Bereits über 500 Eingetragene Partnerschaften in Wien seit 1.1.2010

Seit 1. Jänner 2010 haben mehr als 500 schwule und lesbische Paare in Wien die Möglichkeit genutzt, eine eingetragene Partnerschaft zu begründen. Allein im heurigen Jahr haben sich bis Mitte August 150 Paare zu diesem Schritt entschlossen. Der Trend des Vorjahres – 2010 gab es in Wien 365 Verpartnerungen – setzt sich damit fort. Die beliebtesten Verpartnerungsmonate 2011 waren der Mai und Juni – mit jeweils 39 Eintragungen im Mai und 25 eingetragenen Partnerschaften im Juni.

Auch bei Personen aus anderen (Bundes-)Ländern erfreut sich Wien als „Verpartnerungs-Stadt“ großer Beliebtheit. Über 100 Personen aus den Bundesländern haben sich seit 1. Jänner 2010 in Wien verpartnert: Der wahrscheinlichste Grund, warum so viele in der Bundeshauptstadt den Bund für’s Leben schließen wollen: In Wien haben Paare die Möglichkeit, ihre Verpartnerung im besonders feierlichen Rahmen zu erleben. Neben den Amtsräumen der Servicestelle für eingetragene Partnerschaften stehen für eine Verpartnerung in einem würdevollen Rahmen auch die Trauungssäle der Standesämter und die Festsäle der Amtshäuser zur Verfügung. Einigen Paaren wurden ihre Urkunden auf Wunsch auch in einem besonders festlichen Rahmen an einer von mehr als 40 zur Verfügung stehenden Traumlocations überreicht.

Stadträtin Sandra Frauenberger zeigt sich über den anhaltend positiven Trend bei den Verpartnerungen in Wien erfreut:

„Wien ist das Bundesland, in dem mit Abstand am meisten Verpartnerungen stattfinden. Denn das ‚Wiener Verpartnerungspaket‘ entspricht den Wünschen vieler schwuler und lesbischer Paare nach einer feierlichen Verpartnerung. Überall wo in Wien geheiratet werden kann, können sich Paare auch verpartnern.“

Frauenberger verweist aber auch erneut auf die Mängel des Gesetzes zur eingetragenen Partnerschaft. In einigen Bereichen – etwa beim Adoptions- oder Namensrecht – schreibe das Gesetz die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare fort. So bleibt es gleichgeschlechtlichen Partnern verwehrt, einen gemeinsamen „Familiennamen“ zu tragen, ihnen ist nur ein „Nachname“ bestimmt. Außerdem dürfen gleichgeschlechtliche Partner, die einen Doppelnamen annehmen, diesen nicht wie Eheleute durch einen Bindestrich verbinden.

Frauenberger unterstreicht:

„Diese Bestimmungen sind diskriminierend und durch nichts zu begründen. Gleichgeschlechtlich Liebende werden durch diese Regelungen gezwungen, ihre sexuelle Orientierung mit dem Namen öffentlich zu machen.“

Außerdem dürfen gleichgeschlechtliche Paare keine (Stief)-Kinder adoptieren und auch die Möglichkeiten der medizinisch unterstützten Fortpflanzung bleiben ihnen per Gesetz verwehrt. Politisches Ziel bleibe daher „die vollkommene Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe“, so die Wiener Stadträtin.

(Bild: Flickr – CarbonNYCCC-BY-2.0)
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