Theologe David Berger: Die barbarischen Katholiban und die Frage der Homosexualität

Mit freundlicher Genehmigung der HOSI Salzburg und David Berger kann thinkoutsideyourbox.net den Gastkommentar von Theologe und Bestseller-Autor David Berger über die homophoben Papst-Aussagen in seiner Neujahrsrede am vergangenen Montag (thinkoutsideyourbox.net berichtete) veröffentlichen. Bislang fand – mit Ausnahme von Volker Beck (thinkoutsideyourbox.net berichtete) – kein/e hochrangige/r Politiker/in im deutschsprachigen klare Worte der Zurückweisung der homophoben Papst-Aussagen. Hier nun der Gastkommentar vom offen schwulen Theologen und Besteller-Autor David Berger:

Die barbarischen Katholiban und die Frage der Homosexualität

von David Berger

.

In Elis und in Boiotien nämlich hat man eindeutig als Brauch eingeführt, dass es schön sei, sich den Liebhabern hinzugeben. In Ionien dagegen und an vielen anderen Orten, so weit man unter BARBARENHERRSCHAFT wohnt, gilt es als hässlich. Die Barbaren halten dies nämlich mit Rücksicht auf die tyrannische Staatsordnung für schädlich (Platon, Symposion 128b).

Vor knapp 180 diplomatischen Vertretern aus aller Welt hat der Papst, der sich selbst gerne als das „moralische Gewissen der Menschheit“ versteht,  bei seiner diesjährigen Neujahrsansprache erneut eines seiner Lieblingsthemen aufgegriffen. Die Bedrohung der Gesellschaft durch alle in der kirchlichen Doktrin nicht vorgesehenen Formen menschlichen Zusammenlebens.  Ausdrücklich verurteilte er die Politik von Ländern, die neben der traditionellen Verbindung von Mann und Frau in der Ehe weiter Alternativen zulässt und so eine „Bedrohung für die menschliche Würde und sogar für die Zukunft der Menschheit“ sei. Ohne dass das Wort „Homosexualität“ fiel, war natürlich jedem sofort klar, dass der Papst sich wieder einmal zu seinem Lieblingsthema geäußert hat: der Vernichtung aller Werte, ja dem Untergang der Zivilisation durch die Legalisierung homosexueller Handlungen und Lebensformen, besonders der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner.

An dieser Rede zeigt sich erneut: Mit geradezu psychotischer Energie gibt sich der Papst dem Thema Homosexualität hin. Einem Thema, das den, den er auf Erden stellvertreten will, niemals beschäftigt hat, wird zunehmend zu dem Schlüsselthema dieses Pontifikates: oft direkt angesprochen, noch öfter indirekt. Die indirekte Ansprache wird – diplomatisch schlau – zumeist dann gewählt, wenn man seine zumeist ahnungslosen und philosophisch-theologisch völlig ahnungslosen Zuhörer zum Applaus für seine homophobe Grundeinstellung vor aller Welt bewegen will – wie eben jetzt in der Neujahrsrede oder bei der Beschwörung naturrechtlichen Denkens im deutschen Bundestag, die selbst bekennende homosexuelle Politiker zu stehenden Ovationen hingerissen hat.

Erst im Kontext des gesamten Pontifikates wird die Reichweite dieser Einzelaussagen deutlich:

Verbot homosexuell Veranlagte zu Priestern zu weihen, mit der Begründung, dass Homosexuelle prinzipiell unfähig seinen, ein gesundes Verhältnis zu ihren Mitmenschen aufzubauen;

konsequente Zusammenarbeit mit Staaten, die Homosexualität strafrechtlich verfolgen, ja sogar die ausdrückliche Forderung des päpstlichen Nuntius bei den vereinten Nationen nach einem Freiraum für eine solche Verfolgung;

die permanente und geradezu diabolische Gleichsetzung von Pädophilie und Homosexualität mit der Absicht  die Schuld für den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche von den Tätern weg auf die Opfer zu wenden;

dadurch Erzeugung eines fatalen Klimas der Angst und der die modernen Medien ausgiebig in Gebrauch nehmenden Denunziation in Ordenshäusern und Priesterseminaren – eine Angst, die wiederum der urkatholischen Tendenz zu einer Kultur der Lüge und Scheinheiligkeit enorm Vorschub leistet.

Dass der Papst in seiner eigenen Kirche so agiert, steht zwar in krassem Widerspruch zum Evangelium und ist deutlich als ein projizierendes Abarbeiten der eigenen Probleme an der ganzen Kirche zu erkennen. Platon, der Vater abendländischen Denkens,  hat diese Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Liebe als vollendeten Ausdruck der Barbarei und als Proprium der Tyrannenherrschaft bezeichnet. (Symposium 128b) Solches Agieren ist dem Papst jedoch im Rahmen der Religionsfreiheit freigestellt. Anders sieht die Sache freilich dort  aus, wo er solche (direkt oder indirekt) homophoben Aussagen vor diplomatischen oder politischen Vertretern von Ländern macht, die der „Allgemeinen Erklärung der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten“  (UN) und so auch zum Widerstand gegen solche diskriminierenden Äußerungen verpflichtet sind. Anders sieht es dort aus, wo der Vatikan Länder moralisch in ihrem strafrechtlichen Vorgehen gegen praktizierte Homosexualität unterstützt. Anders sieht es dort aus, wo die Kirche – wie in Deutschland üblich –  ihre durch alte Konkordate gesicherten Privilegien schamlos missbraucht, um extremst homophob zu agieren.

Gerade nach dieser Papstansprache erwarten wir ein klärendes und eindeutiges Wort von unseren Politikern, deren Diplomaten brav Beifall geklatscht haben: auf welcher Seite steht ihr?

