“Es darf keine Schwulen in der Gemeinde geben!” meint ein Kandidat der erzkonservativen Kleinstpartei “Die Christen” für die am 27. September in Oberösterreich stattfindenden Gemeinderatswahlen. Die Partei setzt damit jene zu verachtende Strategie fort, die sie sich scheinbar als einen ihrer Schwerpunkte gelegt und bereits bei vergangenen Wahlgängen in Niederösterreich und Tirol propagiert haben: Verunglimpfungen und Diffamierungen ganzer Bevölkerungsgruppen sowie Verbreitung von Hass und Intoleranz gegen Lesben und Schwule.
Daniel Dragomir fordet also, dass es keine Schwulen und Lesben in der Gemeinde geben darf und begründet diese menschenfeindliche Haltung damit, dass Homosexualität nicht nur eine seelische Zerstörung, sondern auch gesundheitsgefährdend ist und Schwule für Kinder eine Gefahr sind:
“Homosexualität ist nicht nur seelische Zerstörung, sondern auch aus medizinischer Sicht sehr gesundheitsgefährdet; und das bestätigt die Medizin selbst! Das alles mutigt Menschen, um bei Minderjährigen Gewalt anzuwenden; z.B.: Phedophile. Dies ist ein paradox; auf einer Seite erlaubt die Politik, unter der falschen Interpretierung von Menschenrechte, solche Dinge und auf anderer Seite; wenn ein Mensch abhängig wird, und entführt Kinder, dann wird er verurteilt; von hier entstehen Phedophile! Homosexualität entsteht nicht durch Genen, sondern durch die Ignorierung Gottes Wort in der Tat! Seit hunderten von Jahren wurde kein Medikament entwickelt gegen so etwas (…)”
Homosexuelle Männer sind in den Augen der christlichen Fundamentalisten Christen-Partei also grundsätzlich kriminiell und pädophil. Eine Partei, die verlangt, dass sämtliche Handlungen den Vorgaben Gottes entsprechen müssen. Ist das Ziel die Etablierung eines christlichen Gottesstaates? Mir kommt der Graus! Die (nicht umgesetzte) Trennung von Religion und Staat ist der Kleinstpartei offensichtlich ein Fremdwort.
Zwangsumsiedlungen?
Stellt sich die Frage, wie Dragomir erreichen will, dass in seiner Gemeinde keine Schwulen leben.
“Es darf keine Schwulen geben in der Gemeinde, das werde ich mit ganzer Kraft bekämpfen.”
Denkt er an Zwangsumsiedlungen? Denkt er an verpflichtende Behandlungen für Lesben und Schwule? Denkt er etwa gar an Lösungen, wie sie in der dunkelsten Epoche unseres Landes praktiziert wurden oder in manchen Ländern noch praktiziert werden? Nein, diese Gedanken möchte ich nicht fortführen, aber die Aussage lässt durchaus entsprechende Gedankengänge zu.
Wie will er auf die natürliche sexuelle Orientierung von Menschen Einfluss nehmen? Beten? Soll und kann er! Nur, Gott wird ihm nicht helfen können. Gott kann maximal ihm selbst helfen, und ihm Nächstenliebe, Toleranz, Weltoffenheit beibringen. Die Hoffnung darauf ist gering, zu verblendet ist seine Sichtweise auf gesellschaftliche Realitäten.
Fortsetzung altbekannter Homophobie
Die Äußerungen Dragomiers sind nichts neues. Schon in der Vergangenheit ist die Kleinstpartei Die Christen durch menschenfeindliche, homophobe Aussagen, Forderungen und Flyern aufgefallen.
Im Frühjahr 2008 trat die Partei erstmals bei der niederösterreichischen Landtagswahl an und warb auch hier mit homophoben Inhalten. Insbesondere der Kandidat Dietmar Fischer tat sich hier unrühmlich hervor, als er auf einer (mittlerweile offline gestellten) Internetseite mit pseudowissenschaftlichen (und falschen) Fakten gegen Homosexualität wetterte und Lesben und Schwule als krank bezeichnete.
