thinkoutsideyourbox.net)
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1 Comment
  1. […] zwischen dem “House of Commons”, welches das Gesetz bereits verabschiedet hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und dem “House of Lords” abgestimmt werden. Erst wenn die Königin das Gesetz […]

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