(Bild: Pressefoto David Berger – Quelle hosi.or.at)

53 Kommentare

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  1. tchibo 12 Januar, 2012 at 13:37

    Ist es wirklich notwendig, das sich der derzeitige Papstes sich immer noch mit antiquierten Ansichten wie ein Paradiesvogel zu schmücken beliebt und anzunehmen, die menschliche Entwicklungsgeschichte mit Kassandrarufen aufhalten zu können…?

  2. Didi 12 Januar, 2012 at 18:33

    Der Papst hat ja auch sehr gute Ansätze. Die Enzyklika „Deus Caritas est“ und die Rede wider den rationalen Postivismus im Bundestag waren klug und interessant.

    Leider geht die Klugheit des Papstes mit seinen Emotionen überhaupt nicht konform. Die extreme Homophobie, wie oben beschrieben mit „psychotischer Energie“ vorgetragen, ist ja doch recht unangenehm und erzeugt einen gewissen Ekel. Wie kann ein Papst nur so sexualisiert reden. Der Papst hat doch, wenn er wirklich zölibatär gelebt hat, von Sexualität überhaupt keine Ahnung und er muss sich da auf seine Belesenheit und seine Projektionen stützen. In allem, was er zur Homosexualität sagt, wirkt er zudem sehr einseitig belesen. Und Projektionen sind kein guter Ratgeber.

    So wird man nach „Pillen-Paul“ nun vielleicht bald den „Homo-Bene“ erinnern.

    Schade drum; Benedict XVI hätte doch ein kluges und gehaltvolles Pontifikat werden könen.

  3. Gregor 12 Januar, 2012 at 19:23

    leider … beginnt auch dieser beitrag mit einer wahrheitswidrigen behauptung:

    „Ausdrücklich verurteilte er die Politik von Ländern, die neben der traditionellen Verbindung von Mann und Frau in der Ehe weiter Alternativen zulässt und so eine „Bedrohung für die menschliche Würde und sogar für die Zukunft der Menschheit“ sei.“

    diese aussage ist in der ganzen neujahrsansprache weder direkt noch indirekt zu finden. das hat er einfach nicht gesagt.

    aber dazu müsste man ja die papstrede selbst lesen (und nicht nur die reuters-meldung) – und diesen luxus dürfte sich keiner der „journalisten“, die einfach die meldung abgeschrieben haben, geleistet haben.
    es ist ja auch viel einfacher, die eigenen gut gepflegten vorurteile bestätigt zu sehen …

  4. thinkoutsideyourbox.net 12 Januar, 2012 at 20:11

    @Gregor:

    Es handelt sich hier um einen Gastbeitrag von David Berger und nicht aus der Feder von thinkoutsideyourbox.net. ;-)

    In seiner nun kritisierten Rede stellte der Papst einen klaren Zusammenhang zur Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe und Regenbogenfamilien her, vorallem im Kontext zu diversen vorangegangenen Äußerungen, wie beispielsweise einer Äußerung im Jahr 2010. Damals sagte der Papst, Zitat:

    „Die Geschöpfe unterscheiden sich voneinander und können geschützt oder im Gegenteil auf verschiedene Weisen in Gefahr gebracht werden, wie es unsere alltägliche Erfahrung zeigt. Einer dieser Angriffe erfolgt durch Gesetze oder Projekte, die im Namen des Kampfes gegen die Diskriminierung die biologische Grundlage der Unterscheidung der Geschlechter anzutasten versuchen. Damit beziehe ich mich z.B. auf europäische oder amerikanische Länder.“

    Die nun heftige Kritik zu den getätigten Aussagen sind daher in Bezug auf diese älteren Aussagen, durchaus gerechtfertigt, da sich ein offen homophober Kontext herstellen lässt.

  5. Heiko 12 Januar, 2012 at 21:49

    Man kann dem Papst nur für diese klaren Worten danken. Die Schwulen- und Pädophilenlobby ist selbst eine der intolerantesten Lobbys in Deutschland überhaupt. Man brauche sich nur die Morddrohungen gegen den Bürgermeister von Magdeburg, der nicht die Schirmherrschaft für die CSD annehmen wollte, anschauen, um die absolute Intoleranz der Schwulen- udn Pädophilenlobby zu begreifen. Für sich selbst aber fordert diese Lobby absolute Toleranz.

  6. thinkoutsideyourbox.net 13 Januar, 2012 at 08:56

    @Heiko:

    Willst du andeuten, dass homosexuell orientierte Menschen immer etwas mit Pädophilie zu tun haben bzw. auf eine Stufe zu stellen sind? Falls ja, dann ist das von dir grob hetzerisch, verletzend und auf das Schärfste zurückzuweisen.

    Du forderst von Lesben und Schwule eine Toleranz gegenüber diversenen homophoben Aussagen ein? Sorry, aber No Way! Auf Homophobie, Hetze und intolerante Aussagen muss mit entsprechender Kritik reagiert werden. Wäre gespannt, wenn du einer Minderheit angehören würdest, dir Rechte vorenthalten bleiben und ständig verunglimpfst werden würdest, ob du dann nicht auch für deine Rechte kämpfen würdest und dich gegen Anfeidungen wehren würdest?

    Zum Papst:
    Der Papst kann in seiner Kirche sagen was er will, aber nicht vor Staatsvertretern (Diplomaten), weil den Papst sich nicht in die Politik von Staaten einzumischen hat. Er stellt damit den säkularen Staat in Frage und die Menschenrechte, wenn er (siehe auch diverse Äußerungen in der Vergangenheiten) in einer geradezu an Paranoia grenzenden Ablehnung gegen Lesben und Schwule wettert. Wie soll etwas toleriert werden, wenn der Papst keine sachliche Rechtfertigung liefert, sondern einzig auf ideologischen Argumenten und fern sämtlicher wissenschaftlicher Fakten und Studien sowie teilweise in einem unterirdischen Niveau gegen Personen wettert.

