Ratzinger, seit seiner Wahl zum Papst Benedikt XVI genannt, befindet sich derzeit auf Nahost-Tour. Neben einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II hat er heute die Hussein-Moschee in der Hauptstadt Amman besucht. Schon zuvor besuchte er den biblischen Berg Nebo. Bei der Grundsteinlegung für eine katholische Universität in Madaba tätigte Papst Benedikt wahrlich interessante Aussagen. So warnte er vor einer “Perversion der Religion, wenn Religion extremistisch ausgelegt werde. Diese Aussage ist eine nähere Betrachtung wert.
Unter Papst Benedikt hat die katholischen einen Konservatismusruck erfahren. Insofern ist die jetzige Aussage Ratzingers umso interessanter. Wie derStandard berichtet, hat Ratzinger vor religiösem Extremismus gewarnt:
Religion werde verzerrt, wenn sie in den Dienst von Ignoranz und Vorurteilen, von Misstrauen, Gewalt und Missbrauch gestellt” werde. In diesem Fall stellen wir nicht nur eine Perversion der Religion, sondern auch ein Unterlaufen der menschlichen Freiheit, Beschränktheit und Blendung des Geistes fest”
Seit seinem Amtsantritt hat Papst Benedikt etliche zweifelhafte und bedauernswerte Entscheidungen getroffen. So hat er die traditionalistische Piusbruderschaft wieder in die Kirche aufgenommen, hat die “lateinische Messe” wieder eingeführt, hat die Exkommunizierung des Holocaustleugners Richard Williams aufgehoben, hat im Frühjahr zurückzuweisende und weltfremde Aussagen zu Safer Sex getätigt,… Doch es geht noch hetzerischer.
Im Dezember letzten Jahres hat er davon gesprochen, dass Kinder vor Homo-Eltern geschützt werden müssen und daher ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben verhinderten werden müsse, da die Kirche die einzige Insitution sei,
“die stets und ohne Furcht die wahren Opfer benennt: Nicht nur die Homosexuellen, sondern auch die Kinder, die diese zu haben wünschen.”
In der Weihnachtsansprache betrieb Papst Benedikt dann endgültig Menschenhetze, als er behauptete Schwule und Lesben würden die Schöpfung Gottes zerstoren und homosexuelle Menschen mit Umweltverschmutzung verglich.
Ein weiteres Puzzlesteinchen des katholischen “Extremismus” von Ratzinger war die Ernennung von Pfarrer Gerhard Maria Wagner zum Linzer Weihbischof. Ein Geistlicher, der Harry Potter für ein Werk Satans hält, den Hurricane Kathrina als Folge “der geistigen Umweltverschmutzung” brandmarkte und Schwule und Lesben therapieren lassen möchte, da Homosexualität heilbar ist. Dieser Mann samt dessen fundamentalistische Ansichten konnten immerhin abgewendet werden.
Papst Benedikt hat mit seiner Aussage recht, dass religiöser Extremismus die Religion an sich ad absurdum führt, aber in Anbetracht all seiner hetzerischen, verunglimpfenden, diffamierenden, homophoben Aussagen der letzen Monate, komme ich auf folgendes Resümee:
Papst Benedikt warnt vor sich selbst(?)
Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung. Aber ob ich darauf hoffen soll? Dann bete ich zu Gott, dass er seinem Schäfchen Ratzinger diese Erkenntnis schicken möge. Dumm nur für mich, dass es (in meinen Augen) keinen Gott gibt. Bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich weiterhin diese ewiggestrigen Ansichten anzuhören.
(Bild: Flickr CC roblisameehan)












