Vier FriedensnobelpreisträgerInnen haben ein einer gemeinsamen Erklärung ihre Besorgnis darüber geäußert, dass weltweit Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle häufig diskriminiert und Opfer von Gewalt werden. Sie fordern in ihrer Erklärung einen verstärkten Einsatz gegen die Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTIs, um diese Menschen weltweit besser zu schützen.
Vier FiedensnobelpreisträgerInnen erklären in einer gemeinsamen Erklärung, die vom “Robert F. Kennedy Center for Justice and Human Rights” veröffentlicht wurde, ihre Besorgnis über die Behandlung von LGBTIs und rufen zum vereinten Kampf gegen Intoleranz und Fanatismus auf. Der Wortlaut der Erklärung von Erzbischof Desmond Tutu (Friedensnobelpreisträger 1984, Südafrika, siehe Bild), Professorin Jody Williams (Friedensnobelpreisträgerin 1997, USA), Dr. Shirin Ebadi (Friedensnobelpreisträgerin 2003, Iran) und Professor Muhammad Yunus (Friedensnobelpreisträger 2006, Bangladesh):
Äußerung von Besorgnis über Gewalt und Diskriminierung gegen LGBTI-Menschen
Als weltweite Gemeinschaft von Einzelpersonen, die sich einer friedlicheren und gerechteren Welt verschrieben haben, möchten wir unserer tiefen Sorge darüber Ausdruck geben, wie unsere lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgeschlechtlichen und intersexuellen (LGBTI) Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt behandelt werden.
Zusammen repräsentieren wir ein breites Spektrum von Ländern und Kulturen. Heute möchten wir nachdrücklicher als je zuvor bekunden, dass dieselben kulturellen Werte, die unser lebenslanges Streben nach Frieden gefördert und unterstützt haben, uns heute gebieten, uns gegen die Gewalt und Diskriminierung zu stellen, die unsere Mitmenschen Tag für Tag erdulden, weil sie lesbisch, schwul, bisexuell, transgeschlechtlich oder intersexuell sind.
In vielen unserer Länder macht der Einfluss von Gesetzen aus der Kolonialzeit LGBTI-Menschen noch immer zu Ausgestoßenen. Neuere gesetzgeberische Anstrengungen wie diejenigen in Russland und Uganda könnten noch schlimmere Sanktionen gegen LGBTI-Menschen bedeuten, ebenso gegen ihre Verbündeten, was auch uns mit einschließt. Die Kriminalisierung von Homosexualität zwischen erwachsenen, beidseitig freiwilligen Partnern in jeder Form ist nicht hinnehmbar. Und wir müssen selbst in Ländern, welche Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Ausrichtung oder der geschlechtlichen Identität verbieten, wachsam bleiben, um sicherzustellen, dass LGBTI-Bürger wirksam vor dem beharrlich fortbestehenden Hass und blindem Fanatismus geschützt werden.
Indem wir unsere Solidarität mit LGBTI-Menschen auf der ganzen Welt bekunden, anerkennen wir die jedem Menschen innewohnende Würde und die Menschenrechte, ohne Vorurteile und ohne Intoleranz, und wir machen einen wichtigen Schritt vorwärts auf unserem gemeinschaftlichen Weg hin zum Frieden.
Im universellen Geist von Einheit und Mitgefühl,
Erzbischof Desmond Tutu
Friedensnobelpreisträger 1984
SüdafrikaProfessor Jody Williams
Friedensnobelpreisträgerin 1997
USADr. Shirin Ebadi
Friedensnobelpreisträgerin 2003
IranProfessor Muhammad Yunus
Friedensnobelpreisträger 2006
Bangladesh

