    Zu den Morddrohungen:
    Diese sind natürlich ebenfalls aufs Schärfste zurückzuweisen. Von einem kleinen Kries von „Idioten“ und Fundis auf alle anderen zu schließen, sagt ebenfalls vieles über dich aus und deine ideologische Verblendung vor der Realität aus. Sorry, aber das ist so.

  7. DefensorLibertatis 13 Januar, 2012 at 11:02

    Heiko: Gerade in einer Demokratie gilt: „Keine Freiheit den Feinden der Freiheit!“ … Dies gilt auch für die demagogische Gleichsetzung von Pädophilen und Homosexuellen (im Stil billigsten Vulgärtraditionalismus).
    Für Morddrohungen sind auch viel mehr Deine Mitkämpfer bekannt:
    http://www.ksta.de/html/artikel/1320943738520.shtml

  8. DefensorLibertatis 13 Januar, 2012 at 13:22

    Gerade gesehen, dass Heiko mit seinen reaktionären Attacken nicht alleine steht. Francis Eugene Kardinal George (74) von Chicago hat sich am 21. Dezember zur Behauptung verstiegen, die organisierten Homosexuellen seien der neue „Ku Klux Klan“! … Solche menschenverachtende Demagogie darf nicht unwidersprochen bleiben und wenn sie unter dem Etikett der Religionsfreiheit verkauft wird, schädigt man enorm das Gute, was diese wirklich schützen will

  9. Gregor 14 Januar, 2012 at 12:37

    auch hier noch einmal der hinweis auf einen bemerkenswerten artikel:

    http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/44230.html

    „Aus der päpstlichen Aussage, dass eine familienfeindliche Politik die menschliche Würde und die Zukunft der Menschheit insgesamt bedrohe, ergebe sich keine Verurteilung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften. Es habe in der Rede keinen Hinweis darauf gegeben, dass solche Formen des Zusammenlebens ein entscheidender Bestandteil einer familienfeindlichen Politik seien.“

  10. Gregor 14 Januar, 2012 at 12:41

    und gleich noch etwas:

    während sich der papst nicht zu gleichgeschlechtlichen partnerschaften geäußert hat, tat dies ein italienischer bischof:

    http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/44224.html

    „Der Bischof der sizilianischen Diözese Ragusa, Paolo Urso, hat sich für eine staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften in Italien ausgesprochen. Auch wenn es sich um zwei Menschen gleichen Geschlechts handle, die sich für ein Zusammenleben entschieden, sei es „wichtig, dass der Staat diese Tatsache anerkennt“

  11. Tim 14 Januar, 2012 at 14:26

    Da ist mir beim Lesen des Gast-Kommentars doch glatt der Gedanke gekommen, Benedikt XVI. könnte der von Nostradamus verkündete Anti-Christ sein :-P
    So wie dieser Papst mit seinen, von mir so empfundenen, Hetzreden gegen die Grundwerte der Kirche verstößt, könnte es passen.

    Ich verliere selten den Respekt gegenüber Menschen, aber „Würden“träger, die wie der Papst oder manch ein Fundamental-Kardinal so derbe über die schwul-lesbische Lebensweise herziehen, verachte ich ganz einfach nur noch! Weltfremdere Menschen gibt es kaum noch, ausser sie regieren in Minsk, Harare oder Kampala!

  12. Heiko 14 Januar, 2012 at 19:59

    Ehe ist kein Menschenrecht. Denn dann wäre die Grüne Partei eine zutiefst menschrechtsfeindliche Partei, weil sich die Grünen in den ersten 20 Jahren ihres Bestehens für die Abschaffung der spiessigen Ehe eingesetzt haben. Nur als sie gemerkt haben, dass sie dadurch Wähler bekommen, wurde ein 180 Grad Schwenk vorgenommen und plötzlich sollte die Ehe nicht nur zwischen Mann und Frau gelten, sondern für alle. Wie glaubwürdig ist denn dieser radikale Ansatz?

    Die angeblich so Toleranten in diesem Forum möchte ich Folgendes fragen: wenn die Verwehrung der Ehe für Schwule diskriminierend ist, wieso ist dann die Verwehrung der Ehe für zwei Brüder oder zwei Schwestern nicht diskriminierend? Und wieso ist dann die Verwehrung einer Mehrfachehe nicht diskriminierend? Und wieso dürfen eigentlich nicht ein Vater und sein Sohn heiraten? Und wer in diesem Forum hat sich öffentlich für die Beseitigung dieser Diskriminierungen ausgesprochen?

    Das Wort Diskriminierung wird von der schwul-pädophilen Lobby einfach nur verwendet, um ihre Ziele durchzusetzen. Mehr nicht.

  13. thinkoutsideyourbox.net 14 Januar, 2012 at 20:10

    @Heiko:

    Die Grünen fordern ein Gesamtpaket:

    1) Reform des veralteten Ehe-Gesetzes und Anpassung an heutige gesellschaftliche Realitäten
    2) Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule
    3) Öffnung der Eingetragenen Partnerschaft für homosexuelle Paare

    Der Rest deines Kommentars richtet sich von selbst. Immer wieder erstaunlich, wenn Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt wird. Das ist eine böswillige und völlig haltlose Unterstellung, die als Hetze zu bezeichnen ist.

  14. Heiko 14 Januar, 2012 at 20:40

    Ja, ja, angeblich alles nur Hetze:

    1. Das Buch „Der pädosexuelle Komplex“ (Förster-Verlag Berlin/Frankfurt) des bekennenden Schwulen Volker Beck, der die treibende Kraft der Schwulenbewegung und das Sprachrohr der Schwulenlobby im Bundestag ist, belegt sehr eindrucksvoll, was das wirkliche Ziel der Kinderadoption durch Schwule ist: „Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung … wird das Zementieren eines sexual-repressiven Klimas verhindern können – eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können.“

    2.Mehrere seriöse und unabhängige Studien belegen, dass die Missbrauchswahrscheinlichkeit von Kindern bei homosexuell Lebenden signifikant höher ist als bei heterosexuell Lebenden. Dies wird jedem auch noch einmal sinnfällig vor Augen geführt, wenn man sich die überwiegend homosexuellen Übergriffe in der katholischen Kirche und in den Internaten anschaut – und das, obwohl Homosexuelle nur zwischen 1% und 3% der Bevölkerung ausmachen.

