Fix: Kein Pride Village in Wien wg. EM-Public Viewing

Nachdem bereits am Samstag darüber berichtet wurde, hat der veranstaltende Verein am Montag nun definitiv bestätigt, dass es 2016 kein Pride Village in Wien geben wird. Trotz Vertrages zur Nutzung des Rathausplatzes musste das Pride Village den Wünschen des ORF und auch der Stadt weichen, die im gleichen Zeitraum ein EM-Public Viewing durchführen möchten.

Zunächst gab es am Freitag eine Mitteilung des Vereins „CSD Vienna“ an die Mitglieder über die Absage (thinkoutsideyourbox.net berichtete), dann hieß es am Samstag, dass dies „nur Gerüchte“ wären, doch am Montag verkündete der Verein die endgültige Absage für das Pride Village in Wien.

Am Montag fanden noch Gespräche zwischen dem Verein und der Stadt Wien statt, um das Pride Village nicht doch noch „zu retten“, doch die von der Stadt angebotenen Alternativen wurden nicht angenommen.

Kein Pride Village wegen EM-Public Viewing

Grund für die Absage ist, dass der ORF und die Stadt Wien für die im Juni in Frankreich stattfindende Fußball-Europameisterschaft, für die sich Österreich erstmals in der Geschichte auf sportlichem Weg qualifiziert hat, ein Public Viewing am Rathausplatz durchführen möchte.

In einer Presseaussendung begründet der Verein „CSD Vienna“ die Absage des zu einem großen Fixpunkt gewordenen Pride Village wie folgt:

„Aufgrund der EM-Qualifikation unserer Fußballnationalmannschaft und des seitens des ORF und der Stadt Wien gewünschten Public Viewings am Rathausplatz änderte sich sehr kurzfristig die Planung des Pride Village. Die Wahl des Standortes fußt laut Mitteilung der Organisationsverantwortlichen des Public Viewings mit Verweis auf die Erfahrungswerte der Euro 2008 darauf, dass der Rathausplatz der einzig verfügbare, innerstädtische Platz ist, an dem mit Blick auf die zu erwartenden Menschenmengen (und Sicherheitsbestimmungen) eine Veranstaltung dieser Größenordnung durchgeführt werden kann.“

Die Stadt Wien, welche in den letzten Jahren das Pride Village dankenswerterweise immer unterstützt hat, bot dem Verein Alternativstandorte und -Zeiten an, doch diese erschienen für die Planungen und die Durchführung keine Option zu sein.

So heißt es weiter:

„Der Vorstand des CSD Vienna kann allerdings das mit einer örtlichen oder terminlichen Verschiebung verbundene planerische und wirtschaftliche Risiko nicht verantworten und sagt daher das Pride Village 2016 ab.“

Örtliche und terminliche Verschiebung keine Option

Da die Termine für das Pride Village und die Regenbogenparade, die zusammen die Vienna Pride bilden und in den letzten Jahren eine gute Kombination ergeben hat, schon seit Monaten kommuniziert wurden, war  eine terminlische Verschiebung keine Option.

Neben terminlichen Alternativen hat die Stadt den OrganisatorInnen auch alternative Locations vorgeschlagen, darunter den Naschmarkt, wo in der Vergangenheit das Pride Village schon ein mal durchgeführt wurde. Weitere Alternativstandorte waren der Karlsplatz (vor der Karlskirche), das Museumsquartier oder der Sigmund-Freud-Park. Diese Alternativstandorte

„würden nur eine Umsetzung mit qualitativen Abstrichen zulassen – zum einen aufgrund von Programmreduktion aus Rücksicht auf Anrainer_innen, zum anderen aufgrund einer Reduktion der Teilnehmer_innen aus Platzgründen.“

Daneben wurden der Heldenplatz vorgeschlagen, der jedoch wegen Umbauarbeiten für den Umzug des Parlaments, sowie einer bereits angemeldeten Demonstration am Tag der Regenbogenparade nicht verfügbar war. Ebenfalls wurde von der Burghauptmannschaft die Alternative Maria-Theresien-Platz zwischen dem Kunst- und Naturhistorischen Museum abgelehnt.

Vienna Pride 2016 auf Schmalspur

Damit ist leider die Absage des Pride Village fix. Die Vienna Pride wird aber dennoch stattfinden – wenn auch mit deutlich kleinerem Umfang. Die schon traditionelle Beflaggung der Straßenbahnen wird ebenso stattfinden, wie das Warm-Up vor der Regenbogenparade, die – organisiert von der HOSI Wien – am 18. Juni 2016 wie geplant über die Wiener Ringstraße ziehen wird und lautstark, vielfältig und bunt die überfällige vollständige Gleichstellung von LGBTs einfordern wird.

Die OrganisatorInnen des Pride Village erklärten abschließend, dass bereits jetzt die Planungen – zusammen mit der Stadt Wien – für das Pride Village und eine Vienna Pride im bekannten Ausmaß für das Jahr 2017 starten.

Damit die Vienna Pride nach der Absage im nächsten Jahr wieder wie ein Phönix aus der Asche aufsteigt und ein Zeichen der Weltoffenheit, Toleranz und Akzeptanz setzen wird können.

(Bild: thinkoutsideyourbox.net)

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