Sozialexperiment: Wie Passenten auf Coming-Out in FuZo reagieren

„qeerblick“ hat in der FußgängerInnnenzone in der deutschen Stadt Essen getestet, wie PassantInnen auf ein öffentliches Coming-Out reagieren. Ein Jugendlicher hat sich mit einem Schild „Ich bin schwul, habt ihr Fragen?“ in die FuZo gestellt. Die meisten Reaktionen waren positiv, doch auch negative Reaktionen gab es.

Anstatt die Straße religiösen Fundis und Eiferern zu überlassen, die regelmäßig mit Schildern „Homosexualität ist Sünde“ oder „Jesus rettet“-Schildern durch Innenstädte ziehen, hat „queerblick“ den Spieß umgedreht und in der FußgängerInnenzone in Essen ein Sozialexperiment durchgeführt.

Ein Jugendlicher hat sich mit einem Schild „ICH BIN SCHWUL – Habt ihr Fragen?“ auf die Straße gestellt und einen Nachmittag lang die Reaktionen der PassantInnen abgewartet.

Wie reagieren PassantInnen auf öffentliches Coming-Out?

Viele verwunderte Blicke gab es. Einige Menschen gingen kopfschüttelnd vorbei. Und einige PassantInnen trauten sich, Kevin direkt anzusprechen, wie „queerblick“ festhält. Eine ältere Dame fragte etwa:

„Was wollen Sie denn damit bezwecken?“

Ein Mann, der diese Aktion mit Missfallen beobachtete, sagte gegenüber der „queerblick“-Reporterin:

„Man wird so geboren. Und das ist traurig und schade. Aber ich kann’s nicht ändern.“

Überwiegend waren die Reaktionen aber dennoch positiv. Ein Vater erzählte von seinem schwulen Sohn und viele Passantinnen stimmten zu, dass es noch viel zu tun gibt in Sachen Akzeptanz. Das Resümee von „queerblick“-Reporterin Lisa:

„Solche Aktionen müsste es viel häufiger geben. Sonst kennt man solche Schilder nur vom CSD. Aber wir müssen das ganz Jahr über für Vielfalt aufklären.“

Video: „Ich bin schwul, habt ihr Fragen?“

Eine lesbische Version ist bereits gedreht. Das Video entstand in Zusammenarbeit mit dem Gendermagazin „Mein Testgelände“.

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