    Das zeigt einfach, wie die schwul-pädophile Lobby jedes Argument in ihre Richtung verdreht und dass sie die intoleranteste Lobbygruppe in Deutschland überhaupt ist.

    Ich warte immer noch auf eine Antwort der angeblich so Toleranten in diesem Forum zu folgenden Punkten: wenn die Verwehrung der Ehe für Schwule diskriminierend ist, wieso ist dann die Verwehrung der Ehe für zwei Brüder oder zwei Schwestern nicht diskriminierend? Und wieso ist dann die Verwehrung einer Mehrfachehe nicht diskriminierend? Und wieso dürfen eigentlich nicht ein Vater und sein Sohn heiraten? Und wer in diesem Forum hat sich denn öffentlich für die Beseitigung dieser Diskriminierungen ausgesprochen?

  15. Miriam 14 Januar, 2012 at 22:57

    Ich kann an den Ausführungen von Heiko gar nicht so viel Unmögliches finden.
    Ich finde es eher unmöglich, dass bei Kritik oder anderen Grundeinsichten zur Frage der Homosexualität gleich immer mit der Phobie-Keule geschwungen wird. Wieso unterstellt man Menschen mit anderen Ansichten gleich immer eine Phobie? Will man sich dadurch einer tiefgründigen Auseinandersetzung entziehen?
    Homophobie könnte man ja genauso in Heterophobie umwandeln, oder?
    Ich meine ja nur …

  16. Nicolás 15 Januar, 2012 at 19:04

    @Heiko:

    Ich bitte dich gefälligst darum, diesem Psychologen und Theologen kurz zuzuhören:(Minute 6) http://www.youtube.com/watch?v=oD_2SEFfRME

    Der Grund, warum vielleicht mehr Homosexuelle als Heterosexuelle zum Missbrauch von Kindern tendieren und gerade in der katholischen Kirche, ist eben die Unterdrückung der Homosexualität, die du und andere Leute mit dieser ganzen Hetze seit Jahrtausenden fördert!! IHR setzt die Kinder in Gefahr!
    Ich bin schwul und habe nie im Leben pädophile Neigungen gehabt! Ich finde es absolut pervers und widerlich!!

    Lies bitte diesen Ausschnitt aus meinem Uni-Vortrag:
    „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Priesteramt dank des Zölibats als Fassadeberuf für viele Homosexuelle funktioniert. Bestimmt auch für viele als Selbstbetrug. Wenn man sie dazu zwingt, ihre Sexualität zu unterdrücken und auch so arg davon überzeugt, dass das, was sie spüren eine Perversität ist, dann soll man sich nicht wundern, wenn sie das pervers ausleben, wenn sie das rauslassen. Der Missbrauch an Jugendlichen in katholischen Einrichtungen ist teilweise ein Produkt, das die Kirche mit ihrer überfordernden Moral selbst erzeugt. Schlimm ist auch, dass dadurch der Zusammenhang zwischen Homosexualität und Perversität in diesem Kreis bestätigt wird und die ganze Gesellschaft beeinträchtigt wird. Deshalb wundert mich auch nicht, dass in manchen christlichen Religionsgemeinschaften, die keinen Zölibat haben, Homosexuelle schon heiraten dürfen.

    Außerhalb der Kirche wird die Homosexualität meiner jahrelangen und intensiven Erfahrung nach ganz harmlos ausgelebt.

    Wenn wir die Homosexualität akzeptieren, werden bestimmt viel weniger Jugendliche Scheußlichkeiten in katholischen Einrichtungen erleben, […]“
    http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=18308

    Das ist ein Teufelskreis!!!

    Das Problem ist der Heterozentrismus. Wenn man im Zentrum ist, nur dieses Zentrum als normal erkennt, erscheint alles, was in der Peripherie bleibt eindeutig zu verschwimmen. Die Homo-Ehe ist die Lösung.

  17. Miriam 15 Januar, 2012 at 21:24

    Hallo Nicolás,

    Dein Uni-Vortrag in Ehren. Da gibt es jedoch auch ganz andere Stimmen. Natürlich muss niemand Homosexualität und Pädophilie in einen Topf werfen.
    Doch finde ich den Teufelskreis etwas zu kurz gedacht. Hier wird Ursache und Wirkung verwechselt. Wozu (!) soll eine kirchliche Umgehensweise mit Homosexualität pädophile und Mißbrauchsfälle in Gang setzen?
    Die Homo-Ehe kann keine Lösung sein, weil es eine Ehe im Sinne des Wortes nur zwischen zwei unterschiedlich geschlechtlichen Menschen geben kann. Mich wundert ehrlich gesagt, wenn ich die letzten 20 Jahre betrachte, wie aus einer Toleranz-Bewegung eine aggressive Kämpfergruppe geworden ist. Da waren die Anfänge bescheidener und ehrlicher … Ehrlich.

    Dennoch wünsche auch ich mir, dass aus manchem Teufelskreis ein Engelskreis werden kann …

  18. Heiko 15 Januar, 2012 at 22:26

    Selbst wenn man ausserhalb der katholischen Kirche schaut, kommt man zu denselben Ergebnissen: die Studie der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Missbrauchs von Kindern, Christine Bergmann, belegt, dass die Missbrauchswahrscheinlichkeit von Kindern bei homosexuell Lebenden signifikant höher ist als bei heterosexuell Lebenden. Zum ebenfalls selben Ergebnis kommt man, wenn man sich nur die Missbrauchsfälle in den reformorientierten Internaten der Odenwaldschule etc. anschaut.

