Anti-Homosexuellen-Gesetz: US-Skistar Bode Miller kritisiert Russland und IOC

Das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland, welches seit Juni landesweit in Kraft ist, sorgt bei immer mehr Menschen für heftige Kritik an Russland, internationalen Organisationen und im besonderen auf das IOC. Schließlich finden im Februar in der russichen Stadt Sotschi die olympischen Winterspiele statt und auch während der Spiele wird dieses umgesetzt werden. Damit droht LGBT-AthletInnen bei einem Verstoß im schlimmsten Fall Haft und Ausweisung. Nun kritisiert ein weiterer Sportler das Gesetz – US-Skistar und mehrfacher olympischer Medaillengewinne Bode Miller.

Das Gesetz gegen die „öffentliche Propagierung von nicht traditionellen sexuellen Beziehungen“ ist in Russland seit Juni in Kraft und sorgt für ein Klima der Intoleranz und des Hasses. Immer mehr Berichte zeigen, dass LGBTs verfolgt, diskriminiert und teilweise auch gequält und missbraucht werden.

Erst kürzlich sorgte ein Video für Entsetzen, in dem behauptet wurde, dass Schwule Kinder deswegen adoptieren möchten, damit sie diese missbrauchen können (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Auch war bereits ein Gesetzesentwurf in Debatte, der es ermöglicht hätte, dass homosexuellen Eltern, die (eigenen) Kinder weggenommen werden (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Mittlerweile wurde dieses Vorhaben wieder fallen gelassen.

Bode Miller kritisert IOC, USOC und Russland

Immer mehr SportlerInnen, die im Februar bei den Olypmischen Spielen in Sotschi für ihr Land antreten möchten, kritisieren Russland und das IOC. Sowohl das IOC als auch russische Vertreter erklärten in der Vergangenheit, dass die Rechte sämtlicher TeilnehmerInnen gewahrt werden würden. Um Aktionen wegen der menschenverachtenden Politik in Russland in Sotschi zu verhindern, wurde von Russland bereits ein Demonstrationsverbot erlassen (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

In der Vergangenheit hat das IOC das Problem des Anti-Homosexuellen konsequent „klein geredet“ und unisono mit Russland erklärt, dass es zu keinen Problemen in Sotschi kommen wird. Doch immer mehr SportlerInnen sehen dies anders. So hat beispielsweise bereits der offen schwule neuseeländische Eisschnellläufter Blake Skjellerup erklärt, dass er für den Fall der Qualifikation für Sotschi ein Zeichen setzen wolle (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Nun kritisiert ein weiterer Sportler den IOC, Russland und sein US-amerikanische Olympische Komitee, Bode Miller, Weltmeister und mehrfacher Olympiasieger im Ski Alpin. Wie „Spiegel Online“ berichtet, erklärte Miller:

„Es ist absolut beschämend, dass es Länder und Völker gibt, die so intolerant und ignorant sind. Das ist peinlich.“

Weiters kritisierte Miller, der insgesamt fünf Medaillen bislang bei Olympischen Winterspielen gewonne hatt, auch das US-amerikanische Olympische Komitee und das Internationale Olympische Komitee. So ist er der Meinung, dass diese sich nicht stark genug für die in ihren Grundsätzen verankerten Ideale stark zu machen. Miller weiter:

„Die Athleten werden irgendwo hingeschickt und sollen diese Philosophien vertreten, und dann dürfen sie ihre Einstellungen und Meinungen nicht zum Ausdruck bringen. Das ist ziemlich scheinheilig.“

Diese Aussage kann wohl als sehr trefflich bezeichnet werden, dann erst im Sommer hatte Lamine Diack, Mitglied es olympischen Komitees erklärt, dass er „überhaupt kein Problem“ mit dem Anti-Homosexuellen-Gesetz sieht (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

(Bild: Thomas Grollier – CC-BY-SA-1.0 – Wikimedia)
Anzeige
1 Comment
  1. […] Anti-Homosexuellen-Gesetz: US-Skistar Bode Miller kritisiert Russland und IOC — Das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland, welches seit Juni landesweit in Kraft… […]

Leave A Reply

Your email address will not be published.

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.