Es folgte die “widerliche” Hetze bei der Landtagswahl in Tirol im Jahr 2008, als die Hetze gegen Lesben und Schwule auf eine neue Stufe gehoben wurde. Damals waren Flyer im Umlauf, auf denen “Homo-Lebensstil = tödlich” zu lesen war. Weiterer Inhalt der Flyer war:
“Stoppt den Wahnsinn, den HOMO-Lebensstil in Schulen zu propagieren! Die GRÜNEN fordern bereits die volle Gleichstellung der HOMO-Ehe mit der konventionellen Ehe inklusive der Kinder-Adoption (…) Ein Wahnsinn, wenn man all die wissenschaftlichen Fakten über die zerstörerischen Folgen dieses oft tödlichen Lebensstils kennt. (…) Verbrechen an unseren unschuldigen Kindern!”
Kinder sind in den Augen der Christen mögliche Opfer von Lesben und Schwule und demnach ist das Adoptionsrecht für homosexuelle Menschen strengstens abzulehnen. Weiters tritt die Partei für eine Neugestaltung des Aufklärungsunterrichtes ein.
Familienkunde statt Aufklärung
Die Christen treten für das Unterrichtsfach Familienkunde an Österreichs Schulen ein. Dieses soll den Verhütungsunterricht ersetzen, denn Sexualaufklärung wird das natürliche Verständnis für Treue zerstört.
“Die aktuellen Aufklärungsmethoden höhlen die Bedeutung der Sexualität aus und vermitteln eine pervertierte Form von Liebe, was die körperliche und seelische Gesundheit jedes Menschen in Gefahr bringt.”
Die Partei tritt somit dafür ein, Jugendliche NICHT über Sexualität und Safer Sex aufzuklären, NICHT, wie die eigene Gesundheit geschützt oder ungewollte Schwangerschaften vermieden werden können.
Eine Protest-E-Mail an Hrn. Dragomir wurde von mir bereits verschickt. Wer gegen diese homophobe Hetze ebenfalls protestieren will, kann dies hier tun.













Das ist wieder einmal einer der Momente, wo ich mich so richtig freue, dass der österreichische Verhetzungs-§ auf Religion (die damit doppelt geschützt ist, gibt ja noch die Blasphemie-§§) und “Rasse” beschränkt ist. Toll, ne?
In Sbg habe ich vor einiger Zeit aus Interesse an einer Veranstaltung der Christenpartei teilgenommen. Das Fazit ganz einfach:
“Christenpartei menschenrechtsverachtend”
Details: http://indyvideosbg.wordpress.com/2008/06/13/christenpartei-menschenrechtsverachtend/
Beom Vortrag wurde Homosexualität und Feminismus mit dem Nationalsozialismus verglichen. Mehr muss da nicht mehr gesagt werden.
Aber, und das ist das Bedenkliche, sie haben ihre Wähler und Wählerinnen.
Eine Ergänzung, geschrieben zur Gründung dieser Partei vor zwei Jahren: http://www.kraut.co.at/Encore_plus__comme_si_pas_suff/Satzbuch_zu_den_Tagen_in_Oster/Christentuch/christentuch.html
Kleine Menschengrüppchen suchen sich immer andere Minderheiten, die sie ausgrenzen können. Die christlichen Fundamentalisten sind aber ungefährlich, die sind einfach nur größtenteils dumm. Jeder mit ein bißchen Grips im Hirn wendet sich da mit Grausen ab.
Und wieder einmal haben die Christen das mit der Nächstenliebe statt Hass nicht so ganz verstanden..nichts neues. Alles pervertiert.
To whoever reads this!
Der öffentlich, und wie die von ihnen selbst aufgebrachten Fakten zeigen, von einer eindeutig als größenwahnsinnig zu betrachtenden und völlig pseudopolitischen “Partei” ausgeschüttete Mistkübel enthält bei näherer Betrachtung folgendes:
a) Diese Gruppe will um jeden Preis Macht und Einfluss erlangen. Mit dem Versuch an das Über-Ich irgendwelcher WählerInnen zu appellieren, sollen andere Menschen gefügig gemacht werden. (Wir – nicht Gott – sagen dir, was du tun sollst,
damit du dich recht schlecht fühlst und manipulierbar wirst.)
Warum nennen sie sich nicht gleich die “Gott”-Partei? Die sind ja völlig übergeschnappt!
b) Die wissenschaftliche Beweisführung wird als ein diktatorisches Instrument mißbraucht. Wie es leider in der Geschichte immer wieder geschehen ist!