    Und plötzlich kracht das ganze Lügengebäude der schwul-pädophilen Lobby zusammen.

  19. thinkoutsideyourbox.net 16 Januar, 2012 at 08:21

    @Heiko:

    Die Unterdrückung und Nichtakzeptanz von Homosexualität aufgrund gesellschaftlich konstruierter Heteronormativität ist leider nachwievor ein großes Thema. Zum Vorwurf des Zusammenhangs von Pädophilie und Homosexualität: Stimme Nicolas voll und ganz zu.

    Es gibt dutzende Studien zu Regenbogenfamilien von unabhängigen Institutionen und Universitäten. Alle Studien der vergangenen JAhren zeigen, dass es Kindern in Regenbogenfamilien nicht schlechter geht, als in anderen Familienformen. Dass sie sich tw. sogar besser entwickeln, als in heterosexuellen Familienformen, da sich gerade homosexuelle Eltern als besonders engagiert zeigen.

  20. Heiko 16 Januar, 2012 at 08:45

    Aber sicher, Kindern geht es bei Schwulen besser als bei Heterosexuellen. Wenn du den Quatsch wirklich selbst glaubst, dann dürften Kinder nur noch Schwulen zur Adoption gegeben werden. Am besten nehmt ihr Heterosexuellen noch ihre Kinder weg.

    Es ist unglaublich, wie Tatsachen von der Schwulen- und Pädophilenlobby verdreht werden und Ergebnisse von wirklich unabhängigen Studien wie die der Beauftragten zum sexuellen Missbrauch von Kindern einfach unter den Tisch fallen gelassen werden. Aber was nicht sein darf, wird von der Schwulen- und Pädophilenlobby ignoriert und geleugnet.

  21. thinkoutsideyourbox.net 16 Januar, 2012 at 09:02

    @Heiko:

    Interessant, dass du immer nur von Schwulen sprichst. Regenbogenfamilien sind Realität und dazu zählen auch Familien von Lesben. Nur mal so viel zu deiner verzerrten Sichtweise. Wenn du weiter deine Augen vor der Realität versclhießen willst, bitte, aber höre endlich auf, Homosexuelle und Pädophile auf eine Stufe zu stellen. Das ist diskriminierend, homophob und verhetzend. Du bist aber offenbar nicht willens, deine Denkweisen, Stereotypen und -strukturen zu hinterfragen. Es bestünde ja die Gefahr, dass dein Weltbild und Meinung wie ein Kartenhaus zusammenfällt…

    Übrigens:
    Studien zeigen, dass es einen Zusammenhang von Homophobie (die du offensichtlich an den Tag legst) und sexueller Orientierung oder nicht rationaler Angst vor Homosexualität gibt. Bspweise die Zusammenfassung einer US-Studie (J.Abnorm.Psychol. 105 (3), 440-445 (1996)) zu diesem Thema. Bereits 1983 wurde ein derartiger Zusammenhang wissenschaftlich erörtert:

    „Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass Individuen mit einer negativen Einstellung gegenüber Homosexualität durch homoerotische Reize sexuell stark erregt werden. Die homophobe Einstellung mancher Männer ensteht also möglicherweise durch die Unterdrückung oder Leugnung eigener homosexueller Neigungen. Allerdings wäre auch denkbar, dass die Betrachtung homoerotischer Reize bei homophob eingestellten Männern Angstgefühle hervorruft, was die verstärkte sexuelle Erregung ebenfalls erklären würde (Barlow et al. 1983).“

  22. Phil 16 Januar, 2012 at 09:10

    heiko ist so jemand, wieso für viele Jugendliche das Coming-Out bzw. die Annahme ihrer Sexualität so so schwierig ist, weil ihnen Vorurteile und Homophobie entgegen gebracht werden. In welcher Zeit leben wir denn, dass sich manche das Recht herausnehmen, über andere zu richten, ob sie normal sind?!?!?!?!?

  23. Heiko 16 Januar, 2012 at 21:31

    Ich warte immer noch auf eine Antwort der angeblich so Toleranten in diesem Forum zu folgenden Punkten: wenn die Verwehrung der Ehe für Schwule diskriminierend ist, wieso ist dann die Verwehrung der Ehe für zwei Brüder oder zwei Schwestern nicht diskriminierend? Und wieso ist dann die Verwehrung einer Mehrfachehe nicht diskriminierend? Und wieso dürfen eigentlich nicht ein Vater und sein Sohn heiraten? Und wer in diesem Forum hat sich öffentlich für die Beseitigung dieser Diskriminierungen ausgesprochen?

    Da ich bislang zu meinen Fragen keine Antwort bekommen habe und es hier auch anscheinend niemanden stört, dass diese Personengruppen nicht heiraten dürfen, ist die Schwulen- und Pädophilenlobby in ihrer eigenen Logik islamophob, geschwisternphob und familienphob. Und noch dazu so aggressiv, dass sie selbst vor Morddrohungen gegenüber dem Bürgermeister von Magdeburg zurückschreckt. Diese Lobby ist verlogener als der Papst es je sein könnte!

  24. Nicolás 16 Januar, 2012 at 23:04

    @Heiko:

    Vielleicht ist auch diskriminierend inzestuös-lebenden Menschen das Recht zur Ehe zu verwehren, aber das ist eine andere Sache. Man kann sich seine eigene sexuellen Orientierung nicht aussuchen. Ich war schon immer schwul. Schon als Kind. Ich habe schon mit 5 die Spiele von den Burschen nicht verstanden.
    Man kann ja auch nicht entscheiden, in wen man sich verliebt, aber ich kenne fast niemanden, der immer nur in einen einzelnen Menschen verliebt war. Ich glaube, es ist viel tragischer, wenn man absolut niemanden heiraten darf, außer Menschen auf die man gar nicht steht.

