Die Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche hat in ihrer Herbsttagung von 9. – 12. November eine Stellungnahme zu gesellschaftspolitischen Fragen herausgegeben. Darin wird unter anderem das Selbstbestimmungsrecht von Frauen (Stichwort Abtreibung) thematisiert und kritisiert, sowie neben anderen Themen auch die “Eingetragene Partnerschaft” für homosexuelle Paare auf das schärfste abgelehnt. An vorderster Front dieser angeblich “Nächsten liebenden” Personen steht der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Dieser hat in seiner Abneigung gegenüber der natürlichen Homosexualität eine Onlinepetition ins Leben gerufen, um gegen die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwule zu demonstrieren.
Andreas Laun, Mitglied der Bischofskonferenz, ist einer jener Geistlichen der römisch-katholischen Kirche, die am beharrlichsten gegen die natürliche sexuelle Orientierung der Homosexualität wettern. Er reiht sich damit eine mittlerweile lange Liste an Vertretern der römisch-katholischen Kirche ein, die Homosexualität als “nicht natürlich”, als “falsch” oder teilweise sogar als “krank” und daher auch als “heilbar” bezeichnen.
Um seiner Ablehnung Nachdruck zu verleihen und die Entehrung der heiligen Ehe zu bekräftigen, wenn Lesben und Schwule heiraten dürfen, hat er eine Online-Petition ins Leben gerufen. Nicht nur, dass die Glaubensvertreter kein Recht haben, sich in staatliche Belange einzumischen, wird auch die Tatsache ignoriert, dass es sich um die zivilrechtliche Ehe geht und in keinster Weise um die kirchliche Ehe, welche gläubige , heterosexuelle Christ_innen auch weiterhin vor ihrem Gott schließen können.
Intoleranz und die Verweigerung der Aufklärung über natürliche Sexualität
Mit welcher Verachtung gegenüber anderen Lebensformen Gläubige teilweise argumentieren, zeigt ein Blick in die Kommentare der Online-Petition “Ehe und Familie schützen”. Diese zeigen, wie ausgeprägt Gläubige oftmals intolerant und menschenverachtend sind und offen die Verweigerung von Rechten für eine ganze Bevölkerungsgruppe fordern.
Die vorgebrachten Vorurteile und immer wieder angeführten, haltlosen Begründungen zeigen, welch großes Unwissen hier häufig besteht, bzw. wohl bewusst jedwede Form der Aufklärung und Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Fakten verweigert wird.
Die Unterzeichnerin Ingeborg Pühringer schreibt folgendes:
Ich glaube, daß durch die häufige Darstellung der Homosexueller und auch öffentliche Anerkennung, Jugendliche im Alter der Pubertät negativ in der persönlichen Entwicklung beeinflußt und sogar zu homosexuellem Verhalten hinführt.
Cornelius Mierer schreibt:
Ehe muss, im Sinne des Sakramentes welches sich Frau und Mann spenden, Ehe bleiben. Alles Andere darf nicht Ehe genannt werden.
Ein anonymeRr Unterzeichner/in schreibt:
Ich unterstütze voll und ganz die österreichischen Bischöfe und finde es gut, daß sie den Mut haben, gegen solche ” Ehen” die niemals “normal” sein können, aufzutreten.
Der User Dr. Karl Radner schreibt:
Die Familie ist das Fundament jeder Gesellschaft. Ich danke daher der Bischofskonferenz für ihr Bemühen, diese Strukturen zu ehalten.
Von einem Doktor sollte mensch erwarten können, dass dieser über den Tellerrand blicken kann, um zu erkennen, dass es längst “Regenbogenfamilien”, Patch-Work-Familien und neue Modelle der Familie gibt, als es das längst überholte traditionelle Familienbild vorgibt. Auch diese Familien leisten den gleichwertigen Beitrag für die Gesellschaft.
Bei einem weiteren anonymen Kommentar wird folgendes verlautbart:
Der Mensch hat eine Würde und er braucht eine Familie alles andere ist gesetzwidrig
Richtig! Doch diese Initiativen möchte Lesben und Schwulen die Würde absprechen. Daran hat der/diejenige wohl nicht gedacht.
Und natürlich darf auch das Argument, dass homosexuelle Paare keine Kinder zeugen können nicht fehlen. So würde ja die Menschheit aussterben.
Wenn alle homosexuelle Paare auf eine Insel leben würden, würde die Menschheit innerhalb einer Generation aussterben. Kinder bekommen, ihnen Geborgenheit schenken und ihnen ein Beispiel für ihrer Rolle in der Familie und Gesellschaft vorleben ist eine der Hauptsinn und Zweck der Ehe, die ein homosexuelles Paar nicht erfüllen kann.