Deshalb gibt es dazu schon seit der Antike eine Erkenntnis: Die Medizin ist dafür da, um den Menschen gesund zu machen mit dem Sinn dem Menschen zu helfen, sie ist nicht da “um den Menschen ein für allemal zu heilen”,im Sinne von zurecht
biegen und letzendlich dabei zu zerstören oder für andere handhabbarer zu machen.)
Kein Arzt oder Therapeut oder sonstwie helfender Beruf darf sich dem anschließen. Detailbeispiel: Kein Arzt darf sein Wissen auf irgendeine Art unter irgendeinem Umstand gegen seinen Patienten und auch nicht gegen das Leben im allgemeinen
verwenden.(Siehe: Hippokratischer Eid bzw. die Ethikrichtlinien. Und: Diskurskreise zum Thema Sterbehilfe.)
Apropos: Das in diesem Zusammenhang auch von zumeist der katholischen Kirche oft gebrachte Argument der Enthaltsamkeit, oder, dass es bekehrte Homosexuelle gäbe, hat damit aber absolut nichts zu tun: Denn, wenn ein Schwuler sich auf Teufel
komm raus selbst unbedingt ummodeln lassen will, wäre das seine eigene Sache. Vom sexualtherapeuthischen Standpunkt aus wäre dieses Vorhaben aber absolut undenkbar, dieser Mensch hätte dann nämlich, wenn überhaupt, ein verzögertes
Bi-Coming out, oder eine durch andere Umstände erschwerte Erkenntnis der eigenen Sexualität gehabt. Die Beziehungsvergangenheit verjährt in diesem Fall überdies nicht.;)Wer bin ich, mit wem möchte ich zusammen sein? Mit wem möchte ich gerne bumsen?
Das kann nur jeder für sich herausfinden und auch selbst verantworten.
Sorry, aber dazu gibt es kein staatliches oder kirchliches Programmheft!
Das XX.Jahrhundert ist ja nicht auf einmal, bloß weil es vorbei ist, abgeschafft worden, es hat ja stattgefunden.
Was mich an dieser Stelle eigentlich wundert, ist, dass scheint´s nicht einmal in Kalifornien eine “Church of Homosexuality” gegründet wurde. Die Idee find ich aber nach wie vor sehr sexy!
Zu dieser katholischen Larifari-Theorie fällt mein Statement ansonsten kurz und flappsig aus: Na dann bitte ‘Tschüss, ciao bambino’- vielleicht wird es ja dann auch bald Heten oder Bis oder Lesben geben, die dann sozusagen ebenso umgepolt
werden wollen, dem Menschen ist ja wirklich nichts fremd … Ob dabei aber reale, sozialpolitische Probleme auch nur ansatzweise gelöst werden, wage ich zu bezweifeln. Aber auch andere “Christengemeinschaften” und dergleichen
werden darauf weiterhin vermutlich mehrheitlich keine, oder nur ganz beknackte Antworten parat haben.
c) Es ist immer sehr schlimm und verheerend, wenn Opfer selbst zu Tätern werden. Das ist eine zentrale Message, die ich überdies dem Artikel entnehme bzw. zwischen den Zeilen lese.
d) Gegen diese tatsächlich menschen(rechts)verachtende Partei kann meines Erachtens nach auf zumindest zwei Ebenen mit anderen, als ausschließlich intellektuellen Mitteln vorgegangen werden:
d1) Sie verwenden für sich einen Namen, der sich diskriminierend auf andere auswirkt. Wieso das? Wenn ich auch Christ bin, will ich mit diesem Umtrieb assoziiert werden? Die Bezeichnung “Die Christen” ist für mein Dafürhalten darüberhinaus kein markenfähiger oder vereinsfähiger Name.
Das könnte ihnen vielleicht jemand auf eine sehr praktische und unmittelbare Art mit etwas Recherche einfach aberkennen lassen oder infolge für die Zukunft verunmöglichen.
d2) Der Aufruf “Safer Sex” (Das heißt eingedeutscht übrigens “Safe Sex”!)zu unterlassen, ist auf jeden Fall nach dem Seuchenschutzgesetz strafbar, da eine möglichst unversehrte Volksgesundheit (Anm.: Ein alter Terminus,
der dringendst überholt werden müßte, der mit Nazitum hier gar nichts zu tun hat!!) ein echtes Rechtsgut darstellt.