    Ich habe außerdem noch nie Menschen kennen gelernt, die inzestuös leben. Dafür sind wir Homosexuelle in Österreich Hunderte von Tausenden!! Es ist ein viel dringenderes Problem als das von den Inzestuösen.

    Ich habe in meinem Leben Tausende Homosexuelle getroffen und überhaupt nie von jemandem gehört, dass sie die Pädophilie gut heißen. So was ist ja schrecklich!

    Wie gesagt, vielleicht ist der Prozentsatz der Homosexuellen, die Kinder missbrauchen höher als der der Heterosexuellen. Das hat aber nur mit der Unterdrückung, die von außen kommt, zu tun. Wenn Sexualität unterdrückt wird, sucht sie sich andere Wege. Wege des geringsten Widerstandes. Kinder eben! Deshalb ist dein Diskurs sehr
    gefährlich! Du setzt Kinder in Gefahr!

    Mir sind neun Fälle von heterosexuellen Missbrauch unmittelbar bekannt. Und vier homosexuellen Missbrauchs. Alle diese letzten vier Männer haben ihre Sexualität unterdrückt!! Drei davon waren Priester! Das habe ich in meinem Vortrag gesagt:

    ‚Alles was man unterdrückt, findet einen anderen Weg an die Oberfläche. Dieser ist oft nicht harmlos.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Priesteramt dank des Zölibats als Fassadeberuf für viele Homosexuelle funktioniert. Bestimmt auch für viele als Selbstbetrug. Wenn man sie dazu zwingt, ihre Sexualität zu unterdrücken und auch so arg davon überzeugt, dass das, was sie spüren eine Perversität ist, dann soll man sich nicht wundern, wenn sie das pervers ausleben, wenn sie das rauslassen. Der Missbrauch an Jugendlichen in katholischen Einrichtungen ist teilweise ein Produkt, das die Kirche mit ihrer überfordernden Moral selbst erzeugt.‘

    Außerdem finde ich es frech und unsensibel von dir, uns hier so zu attackieren und zu beleidigen. Vielleicht ist auch der Prozentsatz der Schwarzen, die Kinder missbrauchen auch höher als der der Weißen. Aber erlauben mir solche Daten, alle Schwarzen als Pädophile zu beschimpfen?

    Ich bin nicht nur schwul, sondern auch Argentinier. Bei uns am Land bei armen und ignoranten Menschen, ist es leider sehr üblich, dass Väter ihre eigenen Töchter entjungfern. Es gibt also bestimmt viel mehr Argentinier als Österreicher, die mit ihren Töchtern schlafen. Macht mich das aber auch inzestuös, nur weil ich Argentinier bin?

    Es ist auch bewiesen, dass der Drogenkonsum von Homosexuellen sinkt, wenn ihnen mehr Rechte zugesprochen werden. Mich hat sehr sehr gefreut, dass Argentinien die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hat! Das war einer der wichtigsten Schritte in die echte Demokratie! In einer Demokratie müssen die Minderheiten von den Übergriffen der Mehrheit geschützt werden!

    30% der Selbstmordversuche in Deutschland werden von homosexuellen Jugendlichen durchgeführt. Ist dir das egal?

    Ca. jedes fünfte Elternpaar hat ein homosexuelles Kind. Du kannst sehr wahrscheinlich auch eines haben. So was kannst du gar nicht beeinflussen. Es ist ganz natürlich. Das gibt es bei fast allen anderen Tieren. Es gibt darüber eine tolle Dokku auf YouTube.

    Glaubst du, es ist fair, dass ich meinen Partner im Spital nicht besuchen darf, wenn er im Sterben liegt? Nur weil ich schwul bin?

    Schau bitte dieses Video auf YouTube an: ??? ???? (Zach Wahls) ? ????? ??????????.

    Und denk ein bisschen nach, bevor du schreibst!

  25. Nicolás 17 Januar, 2012 at 00:03

    @Miriam:

    Was den Teufelskreis angeht, verstehe ich nicht wirklich, was du nicht verstehst…

    „Die Homo-Ehe kann keine Lösung sein, weil es eine Ehe im Sinne des Wortes nur zwischen zwei unterschiedlich geschlechtlichen Menschen geben kann“.

    Das Wort „lesen“ bedeutete ursprünglich nur „auswählend sammeln, aufheben, an sich nehmen“. Heute denken wir meistens an etwas anders, wenn wir das Wort hören.
    Das Wort „Buch“ bezeichnete ursprünglich zusammengeheftete Schreibtafeln aus „Buchen“holz.
    Das Wort „Blatt“ bezeichnete ursprünglich nur ein ‘flächenförmiges ausgebildetes, meist grün gefärbtes Organ höherer Pflanzen“.
    „Frankreich“ heißt ja „Reich der Franken“. „Franken“ waren germanische Völker, die germanische Sprachen gesprochen haben. Würdest du also die Mehrheit der heute in Frankreich lebenden Menschen als „Franken“ bezeichnet? Oder nur die, die aus einer bestimmten Region Bayerns stammen? Ist Frankreich nicht eigentlich eine Republik??

    Kulturen ändern sich und somit auch die Sprache oder was wir unter bestimmten Wörtern verstehen. Das passiert überall, wo Menschen sprechen und es wird immer so sein!

    Aber wenn du trotzdem ein Problem damit hast, dass ich mal einen „Ehe“-Vertrag mit einem Mann schließe, nur weil ich auch ein Mann bin, dann habe ich nichts dagegen, dass wir uns gemeinsam ein anderes Wort ausdenken, das sowohl hetero- als auch homosexuelle Beziehungen umfasst. Hast du irgendeine Idee?

