FPÖ-Obmann HC Strache spricht von der „Krankheit Homosexualität“

Bildschirmfoto 2013-07-11 um 09.56.31Die homophobste und diskriminierendste Partei Österreichs legt nach und diffamiert mal wieder eine ganze Bevölkerungsgruppe – Schwule, Lesben und Transgender. Die aktuelle Ausgabe des Wochenmagazins „Profil“ bringt ein Interview mit FPÖ-Chef HC Strache.

Nachdem bereits, der mittlerweile aus der FPÖ ausgeschlossene, KH Klement Homosexualität als „Kultur des Todes“ bezeichnete, bekennt Strache im Interview ua Folgendes:

Wir brauchen in Österreich keine Förderung von Beziehungen nur aufgrund der Sexualität. Ich bin Katholik und Christ, auch die Kirche spricht von der Krankheit Homosexualität!

Es ärgert immer wieder, wenn homosexuelle Beziehungen einzig und allein auf die Sexualität reduziert werden. Bei der Absicherung schwuLesbischer Beziehungen geht es um viel mehr. Schwule, Lesben und Transgender Menschen zahlen ebenso Steuern wie heterosexuelle Menschen, erziehen Kinder, leisten ihren Anteil im Erwerbsleben, etc. Wieso werden ihnen aber die gleichen Rechte (und natürlich auch Pflichten) vorenthalten. Dafür gibt es keine sachliche Rechtfertigung.

Es ist legitim, eine andere Meinung zu vertreten. Es ist aber nicht legitim, einer ganzen Bevölkerungsgruppe die vollen Rechte vorzuenthalten, sie zu diffamieren und als krank zu bezeichnen, nur weil diese eine andere sexuelle Orientierung empfinden, als die der vermeintlichen heterosexuellen Normativität.

(Bild: Michael Pollak – CC-BY-2.0 – Flickr)

35 Kommentare

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  1. Pauli 21 August, 2008 at 22:27

    Krank ist etwas, das zum nachhaltigen Leben nicht fähig ist.
    Ein Schwuler kann sich nicht fortpflanzen. Daher ist er krank.
    Punkt. Und so einfach ist das.

  2. stefon 22 August, 2008 at 20:36

    @pauli: Nachdem Menschen wohl in keinster Weise nachhaltig Leben, sind wohl die Menschen die keine Kinder kriegen die nachhaltigsten…
    Mir scheint DIESE Argumentation wirklich mehr als löchrig.

    KRANK ist es anderen Menschen Würde abzusprechen aufgrund dereren Herkunft, sexuellen Neigung, …

  3. thinkoutsideyourbox.net 23 August, 2008 at 10:08

    Es ist völliger Humbug, jemanden aufgrund seiner/ihrer sexuellen Orientierung als krank zu bezeichnen. Derlei Ansichten können nur ewiggestrige vertreten. Leider gibt’s davon viel zu viele – z.B. Kirchenvertreter, konservative und rechtspopulistische Politiker, die die Bevölkerung in Menschen erster und zweiter Klasse teilen (wollen).

    Erste Klasse sind all jene, die der heterosexuellen Normativität entsprechen. Alle anderen verdienen daher auch nicht die gleichen Rechte.

    Schwachsinn pur, diese Argumentation.

  4. magenta 23 August, 2008 at 11:55

    auf so etwas kann man gar nicht argumentativ eingehen! diskussion beendet.

    mit solchen personen kann ich keine unterhaltung führen – genauso nicht mit nazis oder anderen menschen mit einem dahingehenden menschenbild (das andere menschen wegen irgendwelcher eingenschaften, die sie nunmal aus irgendwelchen gründen haben, herabsetzt).

    leider sind wir trotzdem gezwungen uns damit auseinanderzusetzen. da beschränke ich mich aber dann auf die potentiellen anhänger dieses kerlchens, da besteht die chance auf vernunft und überdenken.

  5. aaron 25 August, 2008 at 15:16

    Pauli, ich muss dir was sagen. Bitte halte dich wo fest, weil die meisten Menschen von deinem Schlag halten viele Wahrheiten nicht aus – diese genauso wenig: Du bist bisexuell. Wie alle (!) anderen Menschen auch!

