
Quelle: Screenshot familienlobby.ch
In Zürich (Schweiz) findet von 2. Mai bis 7. Juni die EuroPride 09 (Parade am 6. Juni) statt und 100.000 Schwule, Lesben und Transgender werden die Stadt in ein Meer aus Regenbogenfahnen tauchen. Alle feiern und demonstrieren sie für Gleichstellung und Gleichberechtigung von LGBT-Personen und für ein Fest der Liebe. Alle? Nein. Wäre da nicht ein kleines Grüppchen christlicher Erzkonservativer, die mit aller Macht versuchen, die Parade zu verhindern und dies mit weltfremden Argumenten zu begründen versuchen, denn “die schädlichen Folgen des homosexuellen Lebensstils werden kaum erwähnt”.
Die “Familienlobby Schweiz” kämpft verbissen gegen die Abhaltung der EuroPride 09. Ihrem Protest haben Sie im Dezember 2008 Nachdruck verliehen, als sie dem Zürcher Stadtrat 5.392 Unterschriften von Paradegegnern überreichten. Gleichwohl hat der Verein wenig Hoffnung, dass die Parade seitens der Politik verhindert wird. Zürich hat seit kurzem die erste offen lesbische Stadtratspräsidentin, Corine Mauch. So bleibt dem Verein nur noch ein letzter Hoffnungsfunke: Gott. So heißt es:
Doch bleibt der Familienlobby als einem kirchlichen Verein noch das Gebet. Seit mehr als zwei Jahren bittet eine wachsende Zahl von Beterinnen und Betern, dass Gott selber die Gross-Parade vom 6. Juni verhindert.
Nachdem Gott (sofern es einen geben sollte, was ich persönlich sehr bezweifle) gemäß der kirchlichen Lehre, ein liebender Gott sein soll, dürfte dieser gegen ein Fest der Liebe und Toleranz nichts einzuwenden haben.
Wie zahlreiche andere klerikale und homophobe Gruppierungen behauptet auch die Familienlobby, dass Homosexualität geheilt und Schwule/Lesben umgepolt werden können. So wird ein Buch eines ehemaligen Homosexuellen beworben. Titel des Buches “Befreiung aus dem Homo-Gefängnis”.
Zerstörung der traditionellen Familie
Die „Familienlobby Schweiz“ tritt gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben oder die Einführung weiter Rechte bei der “Eingetragenen Partnerschaft” für Schwule und Lesben, denn diese Partnerschaftsformen zerstören die traditionelle Familie. In weiterer Folge wird homosexuellen Beziehungen die Möglichkeit abgesprochen, in ihrer PartnerInnenschaft vollkommene Liebe und Glück zu erfahren:
“Pseudofamilien mögen zu Beginn attraktiv erscheinen. Doch sie halten langfristig nicht, was sie versprechen. Sie bringen kein bleibendes, tiefes Glück. Sie lassen unerfüllt, weil sie die Meisterschaft des Lebens verhindern: sich hingebende, in Treue reifende Liebe gemäss den Richtlinien Gottes.“
Es ist bei sämtlichen Gegnern der Zuerkennung der gleichen Rechte für Schwule und Lesben immer das gleiche haltlose Argument. Die heterosexuelle Ehe und die “klassische” Familie wird zerstört. Die Tatsache, dass diese in keinster Weise berührt wird, wird nicht akzeptiert. Dafür scheint die Ignoranz einfach zu groß.
Die Gefahren des Homo-Lebensstils
Es wäre keine erzkonservative Gruppe, wenn nicht auf die Krankheitskeule Homosexualität geschwungen werden würde. Es wird eine wissenschaftliche Studie zitiert und folgende Ergebnisse aufgezählt:
- 70% der Homosexuellen können ihre sexuelle Orientierung nicht wirklich akzeptieren.
- 63% gaben an, unter Einsamkeit zu leiden (Gesamtbevölkerung: 37%)
- 41% litten im Verlauf der letzten 12 Monate an mehrwöchigen depressiven Zuständen.
