Französischer Politiker leugnet Deportationen von Homosexuellen in KZ während NS-Zeit

Der 64-jährige Politiker Christian Vanneste der Regierungspartei UMP vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat in einem Video die Deportationen von Homosexuellen in Konzentrationslager während dem Nazi-Schreckensregime geleugnet. Der Parteichef der UMP Jean-Francois Cope schloss daraufhin Vanneste umgehend von der Partei aus und sprach von “schockierenden” und “inakzeptablen Äußerungen”. Die gesamte Parteiführung habe die Aussagen von Vanneste einstimmig auf das Schärfste verurteilt.

In einem Video-Interview, das auf der Homepage von “Liberté Politque” veröffentlicht wurde, hat der Politiker die Deportation von Homosexuellen aus Frankreich in Konzentrationslager als Lüge dargestellt. So sagte der 64-jährige Politiker Christian Vanneste in einem Interview:

“Es gibt die berühmte Legende von der Deportation der Homosexuellen. Offenbar hatte Himmler eine persönliche Rechnung mit den Homosexuellen zu begleichen. In Deutshcland wurden Homosexuelle verfolgt und deportiert. Es gab keine Deportationen anderswo. Anders als in den drei annektierten Regionen wurden Homosexuelle nicht aus Frankreich deportiert.”

Kurz nach Bekanntwerden der Aussagen von Christian Vanneste, hagelte es heftige Kritik von allen politischen Lagern. Auch wurde er umgehend von der UMP-Partei, der Partei des fränzösischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ausgeschlossen.

Später erklärte Vanneste gegenüber AFP:

“Wenn meine Kommentare zu ungenau waren, dann belegen sie mir das und ich werde sie unverzüglich zurücknehmen und mich entschuldigen.”

Darüberhinaus machte Vanneste weitere fragwürdige und homophobe Aussagen. So bezeichnete zum Beispiels auch viele Homosexuelle als Narzissten

Vanneste wurde 2006 wegen homophoben Aussagen verurteilt

Vanneste war 2006 der erste französische Politiker, der wegen homophober Aussagen bestraft wurde. Im Jahr 2006 sagte er 2006, dass

“Homosexualität der Heterosexualität unterlegen sei und diese für die Menschheit gefährlich sein könnte.”

Jedoch wurde seine Verurteilung zwei Jahre später aufgehoben und mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung begdründet.

In dem Interview, wo er auch die verharmlosenden Aussagen zur NS-Schreckensherrschaft tätigte, gab er erneut fragwürdige Aussagen zu Homosexualität von sich. So sagte er, dass Schwule eine “kleine Präferenz” für jüngere Männer haben, wenn diese sich ähneln und ein Alter zwischen 17 und 20 Jahre haben.

Sozialistischer Präsidentschaftskandidat Hollande zu Aussagen: “Ekelerregende Ideologie

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat Francois Hollande, der gegen Nicolas Sarkozy um das Präsidentenamt antritt und in Umfragen vorne liegt, bezeichnte die jüngsten Aussagen von Vanneste als “ekelerregende Ideologie“. Ein Sprecher von Hollande sagte weiters, dass die Aussagen

“nicht nur homophob, sondern auch als Leugnung des Holocaust”

zu verstehen sind. Und auf die Leugnung des Holocaust kann eine ernsthafte strafrechtliche Anklage in Frankreich nach sich bringen und mit Gefängnissstrafe geahndet werden.

Hollande sprach sich – im Gegensatz zu Nicolas Sarkozy in der Vergangenheit für die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule aus. Laut Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Französinnen und Franzosen die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

(Bild: UMP – BY-NC-ND-2.0 – Flickr)

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2 comments

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  1. Vatikansprecher 16 Februar, 2012 at 22:54

    Im Vatikan ist es sogar möglich den Holocaust komplett zu leugnen (Piusbrüder), obwohl Ratzinger selbst Hitlerjunge war. Fast alle Parteien, CDU, SPD, FDP sind gegen eine Entschädigung von schwulen KL-Häflingen, um die “Rechtssicherheit” in der BRD nicht zu gefährden. Die Moralvorstellungen der Politiker von damals, ich spreche von den 50er bis Anfang der 70er Jahre, sind identisch mit den der Nationalsozialisten.

    Und wenn ich mir die Anzüglichkeiten eines Herrn Norbert Geis (CSU), zu seinen Äusserungen zur Homosexualität anhöre, wird mir übel…

    Zurück zum Thema, wenn man sich sehr frühe Berichte von ehemaligen KL-Häftlingen (die von den Nationalsozialisten verwendete Abkürzung KZ möchte ich nicht verwenden) anschaut, waren diese auch zum Teil von Homophobie getragen: “Aus dem Abstand der Jahre würde ich heute manches [...] anders formulieren. So hat sich [...die..] sehr negative Beurteilung der Rolle der Polen als Kapos oder der homosexuellen Kontakte zwischen Kapos und Häftlingen verändert[...].” – Zitiert aus R. Portefaix / A. Migdal / K. Toubee: Hortensien in Farge. Überleben im Bunker ‘Valentin’. Bremen: Donat, 1995, Seite 13ff.

    Und wenn heute ein franz. Politiker dumm daher redet, kann er sich auf viele dt. Politiker berufen: Peter Gauwiler, Hans Filbinger… die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

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