  6. matthias 25 August, 2008 at 23:53

    ein sehr originelles posting von pauli *gg*
    das regt meine philosophische ader an und bringt mich zum nachdenken, also vielen dank für deinen dummen beitrag.
    schwule sind normalerweise nicht unfähig sich fortzupflanzen. die mehrheit der schwulen sind mit gewissheit zeugungsfähige männer, die also biologisch absolut imstande sind sich fortzupflanzen. somit wäre deine krankheitstheorie also wiederlegt.
    was deine aussage „krank ist etwas, das zum nachhaltigen leben nicht fähig ist.“ mit der ganzen thematik zu tun haben soll ist mir allerdings schleierhaft…

  7. DNG 27 August, 2008 at 09:02

    Krank ist jemand, der zum Arzt geht, Medikamente verschrieben bekommt und dem es auf Grund dessen nach einer gewissen Zeit wieder besser geht.
    Ich hab bissher noch keine Tabletten gegen mein schwul-sein gefunden – möcht ich auch nicht, aber ich distanziere mich von all den üblichen Klischee-Schwuppen. So wie die sich aufführen, ist es ja auch kein Wunder, dass es noch so viele homophoben Menschen gibt.
    Wann lernen die Schwulen endlich „normal“ zu sein, und wann lernen die Heten endlich, dass schwul sein „normal“ sein kann (und ist)?!

    Wegen der Ausländerpolitik würde ich FPÖ wählen, aber ihre Homo-Politik…

  8. Schnittbohne 10 September, 2008 at 12:45

    Nein, DNG, das ist die Definition von „krank“, die dir von der Gesellschaft vermittelt wird. Man kann „Kranksein“ doch nicht auf „zum Arzt gehen und Medikamente verschrieben bekommen“ reduzieren, dann könnte ich ja wohl nicht krank werden, wenn ich niemals zum Arzt gehen würde?

    @Magenta

    Ich würde gerne sehen, wie du mit Nazis diskutierst, die meisten dieser sind nämlich schon tut. Du meinst vielleicht Neo-nazis.

    Pauli hat mit seiner Argumentation vollkommen recht. Homosexualität ist abnormal, nicht von der Natur vorgesehen, wie auch immer man es ausdrücken mag. Unsere Bevölkerung wächst jetzt bereits schon nur mehr um ein Minimum (Europa), da brauchen wir nicht auch noch die Krankheit Homosexualität, oder wollt ihr etwa einen Bevölkerungsschwund…

  9. Schnittbohne 10 September, 2008 at 12:50

    Nachtrag…

    DNG… Krebs ist deiner Meinung nach also auch keine Krankheit, da es oft nicht geheilt werden kann, denn krank ist ja nur der, der vom Arzt durch Medikamente geheilt wird…

  10. Schnittbohne 10 September, 2008 at 16:09

    Dich finde ich auch genial, thinkoutsideyourbox.
    Du bist also der Meinung, schwule Ehepaare setzen Kinder in die Welt.
    DAS. Finde ich genial.

  11. thinkoutsideyourbox.net 10 September, 2008 at 18:09

    Kann mich nicht erinnern, das jemals behauptet zu haben.
    Wenn du auf dieser Schiene diskutieren willst, denk über folgendes nach: Leisten kinderlose Paare einen Beitrag?

    Das eine hat mit dem anderen rein nichts zu tun und geht an der Thematik vorbei. Fakt ist, dass Schwule, Lesben und Transgender rechtlich benachteiligt sind und der Staat manche Rechte ihnen vorenthält. Diese Diskriminierung gehört beendet. Darüberhinaus ist Aufklärungsarbeit notwendig, denn „anders“ sein, ist schlichtweg normal. Auch wenn du dich dieser Erkenntnis verweigerst, Tatsache bleibt es…

  12. DNG 12 September, 2008 at 08:58

    Ja, genau, Zack-die-Schnittbohne, Krebs ist meiner Meinung nach keine Krankheit *elStupido*
    Wär es vielleicht möglich, nicht alles Worf für Wort zu nehmen und a bissl zwischen den Zeilen zu lesen, bzw. den Inhalt zu verstehen? Naja, egal, von manchen kann man soetwas nicht erwarten, geschweige denn erhoffen…

    Und, BOAAHHH, was für eine Erkenntniss, das Schwule für den Geburtenrückgang verantwortlich sind… Hammer! Wo hast du das her? Bibel?

