Liechtenstein: 6 Eingetragene Partnerschaften seit September 2011

Seit dem 1. September 2011 haben Lesben und Schwule im Fürstentum Liechtenstein die Möglichkeit, ihre PartnerInnenschaft in einer Eingetragenen Partnerschaft registrieren zu lassen, welche den Paaren eheänliche Rechte (und Pflichten) ermöglicht. Der Einführung ging eine heftige Kontroverse von GleichstellungsgegnerInnen mit BefürworterInnen voran, welche in einer Volksabstimmung endete, die mit großer Mehrheit für die Einführung ausging. Nun zieht das zuständige Zivilstandsamt eine erste postive Bilanz und verkündete, dass 6 gleichgeschlechtliche Paare eine Eingetragene Partnerschaft eingegangen sind.

Im Juni 2011 waren die BewohnerInnen des kleinen Fürstentums aufgerufen, in einer Volksabstimmung über die Einführung des Rechtsinstituts der Eingetragenen Partnerschaft für Lesben und Schwule abzustimmen. Bereits zuvor hatten sich Regierung und Parlament klar und deutlich für die Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft für Lesben und Schwule ausgesprochen.

Massive Proteste der rk Kirche und BürgerInnen-Initiative

Trotz massiver Proteste der römisch-katholischen Kirche und der eigens gegründeten BürgerInnen-Initiative “Vox Populi” hat im Juni 2011 eine deutliche Mehrheit der Liechtensteiner Bevölkerung Ja zu einem weiteren Schritt der Gleichstellung gesagt (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Insgesamt gaben 74,2 Prozent der Stimmberechtigten im Fürstentum ihre Stimme ab. Davon votierten 9.239 Stimmberechtigte mit Ja, was eine deutliche Mehrheit von 68,8 Prozent der abgegebenen Stimmen bedeutete.  4.199 Stimmberechtigte votierten dagegen mit Nein, was einen Anteil von 31,2 Prozent ergab.

6 Eingetragene Partnerschaften seit September 2011

Nun zog der Leiter des zuständigen Zivilstandsamtes in Vaduz, Hansjörg Meier eine erste positive Bilanz. Insgesamt haben sich seit der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für Lesben und Schwule 6 gleichgeschlechtliche Paare eintragen lassen. Davon waren 3 männliche und 3 weibliche PartnerInnenschaften.

Demnächst werden weitere gleichgeschlechtliche Paare eine Eingetragene Partnerschaft begründen, wie Meier gegenüber dem “Liechtensteiner Vaterlanderklärt:

“Ein männliches sowie ein weibliches Paar möchten ihre Partnerschaft ebenfalls in den kommenden Monaten bei uns eintragen lassen.”

Nur positive Erfahrungen

Ähnlich wie ihn Wien, wo Lesben und Schwule eine Zeremonie im Standesamt wählen können, die einer Eheschließung sehr ähnlich ist (anders in vielen anderen Städten, wo die Standesämter nicht erlaubt sind), erfolgen die Zeremonien in Vaduz ebenso ähnlich zu Eheschließungen.

Das Amt hat bisher nur positive Erfahrungen mit Eingetragenen Partnerschaften gemacht. Und auch die eheähnliche Zeremonie wurde bislang von den gleichgeschlechtlichen Paaren positiv aufgenommen, wie Meier weiters betont.:

“Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv.”

Den Zeremonien wird unabhängig, ob es sich um eine heterosexuelle Eheschließung oder um eine gleichgeschlechtliche “Verpartnerung” handelt, mit einer Festansprache des/der Zivilstandsbeamten/in sowie mit individuell gestalteten Abläufen ein feierlicher Rahmen verliehen. Ein großer – und symbolischer – Unterschied besteht dennoch. Es gibt kein “Ja-Wort”, da die Trauungsfrage nicht gestellt wird (werden darf).

Das Partnerschaftsgesetz sieht vor, dass homosexuelle Partnerschaft am Zivilstandesamt “verpartnert” bzw. beurkundet werden. Im Gegensatz zur Ehe bleibt aber auch in Liechtenstein homosexuellen Paaren die Adoption bzw. die medizinisch unterüstzte Fortpflanzung verwehrt. Im weiteren sind jedoch homosexuelle Paare im Erbrecht, im Sozialversicherungsrecht, der beruflichen Vorsorge, im Ausländer- und Einbürgerungsrecht, im Steuerrecht, sowie im weiteren öffentlichen Recht mit Ehepaaren gleichgestellt.

(Bild: Kevin Wong – CC-BY-2.0 – Flickr)

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