Wie es aussieht ist diese Gruppierung bereit über Leichen zu gehen.
Und? Hat jetzt wer Lust bekommen Anzeige gegen sie zu erstatten?
e) Meinen abschließenden Eindruck über das reale Anliegen dieses Pamphlets könnt ihr nochmals unter c) vor eurem Geist Revue passieren lassen. Ich hoffe, dass jemand diesen Hilfeschrei einer offenbar zutiefst gequälten Seele auch als
einen solchen entlarvt, bevor dieser Mann getarnt von dieser hirn- und herz- und geschlechtslosen Organisation andere weiterhin unerkannt zu beschädigen sucht!
f) Wehret den Anfängen!!! Zu guter Letzt noch zu den viel und zumeist falsch zitierten “Nazimethoden”: Hier geht es nicht um das Etikett, es geht um den Inhalt! Verdammt noch mal: Was die Nazis an Verbrechen begangen haben, das konnten
viele christliche und andere Gruppierungen leider auch. Dieses Vernichtungspotential steckt in der Menschheit. Wir können wie es aussieht nur dazulernen. ?
Die “Die Christen-Partei” weiß jedoch mit Sicherheit nicht von was sie da redet! Und mehr noch dieses verblödete Gelaber bringt niemandem etwas. Was bleibt, ist, dass hier wiederum die Verfolgten für das Unrecht, das ihnen angetan
wird verantwortlich gemacht werden sollen, um genau diese Vorgehensweise zu sanktionieren und Machtbereiche abzusichern!
Motto: Die Schwulen sind ja selbst schuld, dass jetzt versucht wird sie zur Sau zu machen. Du lieber Schwan, was für ein himmelschreiender Unsinn, gefickt wird doch in allen Hauhalten! Selbst bei den “Die Christen”.
Sex ist nichts Kriminelles, nichts Schmutziges, nichts Entartetes, nichts Primitives. Gerade Jugendliche sollten sich ihre aufgeregte Herangehensweise so lange wie möglich erhalten können. Safer Sex ist da ganz wichtig, um in unserer
Gegenwart erotische Erfahrungen machen zu könen.
Aids ist leider eine schreckliche Krankheit. Eines Tages wird sie besiegt sein, genau so wie auch so manch einer der “Die Christen” nicht mehr an Wundstarrkrampf sterben muß – einer heute ganz banalen Sache!
Was hier geschieht ist eine ganz miese Propaganda, Einschüchterungsstrategie und Angstmache auf Kosten anderer, um nach oben zu kommen! Dass dabei wieder der Sex herhalten muß, liegt sicherlich auch daran, dass wir letztlich alle
durch unsere Erziehung auf die eine oder andere Art sexuell verschüchtert worden sind und wohl auch deshalb, weil der Sex die stärkste Feder im Menschen ist. Die Hoffnung liegt sicher darauf genau das zu zerbrechen, was – wiewohl
der Kosmos es weise und gut eingerichtet hat – nicht möglich ist.
Auch Stockheteros dürfen so bleiben wie sie sind und müssen sich dabei mit ihrer eigenen Problematik konfrontieren.
Man denke dabei auch an die 60er Bewegung: Sexualität ist politisch.
Also wem gehört dein Körper?
g) Gott ist mit Sicherheit immer für euch da! Da braucht es wirklich keinen von diesen hanebüchenen Quatschköpfen!
Lasst uns etwas dagegen unternehmen.
Abgang für diesen zusammengehunzten Schwachsinn!
h) Dem geht sicher einer ab, wenn er über Schwule faseln kann.
PS: Sex ist auch ein Weg dem was wir gemeinhin Gott nennen zu begegnen.
Wer an einer Kundgebung gegen die Folterung und Ermordung schwuler Männer im Irak im Oktober 2009 in Wien teilnehmen möchte, möge mich bitte kontaktieren. Ich denke es reicht aus mir über das Forum eine Antwort zukommen zu lassen,
ich folge dann nähere Info aus.
Danke und hoffentlich bis demnächst!
Kannst du mir zu der geplanten Demonstration in Wien weitere Infos zukommen lassen. Wer ist Veranstalter (Verein, private Initiative, gibts eine Homepage, etc). Danke schon mal vorab.