Baltic Pride: Liebe „gewinnt“ gegen homophobe Gewalt

Heute fand in der litauischen Hauptstadt Vilnius, die diesjährige Baltic Pride, der CSD für Lesben, Schwule und Transgender der baltischen Staaten, statt. Die eigentlich Kundgebung für mehr  Toleranz und Akzeptanz und gleichen Rechte für homosexuelle und transidente Personen verlief friedlich und war geprägt von Freude und Liebe.  Die Gegendemonstration war dagegen genau das Gegenteil, wie zahlreiche Medien berichten.

Im Vorfeld war nicht sicher, ob die Baltic Pride überhaupt stattfinden kann. Wurde die Abhaltung der Kundgebung doch vor wenigen Tagen mit der Begründung, dass die Sicherheit der Teilnehmer_innen in Anbetracht der angekündigten Gegendemonstrationen nicht gewährleistet werden könne, verboten. Nach heftigen internationalen Protesten, da die Begründung und Absage einer Bankrotterklärung der Menschen- und Grundrechte für Lesben, Schwule und transidente Personen gleichgekommen wäre.

Unter massiven Polizeischutz demonstrierten heute ca 400 Teilnehmer_innen für gleiche Rechte, für Toleranz und Akzeptanz homosexuell empfindender Menschen. Gesichert wurde die Kundgebung, an der zahlreiche internationale Politiker_innen und EU-Botschafter_innen (inkl. dem österreichischen Botschafter) an der Parade teilnahmen und auf der Bühne ihre Solidarität ausdrückten, von 800 Polizisten.

Unter den anwesenden Politiker_innen war auch Ulrike Lunacek, Abgeordnete der Grünen imEuropäischen Parlament, die ebenfalls von massiven Gegendemonstrationen berichtete. Die Polizei hat das Baltic Pride Gelände jedoch weiträumig abgeriegelt, wodurch die Veranstaltung friedlich ablief.

Hinter den Polizeiabsperrungen zeigte sich ein gänzlich anderes Bild, wo bis zu 2.000 Menschen demonstrierten. Anstatt Liebe und Toleranz wurde Hass und Intoleranz verbreitet. Der Hass gegen homosexuelle Menschen entlud sich teilweise in Gewalt gegen die Sicherheitskräfte. So wurden diese mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Andere Medien berichten gar von Rauchbomben und anderen Gegenständen die im blinden Hass gegen Homosexuelle auf die Polizei geworfen wurden.

Wie gewaltbereit gegen Homosexuelle und intolerant die Gegendemonstration war, wurde auf zahlreichen Plakaten unmissverständlich dargelegt. So gab es Spruchbände wie beispielsweise „Tod den Schwulen“.

Ein litauischer rechter Politiker hat es geschafft, die Polizeiabsperrungen zu überwinden und griff einen Baltic Pride Teilnehmer tätlich an – er verpasste ihm eine Ohrfeige. Die Polizei schritt zwar ein, doch wurde der Politiker (unverständlicherweise) nicht von der Polizei verhaftet.

Vladimir Simonko, Vorsitzender des litauschen Schwulenverbandes, wird von AP zitiert:

“Ich hoffe, diese friedliche Parade zeigt der litauischen Bevölkerung, dass Homosexualität nichts ist, für das man sich schämen oder das man fürchten müsste.“

Richtig. In Anbetracht des friedlichen Eintretens von Lesben, Schwulen und transidenten Personen für ihre Rechte, für Toleranz, Akzeptanz und Weltoffenheit auf der einen seiten, und der gewaltbereiten, intoleranten und offen homophoben Gegendemonstration kann mensch deutlich sehen, dass Liebe gewinnt.

Liebe gewinnt (hoffentlich auch zukünftig) gegenüber ewiggestrigen, intoleranten, homophoben, menschenverachten, faschistoiden Fanatikern und gegen politische Homo-Paranoia.

(Bild Regenbogenfahne: Flickr – © Amnesty International UK)

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6 Comments
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    Very nice post….

  2. Trendy says

    Hach es ist doch traurig das es immer noch so viele Menschen gibt, die Menschen und deren Sexualität nicht akzeptieren und respektieren können. Ich hoffe aber das sich die Liebe wirklich irgendwann durchsetzt und niemand mehr wegen seiner Homosexualität oder Transsexualität Unterdrückt und Verletzt wird. Das könnte doch so vieles leichter machen auf dieser Welt.

  3. […] Erst kürzlich musste der Baltic Pride in Litauen von einem massiven Polizieiaufgebaut vor homophoben Gewaltübergriffen von GegendemonstrantInnen geschützt werden. Doch selbst der Staat Litauen “kämpft” […]

  4. […] erstritten haben und in Vilnius die diesjährige Baltic Pride abgehalten haben – trotz gewalttätiger Übergriffe von Gegendemonstranten. Lettland ist auch jenes Land, dass mit Gesetzesbeschlüssen versucht, Homosexualität aus der […]

  5. […] Daher müssten Kinder auch vor “homosexueller Propaganda” geschützt werden. Diese Haltung verwundert nicht, hat doch Litauen vor einigen Monaten ein Gesetz verabschiedet, das “Werbung” für Homosexualität unter Strafe stellt. Damit versucht Litauen Homosexualität aus der Öffentlichkeit zu verbannen und unterbindet jedwede Form der Aufklärung über die unterschiedlichen sexuellen Orientierungen. Erst im Mai wurde versucht, die “Baltic Pride” zu verhindern. Ursprünglich wurde der CSD verboten, konnte dann jedoch nach massivem internationalen Druck, ob der Einschränkung des Rechts auf Versammlungsfreiheit und Meinungsäußerung dann doch stattfinden. Allerdings zeigte die homophobe Gesetzgebung Litauens Wirkung und so mussten die TeilnehmerInnen vor homophoben Gewaltübergriffen von einem massiven Polizeiaufgebot geschützt werden. […]

  6. […] Am 27. Juli zogen rund 800 Personen durch die Innenstadt von Vilnius. Es war erst die zweite CSD-Demonstration in der Geschichte der litauischen Hauptstadt. Die erste CSD-Kundgebung fand im Jahr 2010. 2010 war “Baltic Pride” von homophoben Gegendemonstrationen und gewalttätige Übergriffe auf die Sicherheitskräfte (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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