    Einerseits bin ich natürlich für ne absolute Gleichstellung – schließlich scheissen wir alle Braun und sind – zumindest sagt man das ja so gern – alle gleich!
    Ich würde nicht sagen, dass wir alle „gleich“ sind… Aber egal, zumindest bei uns, in der Gesellschaft, in der kultivierten Zivilisation, sollte es eine absolute Gleichstellung geben.
    Trotzdem kann ich mir sehr schwer vorstellen, wie ein Kind, das bei einem Homopaar aufwächst, es leicht haben wird. Stellt euch mal vor, zum Elternsprechtag kommen zwei Tucken mit Handtasche von Prade… Oder zwei ButchLesben, vor denen sich selbst dir „richtigen“ Männer fürchten… Das Kind wird sich sein Leben nehmen…
    Nein, das ist keinesfalls falsch von mir, so zu denken! Schaut euch mal da „draussen“ um und zeigt mir, dass es „normale“ Homos und Lesben gibt… Nur wenige, vereinzelt, kleine, kaum scheinbare Grüppchen… Aber egal, es soll ne Gleichstellung geben… Vielleicht werden die Schwuppen dadurch mal „normal“, fühlen und benehmen sich dann nicht mehr wie „Aussenseiter“ ;)

  13. Andreas Klinger 13 September, 2008 at 16:22

    wahnsinn wieviel engstirnigkeit in diese kurzen kommentare passt

    @thinkoutsideyourbox hochachtung dass du hier ernsthaft kommunikation betreibst

    @dng schwulen sind genau gleich normal wie heteros – ich hab laenger mit zwei (bis 2,5 ;) ) schwulen in einer wg gewohnt – fazit: es gibt genauso schwule deppen und machos wie es sie leider auch unter heteros gibt – die tatsache dass sie ueber sich selbst etwas mehr im klaren sind filtert zwar die primitivesten oft aus aber leider auch nicht immer

    @dng mach dir keine hoffnungen – auch in deinem freundeskreis sind in wahrheit ein paar der coolsten jungs innerlich schwul – und der wird sich bei seinem outing auch nicht veraendern

    @pauli troll hier nicht rum das is ja laecherlich

    imho: als hetero kann man nur ueber jeden schwulen mann froh sein – mehr huebsche frauen fuer uns

  14. DNG 14 September, 2008 at 04:18

    @thinkoutsideyourbox: Diese „sichbare“ Gruppe überwiegt leider in der schwulen Gesellschaft!

    @Andreas: Was sind 2,5 Schwule?!? *hehe*
    Aber ich glaub nicht, dass sich genau diese Schwulen, die ich „nicht mag“ (also diese tyischen Fernseh-Klischee-Schwuppen die das Wort „gehen“ nicht umsetzen können, sondern immer stolzieren oder schweben müssen), mehr über sich selbst im klaren sind! Ne, das glaub ich echt nicht. Meiner Meinung nach spiegeln sie nur ein vorgezeichnetes Bild eines Unterhaltungsprogramms wieder… Aber da denkt ja jeder anders…

    Zum Glück bin ich kein Politiker und brauch mich nicht über meine Weltanschauung und Meinung rechtfertigen ;)

    Apropos rechtfertigen: War heut im Kino und da lief ein Partei-Werbespot, wo man alle erdentklichen Leute gesehen hat, die dämlicher als ne Kuh wennst blitzt in die Kamera grinsten, und alle nen weißen Drei-Tage-Bart hatten – egal ob Mann, Frau oder Kind… das Letzte Bild war dann der Van der Bellen… Was hatte das für nen Sinn?!? Wo war da die Message?