- 22% hatten in dieser Zeit über einen Selbstmord nachgedacht.
- 19% hatten einen Selbstmordversuch hinter sich (Durchschnitt aller CH-Männer: 3%)
- Beim Drogen- und Rauschmittelkonsum übertreffen die Schwulen den Durchschnitt der Männer teilweise um ein Vielfaches.
Richtig, ähnliche Zahlen liefert auch eine österreichische Studie. Die Familienlobby liefert (verständlicherweies) keine Erklärungen, wieso diese Zahlen zustande kommen, sondern schließt daraus gleich, dass homosexueller Lebensstil gefährlich ist.
Dabei liegen die Gründe für diese Zahlen genau in diesen homophoben, menschenverachtenden Aussagen wie beispielsweise seitens der Familienlobby. Diese Zahlen liegen zum großen Teil daran, dass Schwulen und Lesben das Leben durch derartige Intoleranz, Hass und Vorverurteilungen durch christlichfundamentale, erzkonservative Äußerungen deutlich erschwert wird. Wer laufend hört, krank oder pervers zu sein, kann früher oder später Selbstzweifel entwickeln. Diese Äußerungen verletzen die Menschenwürde jedes Einzelnen und sind daher strikt zu verurteilen und zurück zu weisen. Ähnlich sieht dies die Studie aus Österreich:
” Es seien deutlich mehr Risikofaktoren festzustellen, so Plöderl. Homo- und Bisexuelle hätten eine geringere soziale Unterstützung, vor allem durch die eigenen Eltern: 30 Prozent der Väter und 20 Prozent der Mütter seien zum Zeitpunkt der Befragung noch immer sehr negativ oder negativ zur Homosexualität ihres Kindes eingestellt gewesen.”
Geschlossen wird die Kampagne mit folgendem Irrglauben:
Die PR der Homo-Lobby verführt in ein vermeintliches Paradies
- sie verstärkt die Not von Homosexuellen, die unter ihrer Sexualität leiden
- sie verführt junge Menschen,die ihre sexuelle Identität suchen, zueiner Familie zu verwirklichen
falschen Annahmen und untergräbt ihre Möglichkeit, sich im Rahmen- sie arbeitet an der Zerstörung der traditionellen Familie
(Vater, Mutter, Kind)
Mensch wird nicht homosexuell aufgrund der Sichtbarkeit von Homosexualität in der Gesellschaft! Diese Sichtweise ist Nonsens und Intoleranz zum Quadrat. Wirklich Überraschung ist diese Haltung nicht. Gut, dass viele Menschen anders denken, sich in ihren Freiheiten nicht einschränken lassen wollen und für ihre Rechte eintreten, die ihnen andere vorenthalten wollen. Hier gibt es eine Übersicht über zahlreiche CSD-Paraden weltweit.
Was verschweigt nun die “Homo-Lobby”? Nichts! Viel mehr setzt sie sich für gleiche Rechte für alle Menschen ein – unabhängig ihrer sexuellen Orientierung.













Welche Arroganz und Selbstüberheblichkeit kommt doch in diesem Artikel zum Ausdruck! Als ob heterosexuelle Ehen “bleibendes, tiefes Glück” brächten! Ob eine Beziehung gelingt oder nicht, ist unabhängig davon, ob sie zwischen Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau gelebt wird!
Wenn im Artikel Statistiken bemüht werden, um zu “beweisen”, dass homosexuelle Menschen häufiger unter psychischen Störungen leiden, als heterosexuelle, dann kann ich nur sagen: jede Statistik kann nach eigenem Gutdünken geschönt werden.
Überhaupt: was soll das Gerede von einem “homosexuellen Lebensstil”? Welchen Lebensstil jemand für sich bevorzugt, ist unabhängig davon, ob er schwul, lesbisch oder heterosexuell ist.
