
Quelle: google.at
Der Wahlkampf zur EP-Wahl beginnt schön langsam und einige antretende Parteien sind bereits mit Plakaten präsent. Nicht so jedoch die Grünen und deren Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Die Grünen schaffen es leider nach wie vor nicht, medial, umfragemäßig oder themenmäßig Tritt zu fassen. Ich habe mir mal angesehen, welche Parteien, Parteivorsitzende und EU-Wahl-SpitzenkandidatInnen in Google “gefragt” sind. Das Resultat ist für die kleinste Oppositionspartei ernüchternd.
Politik bewegt – zumindest manche Personen. Klar daher, dass viele Menschen auf der Suche nach Informationen das Internet und hier die am weitesten verbreitete Suchmaschine Google zu Rate zieht. Hier nun die “Google Trends”:
Die Grünen sind nicht gefragt.
Das Ergebnis für die Ökopartei ist katastrophal. Im Vergleich zu allen anderen im Nationalrat vertretenen Parteien werden “Die Grünen” in Google mit Abstand am wenigsten gesucht. Selbst das BZÖ (stimmenmäßig in etwa gleich stark bei der letzten Nationalratswahl) wird über das bisherige Jahr 2009 mehr als 3 mal so oft gesucht. Auf Platz 1 war es zum Wahltriumpf in Kärnten im Frühjar.
Die SPÖ wird im Vergleich zur Ökopartei mehr als 6 mal so häufig, die ÖVP, 5,4 mal so oft und HC Straches FPÖ wird 3,6 mal so oft gesucht.

Im Vergleich zu 2008 hat sich der Abstand zu den anderen Parteien 2009 vergrößert. Basis: Die Grünen 1; SPÖ 3,9, ÖVP 3,6 FPÖ 2,8 BZÖ 2,3
Nur einer ist schlechter als Glawischnig
Bei der Frage nach den Suchaufträgen zu den Parteivorsitzenden (nur Nachnamen) schaut es für die Bundesobfrau der Grünen, Eva Glawischnig, ebenfalls sehr schlecht aus. Immerhin ist sie nicht letzte. Diese Ehre gebührt dem BZÖ-Bündnisobmann Herbert Scheibner. Im Vergleich zu den anderen Parteivorsitzenden geht Glawischnig jedoch unter. HC Strache wird mehr als 7 mal so oft gesucht, ebenfalls wie Josef Pröll (wohl auch einige Anfragen zum NÖ-LH Erwin Pröll). Bundeskanzler Faymann von der SPÖ wird mehr als 5 mal häufiger gesucht als Glawischnig.

EU-SpitzenkandidatInnen nur 3 gefragt
Bei den SpitzenkandidatInnen für die Wahl zum Europäischen Parlament am 7. Juni wirft Google teilweise ein gänzlich anderes Bild aus. Teilweise, denn Die Grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek scheint nur zu Jahresbeginn kurz auf, als sie zur Spitzenkandidatin beim Grünen Bundeskongress gewählt wurde. Danach geriet sie rasch wieder in “Vergessenheit”. Ähnliches trifft auf den FPÖ-Kandidaten Andreas Mölzer zu. Auch er wird in Google so gut wie nicht gesucht. Diese Schwäche wird aber von HC Strache mehr als nur kompensiert. Scheint es ja auch so zu sein, dass ohne Straches “Paintshop”-Lächeln kein FPÖ-Plakat auskommen kann. Viele Anfragen in Google gibt es zum BZÖ-Kandidaten Stadler und zu ÖVP-Kandidaten Strasser (wohl auch wegen einer Vorwürfe, z.B. E-Mailcausa).

(Bildquellen: google.at/trends)













hi,
wie schauen die ergebnisse aus, wenn du nicht nur “die grünen” in die analyse aufnimmst, sondern auch “grüne”? es könnte ja auch menschen geben, die so suchen.
lg, gebi
das selbe wie gebi wollte ich auch gerade fragen. aus meinen erfahrungen weiß ich, dass etwa 3 mal so viele besucherInnen mit dem suchbegriff “grüne” statt “die grünen” auf unsere seite kommen (die grünen linz).
hab schnell selbst nachgeschaut:
http://tinyurl.com/dk5rq4
blau: grüne
rot: die grünen (ohne anführungszeichen)
@ Gebi und Severin:
Ich habe mir die Daten mit “grüne” angesehen. Ja, es stimmt! Wenn die Auswertung mit “grüne” gemacht wird, zeichnet sich ein anderes Bild, da die Grünen mit den anderen Parteien aufschließen. Letztlich ist es eine Momentaufnahme für die “offiziellen” Bezeichnungen der Parteien. Die Kritik an den aufgegebenen Suchanfragen zu den beiden Führungspersönlichkeiten der Partei, Eva Glawischnig und Ulrike Lunacek, bleibt aber dennoch klar aufrecht. Hier wäre – so meine ich – dringend anzusetzen.
Der Vergleich zw. Glawischnig und Strache verstärkt diese Sichtweise (Suchbegriffe: HC Strache, Strache, Eva Glawischnig, Glawischnig)
http://is.gd/xgo8
Nicht dass das BZÖ für uns Restösterreicher sonderlich relevant wäre, aber Bündnisobmann ist seit Ende April Josef Bucher. Aber klar, da bietet sich kein Vergleich an, da er im Umfeld seiner Wahl ein statistischer Ausreißer wäre.
Der Vergleich der Nachnamen führt zu einem klaren “Sieg” Buchers, aber wenn man Vor- und Nachname sucht, sind für Josef Bucher nichtmal genug Daten vorhanden, um angezeigt zu werden, ebenso für “bzö bucher”, also liegts wohl an der Verbreitung des Namens.
@ Thomas:
Stimmt, da ist mir glatt ein Fehler unterlaufen, aber ich habe beschlossen, die Statistik nun nicht mehr zu ändern, da erstens – wie du ausführst – der Zeitraum zu kurz wäre und zweitens, die BZÖ Homepage als geschäftsführenden Bündnisobmann noch immer Scheibner anführt. Wie du schön hier ausgeführt hast, macht das BZÖ den Eindrück, ihre eigene Seite nicht immer gänzlich unter Kontrolle zu haben.
Mich macht das starke Abschneiden der blauen irgendwie skeptisch. Das Internet ist ja nicht gerade deren Spielwiese.