Berlin? Ist auch nur so eine Stadt! Jimmy Rockket und Mia Elektra auf Amokfahrt durchs Popland

Jimmy Rockket und Mia Elektra (Foto: Gregor Hofbauer, Wien; Kostüm: Bernd Eischeid; Makeup: Andreas Riegler)
Jimmy Rockket und Mia Elektra (Foto: © Gregor Hofbauer, Wien; Kostüm: Bernd Eischeid; Makeup: Andreas Riegler)

Jimmy Rockket und Mia Elektra – die Kombi könnte nicht spannender sein: Sie, die Zuhälterin mit der Primadonnen-Ausbildung, er ein verkrachter Komponist und verhindertes Wunderkind. Die beiden Wiener sind zusammen mit ihren tanzenden Stricherjungs und brandneuen Songs im Gepäck unterwegs und starten Ihre Tour am 17.2. im Salzburger Denkmal im Rahmen von „the häppi päppi gay club #4 – Bogans und Bitches“. Das erste Album der beiden folgt demnächst.

thinkoutsideyourbox.net: Jimmy, Deine Songs nennst Du gerne eine Amokfahrt durchs Popland. Warum?

Jimmy Rockket: Weil wir uns von eingefahrenen Vorgaben, was Pop-Musik sein soll, nicht erschrecken lassen. Ich halte nichts vom Diktat der Industrie und ich halte auch nichts vom Diktat alternativer Musik-Nazis. Wir haben uns mal in 800 Jahre Popularmusik geworfen und sind ein wenig manisch durch die Epochen gezogen.

thinkoutsideyourbox.net: 800 Jahre Pop?

Jimmy Rockket: Ja sicher: Unterhaltungsmusik ist seit dem Mittelalter Bestandteil unserer Kultur. Der Begriff Popmusik kann zwar schon als Überbegriff der aus dem Amerikanischen stammenden populären Musik stehen. Aber ich will das ein wenig weiter definieren. Wir stehen da erst am Anfang, aber die Reise ist spannend. Die ersten Songs sind jetzt mal inspiriert von den vergangen 40 bis 50 Jahren. Unter Nutzung moderner Instrumentierung haben wir lediglich die Songs dem Hörgefühl der heutigen Zeit angepasst.

thinkoutsideyourbox.net: Eure Lieder drehen sich um das Thema Liebe…?

Jimmy Rockket: …naja, wohl eher um das Liebesleid. Ich empfinde mich als dahindudelnder Beziehungsnerd, und stellen ständig die Fragen: warum passe ich nirgendwo rein, warum finde ich die Liebe nicht, warum ruft der Typ nicht zurück. Sudern auf musikalisch hohem Niveau.

thinkoutsideyourbox.net: Du lebst aber offen schwul…

Jimmy Rockket: …ich glaub‘ derzeit lebe ich eher offen zölibatär (lacht). Spaß beiseite: ich bin schwul, richtig. Aber die Themen, die wir in unseren Liedern besingen, sind eigentlich sehr allgemein. Ich denke es ist egal, von wem ein Mädchen oder ein Junge in einem Kaffeehaus versetzt wird. Der chemische Prozess bei Ablehnung ist nicht geschlechtsspezifisch.

thinkoutsideyourbox.net: Du hast für Österreich eine „neue“ Hymne geschrieben. Punschkrapferl. Ein Satz heißt da: „Hofburg, Fiaker fahrn, Hetzen und Schwule schlagn…“

Jimmy Rockket: Wir sind natürlich politische Menschen. „Punschkrapferl“ hat die Aussage, die jeder normaldenkende, weltoffene und moderne Mensch haben sollte: kein Fußbreit den Faschisten und Neonazis! Ich finde, dass 67 Prozent anständige Österreicherinnen und Österreicher eine Hymne brauchen. Mit ihr können sie einem  HC Sowieso und seiner braunblauen Partei jederzeit musikalisch die Ablehnung ins Gesicht schmettern. Und es ist eine Hymne, zu der man tanzen kann.

thinkoutsideyourbox.net: Aus Wien kommen derzeit ja viele junge Bands, die ganz schön Gas geben. Ist Wien ein gutes Pflaster.

Jimmy Rockket: Wien ist ein heißes Pflaster! Ich liebe das, was pop:sch beispielsweise machen. Sie sind so aufregend, so neu, so außergewöhnlich. Schade nur, dass wir in Wien manchmal so nach Berlin schauen. Kann ich nur sagen: fuck Berlin – ist auch nur so eine Stadt. Die popeln da doch genauso in der Nase wie wir. Wien ist kreativ, pulsierend und sehr inspirierend. Und die Leute hier sind fantastisch und unterstützen sich gegenseitig. Wir könnten alle viel selbstbewusster auftreten. Wien ist seit Jahrhunderten Heimat populärer Musik.

thinkoutsideyourbox.net: Deine Partnerin Mia Elektra ist eigentlich Zuhälterin in Wien?

Jimmy Rockket: Ja. Natürlich. Sie muss ja mit irgendwas ihren Lebensunterhalt verdienen. So berühmt sind wir noch nicht. Aber sie hat auch eine klassische Gesangsausbildung. Perfekt geeignet für die Bühne.

thinkoutsideyourbox.net: Und sie nimmt zu den Auftritten zwei Ihrer Stricherjungs mit. Sind das echte Stricher?

Jimmy Rockket: Wir alle sind doch Nutten und Stricher! Natürlich sind es echte Stricherjungs. Ponyboy und Nummer 1 sind die besten im Stall! Wenn es sein muss, verkaufen wir die Jungs von der Bühne runter ins Publikum.

thinkoutsideyourbox.net: Jimmy, Danke für das Gespräch.

Jimmy Rockket: Sehr gerne, Danke!

Live-Auftritt am 17. Februar 2012 in Salzburg

Wer nun Interesse bekommen hat, wer „Jimmy Rockket und Mia Elektra feat. den Stricherjungs“ sind, hat schon in Kürze die Möglichkeit, sie live zu erleben. nämlich am 17. Februar 2012 treten sie im „Denkmal“ in Salzburg im Rahmen des „the häppi päppi gay club #4 – Bogans and Bitches“ auf. thinkoutsideyourbox.net hat die Details für euch:

Was: Jimmy Rockket und Mia Elektra feat. den Stricherjungs
Wann: Freitag, 17.2.2012, Beginn 21:00 Uhr
Wo: the häppi päppi gay club #04: „BOGANS AND BITCHES“
„Verein Denkmal“ Nonntaler Hauptstraße 1a (vis-à-vis Künstlerhaus), 5020 Salzburg
Facebook-Event-Seite: the häppi päppi gay club #4
Eintritt: 3,- Euro

Homepage: Jimmy Rockket

(Foto: © Gregor Hofbauer)
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1 Comment
  1. […] oder Salzburg. Die junge Band ist die Neuentdeckung  des Jahres und sie touren weiter auf  ihrer Amokfahrt durchs Popland mit Auftritten in Wien, Sankt Pölten, Berlin, München und London. Die nächste […]

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