  15. Oscarlena 19 September, 2008 at 15:13

    @ thinkoutsideyourbox.net:

    „Es ärgert mich immer wieder, wenn homosexuelle
    Beziehungen einzig und allein auf die Sexualität
    reduziert werden.“

    Geht doch gar nicht anders. Homophobiker sind krank.
    Sie sind besessen von dem, was sie sich selbst
    verbieten. Die Realität interessiert sie doch gar nicht.

    @ Pauli:

    „Ein Schwuler kann sich nicht fortpflanzen.
    Daher ist er krank.“

    Anti-Homophobie-Therapie Lektion 1:

    Informier Dich bittschön über die Basics, als da wären
    die Anzahl derjenigen Männer, die mit Frauen
    geschlechtlich verkehren, bevor sie merken, daß sie’s
    mit Männern lieber tun.

    Oder über die Anzahl der Männer, mit denen Frauen
    verkehren, bevor sie merken, daß sie’s mit Frauen
    lieber tun. 70 und 80 Prozent aller lesbischen Frauen
    machen im Laufe ihres Lebens Erfahrungen mit einem
    oder mehren Männern. Millionen dieser Frauen waren
    und sind Mütter. Und das auf völlig natürlichem Wege.

    Anti-Homophobie-Therapie Lektion 2:

    „Im weiteren Verlauf dieses Artikels stellt uns
    Wikipedia eine Studie vor, die zu dem Ergebnis kam,
    daß 54 % aller homophoben Männer beim Betrachten
    von Videos, die sexuelle Handlungen unter Männern
    zeigen, eindeutig erregt wurden; 26 % fühlten sich
    mäßig erregt. Macht zusammen 80 %.“
    (abgekupfert aus meinem eigenen Blog)

    @ magenta:

    „auf so etwas kann man gar nicht argumentativ
    eingehen! diskussion beendet.“

    Stimmt genau. Homophobie ist eine Krankheit und
    eine Krankheit kann man nicht wegdiskutieren.

    Nachdem es kontraproduktiv ist, wegen der Krankheit
    anderer Leute sauer zu werden, ich aber sauer werde,
    wenn ich geballte Ladungen homophobes Zeugs lesen
    muß, helfe ich mir mit ein paar Zeilen aus
    der Seers Album „Junischnee“:

    „LOSS DIE KAKERLAKEN AUF DIE LAKEN GAGN
    MOCH MA KOA X ZU AN Z

    SAPPERLOT

    SIST HOST AN ZIAGL IM KOMPOTT
    SAPPERLOT
    WA UMAN ZIAGL A NO SCHOD

    SAPPERLOT“

    Sapperlot und Servus aus Bayern!

  16. Grazer 26 Oktober, 2008 at 21:22

    Strache ist doch selbst schwul und Haiders ehemaliger Intimpartner (Pressecode: „Ziehsohn“, „Intimus“). Das hat so manches erklärt, was zwischen den beiden zu Haiders Lebzeiten vorgegangen ist. Irgendwann ist dann etwas äußerst enttäuschendes vorgegangen und die beiden sind im Streit auseinandergegangen, die FPÖ spaltete sich – die „Versöhnung“ nach der Wahl war doch eher gezwungen … Um sich nun von dieser für ihn enttäuschenden Vergangenheit zu distanzieren, bezeichnet Strache seine ehemalige Neigung als Krankheit.

  17. Wien muss Berlin, aber darf es auch nicht werden! | thinkoutsideyourbox.net 29 Januar, 2012 at 10:55

    […] Gerade die Aussagen der letzten Wochen von röm.kath. Kirchenvertretern tragen nicht zu einer liberalen, toleranten Gesellschaft bei. Doch nicht nur die röm.kath. Kirche hat zuletzt vermehrt Intoleranz und Homophobie verbreitet. Auch die Politik trägt ihr Stück dazu bei. In Erinnerung sind die Aussagen diverser VertreterInnen der rechtspopulistischen FPÖ. Parteiobmann HC Strache sprach  beispielsweise 2008 von der Krankheit Homosexualität. […]

  18. nadja 1 September, 2013 at 13:30

    @DNG lesen Sie eigentlich selbst was Sie schreiben? wegen der Ausländerpolitik würden Sie FPÖ wählen? Alle sind gleich?Scheißen die Ausländer nicht braun oder?

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