  26. Marsilio Ficino 17 Januar, 2012 at 00:30

    Was der Papst getan hat, ist nichts anderes als die Lehre der Kirche verkündigt. Es geht nicht darum, homosexuell empfindende Menschen zu diskriminieren. Allerdings hat der Papst auch das Recht und die Pflicht, die Diskrepanz zwischen dem christlichen Menschenbild, wie es sich in Schrift und Tradition zeigt, und einer homosexuellen Lebensweise zu betonen. Auch wenn man diese Überzeugung nicht teilt, so sollte man die Toleranz aufbringen, diese Sichtweise zu respektieren, so wie auch Katholiken respektieren müssen, wenn sich Menschen gegen die Moralvorstellungen der katholischen Kirche entscheiden und anderen Lebensmodellen folgen. Niemand ist in einer freiheitlichen Demokratie gezwungen, die sittlichen Überzeugungen der katholischen Kirche anzunehmen. Umgekehrt ist kein Katholik verpflichtet, homosexuelle Lebensformen für gut und sinnvoll zu erachten.

    Eine Ablehnung des Auslebens homosexueller Neigungen – selbstverständlich ohne eine diskriminierende Komponente – als Ausdruck einer gleichsam „barbarischen Lebensweise“ zu sehen, scheint mir eine etwas schlichte und überhebliche Polemik zu sein, die überdies narzistisch die eigene Sexuelität als Ausdruck einer Hochkultur versteht. Hier wird jedoch der sexuellen Ausrichtung eine Bedeutung beigelegt, die ihr so sicherlich nicht zu kommt. Im Letzten erweist sich David Berger mit solchen und ähnlichen Argumentationen einen Bärendienst, da er mit einer solchen narzistischen Selbstbespiegelung leider Vorurteile, die gegen homsexuelle Menschen bestehen, bestätigt.

    Fazit: Ein wenig mehr Zurückhaltung und weniger Polemik würde Herrn Berger und seinem Werben um Anerkennung gut zu Gesicht stehen.

  27. Heiko 17 Januar, 2012 at 08:26

    Zitat Nicolas: „Dafür sind wir Homosexuelle in Österreich Hunderte von Tausenden!! Es ist ein viel dringenderes Problem als das von den Inzestuösen.“

    Jetzt gibt es sogar schon eine Hierarchie von Minderheiten! Schwule schauen auf die Inzestuösen herab. Und die Aussage bedeutet weiterhin, dass wenn die Minderheit klein genug ist, sie nicht weiter zu beachtet werden braucht. Für viele ist der Prozentsatz der Schwulen auch noch klein genug, als dass sie heiraten dürfen sollten.

    Es ist schon interessant, wie die Schwulen- und Pädophilenlobby genau die gleichen Argumente und Sichtweisen gegenüber anderen Minderheiten verwendet, die sie beim Papst so heftig kritisieren.

  28. Phil 17 Januar, 2012 at 08:57

    @Marsilio:

    Der Papst (und andere religiöse Fundamentalisten) suchen sich genau die Passagen raus, die ihnen einfach in den Kram passen und nehmen diese dann wörtlich. Wenn der Papst die Worte der Bibel verkündet, warum fordert er dann nicht, die entsprechenden Bestrafungen ein für z.B. ungehorsame Söhne und/oder die Herabwürdigung des Werts der Frau.

    Für den Papst sind es offensichtlich Homosexuelle, die es als Feindbild auserkoren hat und gegen die es zu wettern gilt, anstatt Nächstenlieben zu verkünden (unter Benedikt ist dieser Grundsatz gänzlich verloren gegangen), sich um die Hungernden und Schwächsten der Welt zu kümmern und die Missbrauchsvorwürfe aufzuklären, die in der Kirche aufgrund der Unterdrückung der natürlichen Sexualität eines Menschen, ja zu tausenden passiert sind.

    Der Papst soll ruhig in seiner Kirche so weiter tun, aber auf keinen Fall für Vertretern von Staaten. Die zivilrechtliche Gesetzgebung eines Staates geht den Papst genau Nichts an! Es ist ja geradezu pervers, dass jede/r Steuerzahler die römisch-katholische Kirche durch das Konkordat finanzieren muss, obwohl er mit dieser Weltanschauung nichts anfangen kann, weil sie grob menschenfeindlich ist…

    @Heiko:
    Du verdrehst Dinge so, dass sie in dein Weltbild passen! Wer glaubt denn, dass er etwas besseres ist, als Lesben und Schwule!?!?! Du! Du schreibst, dass Schwule eine Gefahr sind, weil ja alle Schwulen potentiell pädophil sind. Du behauptest, dass es diskriminierend sei, wenn keine Inzesthochzeiten erlaubt würden? Wenn das für dich diskriminierend ist, dann hindert dich ja niemand daran, als Heterosexueller dies zu fordern.

    Du schreibst so viel Schwachsinn zusammen, wenn der Tag lang ist. Ein typischer Internettroll eben…

  29. Marsilio Ficino 17 Januar, 2012 at 09:39

    Phil:

    Der Papst setzt sich sehr für Nächstenliebe ein. Kennen Sie seine Ansprachen, Verlautbarungen etc. in Gänze oder greifen Sie nicht vielmehr selbst Worte heraus, die Ihnen gerade nicht in den Kram passen? Aus der Lehre der katholischen Kirche heraus – gleiches gilt übrigens auch für das Judentum und den Islam – werden gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen abgelehnt. Sie werden in der christlichen wie jüdischen Tradition keinen einzigen Beleg für eine positive Bewertung finden können. Ist also jeder, der homosexueller Lebensweise skeptisch gegenübersteht, ein Fundamentalist? Ist man verpflichtet, dies gutzuheißen und positiv anzuerkennen? Wohlgemerkt: Es geht nicht um Diskriminierung oder Mobbing. Dies veruteilt der Katechismus der Katholischen Kirche sehr deutlich! Man kann aber sehr wohl der Überzeugung sein, dass es eine „Ehe“ zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern nicht geben kann, zugleich aber Gewissensentscheidungen anderer Menschen, die sich für ein Ausleben ihrer sexuellen Orientierung entschlossen haben, respektieren, ohne dies gutzuheißen.