Es war einmal … und ist kein Märchen, da war Homosexualität noch verboten. Auch damals lebten wir in einem demokratischen Staat. Jeder mag sein Leben gestalten wie er will. Aber die Machtgelüste, Arroganz und Gewaltbereitschaft der Homoszene ist erschreckend. Zivilisierte Menschen können nicht mit Gewalt antworten, sie müssen ertragen, dass die Gesellschaft dekadent geworden ist.
Hallo giovanni, Machtgelüste, Arroganz und Gewaltbereitschaft sind zu
verurteilen – wann und wo immer sie sichtbar werden. Weder einer “Homolobby”
noch einer “Heterolobby” steht es zu, arrogant und gewaltbereit aufzutreten!
Was unserer Gesellschaft weitgehend fehlt, ist das Gespräch miteinander und der
immer neue Versuch, einander zu verstehen und einander in seiner
Unterschiedlichkeit gelten zu lassen. Jeder soll sein Leben gestalten, wie
er will, und soll Gleiches auch denen zugestehen, die nicht so leben
(wollen), wie er selber.
Lieber Oliver!
Es ist doch immer wieder interessant zu sehen, wie sich die Bilder gleichen:
Überall kämpfen die Christen auf ihren verlorenen Posten.
Da ihnen schon die Mitglieder weglaufen, weil sie mit ihren Botschaften offensichtlich nicht überzeugen können, hetzen sie eben gegen Minderheiten.
Eine 2000 Jahre alte Christen-Strategie:
Auf die Schwachen eindreschen.
Dabei zeigt die Geschichte eins – ob es nun der kirchliche Widerstand gegen Frauenwahlrecht, gemischtrassige Ehen oder das heliozentristische Weltbild war – sie haben alle diese Kulurkämpfe verloren.
Und so werden sie sich in ein paar 100 Jahren sicher auch ganz fürchterlich für ihren homophoben Wahn schämen.
http://tammox.blogspot.com/2009/05/aus-der-geschichte-lernen.html
Beste Grüße aus Hamburg
Tammox
Was Daniel Regli und seine Familienlobby zusammendichten ist menschenverachtend und fundamentalistisch. Die Genfer Statistik (wie fundiert die ist, bleibt dahingestellt) ist weder gesamtschweizerisch noch europäisch, noch weltweit. In Genf lässt es sich auch als Hetero schlecht leben, das soziale Umfeld ist dort ein Albtraum. Und AIDS kriegen auch Heteros, und auch von Frauen.
Ich bin 65 Jahre alt. Gesamtschweizerisch kenne ich mehr Heteros die an Depressionen leiden als Schwule, weil sie sich in ihren Ehen überfordert fühlen und solche, die sich mit Frauen eingelassen haben, die sie auch nach einer Scheidung noch terrorisieren. Ehekrisen wegen Fremdgehen, wegen unerfüllter Sexualität, wer kennst das nicht? Kennt die Familienlobby überhaupt die bisexuelle Subkultur? Weiss sie, wie viele Familienväter oder sonstige Heteros mit Männern „fremdgehen“ um mehr Glück und Ruhe in ihrer Sexualität zu erleben, um ihre Horizonte zu erweitern? Schaut doch mal, wie viel Leid und Elend in vielen Familien steckt, Scheidungen, Kindsmisshandlung, Drogen, Selbstmord, Mord und Terror in den eigenen vier Wänden… Und was ist mit den vielen aggressiven, schlecht erzogenen Kids?
Daniel Regli hoffte, dass es an der GayPride-Parade regnet. Es regnete auch, als die äusserst erfolgreiche Parade vorbei war. Es regnet aber auch an Hetero-Hochzeiten und an Taufen.
Adriano
(eins dieser “schwulen Arschlöcher”, wie sie die Familienlobby nennt)
Wir Schwule sollten unseren eigenen Weg gehen und uns nicht von Uwe Splittdorf und seiner Homo-Lobby gängeln lassen. Denen geht es sowieso in erster Linie nur ums Geld und nicht um uns Homosexuelle!