Homophobe Pöbelei und fragwürdige Polizeiaktion auf Homo-Party
Oliver | Jun 28, 2009 | Kommentare 0 |
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Es sollte eine Demonstration für Toleranz und Akzeptanz gegenüber homosexuellen Menschen und deren Lebensweise werden, als gestern in der deutschen Hauptstadt Berlin über 500.000 Menschen den 31. Berliner CSD feierten. Großteils verlief der CSD auch ohne Zwischenfälle, doch 2 Vorfälle haben besonderes Augenmerk verdient. Einerseits hat sich der homophobe Rapper Bushido unrühmlich in Szene gesetzt und andererseits führte die Polizei eine “Überprüfung” bei schwulen After-Pride-Party durch.
550.000 Lesben, Schwule, Transgender und FreundInnen von Offenheit demonstrierten gestern in Berlin für eine liberale Gesellschaft, für gleiche Rechte für Schwule und Lesben. Viele BerlinerInnen setzten ein eindrucksvolles Zeichen gegen Intoleranz und Homophobie. Gerade in Zeiten, in denen Schwule und Lesben vermehrt Opfer homophob motivierter Gewalt werden, ist die Sichtbarkeit und die Masse der DemonstrantInnen wichtig. Leider gab es auch 2 umrühmliche Zwischenfälle. Einmal war es der homophobe Berliner-Rapper Bushido und das andere Mal war es – um es auf diese Weise zu formulieren – “ungünstiges Timing der Berliner Polizei.
Rapper Bushido pöbelt gegen CSD-TeilnehmerInnen
Bei der zweiten CSD-Veranstaltung neben dem “31. Berliner CSD“, dem “Transgenialen CSD” in Berlin Kreuzberg soll es am Rande der Veranstaltung zu Wortgefechten zwischen ParadeteilnehmerInnen und Bushido samt dessen Freunde gekommen sein. Nachdem – wie diverse deutsche Blogger berichten – Bushido gegen die ParadenteilnehmerInnen pöbelte, richtete auch die Parade den Fokus auf die wohl wenig geistreichen Ergüsse des “Möchtegern-Gangster-Rapper”, der wohl wieder mal Publicitiy benötigt, koste es was es wolle. Der Zwischenfall drohte sich immer mehr aufzuschaukeln, nachdem Freunde Bushidos ParadeteilnehmerInnen mit Flaschen beworfen und bedroht haben sollen (siehe Bild links, Quelle). Beruhigt soll sich die Situation erst beruhigt haben, als die Polizei anwesend war. Was bleibt: Anzeige gegen Bushido wegen Beleidigung
Polizeiaktion auf einer “Homo-Party”
Die homophobe Pöbelei von Bushido war nicht der einzige erwähnenswerte “Aufreger” am CSD-Wochenende in Berlin. So hat die Polizei wahrlich ungünstiges Timing bewiesen. Diese hat im Auftrag Ordnungsamtes die CSD-Party “Men Station” im LaVie in der Pariser Straße zwischen 1 und 2 Uhr nachts “gestürmt“, um das Nichtraucher- und Jugendschutzgesetz zu überprüfen. Es hat zwar keine Identitätsfeststellung der anwesenden Gäste gegeben, doch der Lokalbetreiber gab an, dass es in seinem Lokal – welches auch keine “Schwulenbar” im eigentlich Sinn ist – noch nie eine “Überprüfung” gab.
Das Timing der Berliner Polizei scheint letztklassig zu sein – kommen doch Erinnerung an Stonewall hoch. Vor 40 Jahren führte die New Yorker Polizei eine Razzia in einem Schwulenlokal durch, doch erstmals ließen sich Schwule und Lesben dies nicht mehr gefallen und wehrten sich. Unruhen waren die Folge.
Wieso diese “Überprüfung” gerade am CSD-Wochenende und mit zahlreichen Polizisten in Uniform und in Zivil stattfinden muss, ist äußerst fragwürdig. Ist eine Überprüfung des Nichtraucher- und Jugendschutzes mit uniformierter Polizei und Zivilbeamten notwendig? Einschüchterung? Vertrauensbildung funktioniert so nicht!
14. Regenbogenparade in Wien
Wer ebenfalls – neben einer Party – für Gleichstellung, Toleranz und Akzeptanz demonstrieren will, kann das auf vielen CSDs weltweit tun. Wer in Österreich am CSD teilnehmen will, kann dies schon nächstes Wochenende tun. Am 4. Juli findet in Wien die 14. Regenbogenparade statt. Ab 13 Uhr sammeln sich die TeilnehmerInnen am Stadtpark (U3-Station Stubentor, U4-Station Stadtpark). Um 14 Uhr setzt sich der Partyzug in
Bewegung. Der Demonstrationszug zieht dann andersrum über den Ring bis zum Schwarzenbergplatz, wo die Abschlussveranstaltung stattfindet. Letztes JAhr nahmen insgesamt 120.000 Menschen an der Parade und der Abschlussveranstaltung am Wiener Heldenplatz teil. Auch heuer werden wieder über 100.000 TeilnehmerInnen erwartet.
Gerade da die Situation von Schwulen und Lesben in Österreich noch immer wenig zufriedenstellend ist, ist ein öffentliches Aufmerksammachen auf die Anliegen der lesbischwulen, transgender Community wichtig – Schutz vor homophober Gewalt und endlich den Erhalt der gleichen Rechte. Die Regierung ist aufgerufen, endlich tätig zu werden und nicht länger homosexuell empfindende Menschen als Menschen zweiter Klasse abzuqualifizieren.
(Bildquelle: Flickr CC brainchildvn)