Der User Jörg Huber sieht gleich einen Angriff auf die Familie:
Ich möchte den Bischöfen danken für den Mut zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Unsere Familien sind das lebende Abbild der Liebe Gottes, und ich finde die Gleichstellung der Partnerschaften ein Angriff der Politik auf unsere Familien.
Obermann Gerhard sieht dagegen die Sitten der Gesellschaft gefährdet:
Ich befürworte diese Initiative der Bischöfe voll und ganz, jedoch nicht um homosexuelle Paare zu diskriminieren, sondern um dem sittlichen Verfall unserer Gesellschaft entgegenzuwirken . . .
Selbstverständlich sind Lesben und Schwule “widernatürlich”, wie dies Seifried Adelheid bezeichnet:
Es ist ja absurd den Homo- Partnerschaften gleiche oder ähnliche Rechte als der Ehe zuzuerkennen- sind sie doch widernatürlich und nicht auf Nachkommenschaft aussgerichtet
Selbstverständlich muss auch die Bibel mit ins Spielt gebracht werden:
Homosexuelle Paare unterstützen die Todeskultur. Diese Verbindungen sind in Gottes Augen ein Gräuel (Röm.1)
Die Unterzeichnerin Christine Sterlow sieht gar auf Österreich dunkle Zeiten und den Untergang zukommen, wenn Lesben und Schwule heiraten dürfen:
Österreich wurde in der Vergangenheit immer wieder durch göttliches Eingreifen vor Unheil bewahrt. Je mehr die Gebote Gottes öffentlich mißachtet werden, desto weniger kann Gott dieses Land in Zukunft vor Seuchen und Katastrophen beschützen, denn er achtet unseren freien Willen.
Selbstverständlich wird Lesben und Schwulen die Möglichkeit, zu Lieben abgesprochen und Homosexualität als “Kultur des Todes” bezeichnet:
Stimme den Bischöfen zu, allerdings wird die eingetragene Homo-Partnerschaft kommen. Das wird heute im Ministerrat beschlossen – und ist Fakt. Der nächste Schritt ist das Kämpfen der Homo-Lobby um den Zugang zur Fortpflanzungsmedizin und der Adoption – erreicht sie damit ihr Glück? Alles trügerisch, das Glück zwischen 2 Männern und zwischen 2 Frauen ist trügerisch und vermeintlich. Himmelschreiend, wenn dann noch kommt, dass im Gesetz das Recht auf sexuelle Identität festgelegt wird. Wissen Sie, was das konkret bedeutet? Ich gebe Ihnen die Antwort: Wenn jemand pädophil ist, ist es ja eine sexuelle Identität und das soll per Gesetz legalisiert werden? Insgesamt eine Kultur des Todes!
Und Adolf Klement (der wohl die Evolutionstheorie als falsch bezeichnet und an die Schöpfsungstheorie glaubt) hofft, dass der “Herr” bald kommen möge:
Eine solches Gesetz ist nicht nur gegen die Natur, also Gottes Schopfung, sondern steht auch ganz klar gegen Gottes Gebote. Wo führt nur diese Entwicklung hin? Man kann nur beten: “Herr, komme bald!”
Diese Beispiele mögen von mir unkommentiert bleiben, denn der/die geneigte Leser_in wird selbst erkennen, wie haarstreubend sie sind! Es ist nur erfreutlich, dass die Mehrheit der Österreicher_innen nicht so denken und für die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen eintreten. Eines zeigen diese Beispiele jedenfalls: Die Politik ist gefordert, aktiv für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen einzutreten, sowie die Sichtbarkeit zu ermöglichen. Das heißt, die ÖVP ist gefordert, endlich ihr verklärtes Weltbild abzulegen, und homosexuelle Paare die Würde zu geben, die sie verdien: Öffnung des Standesamtes überall im Land.
(Bildquelle: Flickr – Adam Cole, Creative Commons L.)













wenn die ehe für die familiengrüdung gedacht ist so wie es die kirche immer wieder sagt, farge ich mich warum dann frauen über 40 jahren die schon in den wechseljahren sind und frauen die keine gebärmutter mehr haben doch von da kirche verheiratet werden!?
find es auch nicht ok das die sogenannten christen so feindich darauf reagieren. habt ihr alle die bibel nocj nie gelesen. da steht was von toleranz! wisst ihr überhaubt was das ist!
ein nicht schwuler tiroler!
ich persönlich habe nichts gegen die homo-ehen und kann nicht verstehen warum das so viel einige menschen stört.