    Für die Mitmenschen unangenehm werden dann solche Propagandisten homosexueller Lebensentwürfe, die im Grunde kein anderes Thema haben und sich über ihre sexuelle Ausrichtung und die mit ihr verbundene Lebensform definieren. Und hierzu gehören dann auch Versuche, die Ablehnung derselben als Ausdruck von Barbarentum anzusehen. Dies scheint mir dann schon eine gewisse Hybris zu sein, die nur um sich selbst kreist und aus Selbstbespiegelung besteht. Diesen Vorwurf kann man natürlich nicht an alle Homosexuellen richten, das wäre eine sehr unfaire Verallgemeinerung. Dass David Berger zu dieser Klientel gehören dürfte, scheint jedoch auf der Hand zu liegen.

  30. thinkoutsideyourbox.net 17 Januar, 2012 at 09:47

    Marsilio:

    Wenn die rk Kiche Nächstenlieben prädigen würde, dann würden die vielen Kirchenvertreter, keine derart populistische Artikulationsform an den Tag legen, wie sie das in den letzten Jahren getan haben. Vergleiche mit dem Ku-Klux-Klan, einen Vergleich von Homosexuellen mit CO2 oder der Konstruktion einer Gefahr für die Schöpfungsordnung sind fern jeglichem sachlichen Menschenverstand.

    Zum Ehe-Begriff:
    Die Diskussion geht einzig und allein um die zivilrechtliche Ehe und nicht die kirchliche Ehe. Die kirchliche Ehe zw. Mann und Frau steht nicht zur Diskussion. Die Definition des Ehe-Begriffs in der Kirche obliegt der Kirche. Die Definition des Ehebegriffs vor dem Staat obliegt dem Gesetzgeber. Hier nimmt sich jedoch die Kirche das Recht heraus und sie glaubt, dass auch diese Definition ihr obliege. Aber das tut sie nicht.

    Der Papst kann gerne weiter gegen das Recht auf Ehe von Lesben und Schwulen innerhalb seiner Kirche auftreten, aber er hat kein Recht, von den Staaten zu fordern, dass der Kirche die Definition des Ehe-Begriffs obliegt und dann eine Bedrohung für die Ehe zu konstruieren. Das ist Humbug zum Quadrat.

    Diese Kritik ist sachlich gerechtfertigt, denn die letzten Monate seines Pontifikats haben gezeigt, dass die Kirche nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist, wo die Kirche nicht mehr das Recht hat, die Politik zu beeinflussen.

    Mit verschiedenen Aussagen, dass homosexuellen Menschen das zivilrechtliche Ehe-Recht vorenthalten werden müsse, fordert die römisch-katholische Kirche jedoch sehr wohl die Diskriminierung von ganzen Bevölkerungsgruppen. Das ist zurückzuweisen und ist mit den allgemein gültigen Menschenrechten nicht vereinbar.

  31. thinkoutsideyourbox.net 17 Januar, 2012 at 09:53

    Übrigens:

    Der brasilianische Literaturwissenschafter, Journalist und Politiker Jean Wyllys http://bit.ly/xhDkHH fand sehr passende und völlig korrekte Worte:, der sagte, das Verbot der Ehe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen wird uns eines Tages genauso absurd vorkommen, wie das Verbot der Ehe zwischen Schwarzen und Weißen oder wie die Verweigerung des Wahlrechts für Frauen.

  32. Marsilio Ficino 17 Januar, 2012 at 10:07

    Thinkoutsideyourbox:

    Der Papst hat sehr wohl das Recht, die Position der katholischen Kirche in den öffentlichen Diskurs miteinzubringen, auch in solchen Fragen. Nicht mehr oder weniger hat er getan. Nichts anderes tun übrigens die Homosexuellenverbände, die ihre eigene Sicht der Dinge teilweise recht lautstark einbringen. Warum sollte diesen in einer demokratischen Grundordnung gestattet sein, was der katholischen Kirche offenbar verwehrt werden soll. So wie Sie offenbar für die „Homoehe“ streiten, muss es auch erlaubt sein, das Gegenteil zu vertreten. Vor Diskriminierungen sollten sich aber beide Seiten hüten!

    Die von Ihnen genannten Formulierungen sind in der Tat unglücklich und zu populistisch, aber dies können Sie dem Papst nun wirklich nicht vorwerfen. Dass die Kirche nicht im 21. Jahrhundert angekommen sei, ist Ihre Sicht der Dinge. Wenn das Ankommen darin bestehen soll, dass die Kirche sämtliche Verhaltensweisen einer westlichen Gesellschaft sanktionieren und übernehmen oder sich ansonsten auf die Sakristei beschränken soll, dann ist sie in der Tat nicht angekommen. Ein solches Ankommen wäre dann aber auch verheerend, weil sie ihre Substanz aufgegeben hätte.

    Die Kirche hat in einer Demokratie sehr wohl das Recht, ihre Stimme auch in politische Diskussionen miteinzubringen, da sie Teil dieser Gesellschaft ist, auch wenn so manche Propagandisten sie lieber zum Schweigen bringen würden, da sie Widerspruch und Infragestellung offenbar nicht ertragen können.

  33. Nicolás 17 Januar, 2012 at 16:00

    @Heiko:

    Ich schaue niemanden von oben herab. Du schaust uns von oben herab, nur weil du irrationale Ängste hast!

    Es gibt auch viele andere Menschen, die hier stark benachteiligt werden. ZwergInnen zum Beispiel! Es muss sicher auch furchtbar sein, am Bankomat kein Geld abheben zu können, aber da sie weniger sind, ist ihre Lobby noch nicht so stark. Wenn sie mich aber um Unterstützung bitten, damit sie es in der Gesellschaft leichter haben, werde ich mein bestens versuchen. Ich schaue sie nicht von oben herab, nur weil sie weniger sind.

    Da wir dank der abrahamitischen Tradition in einer sexnegativen Kultur leben und wir uns von der Mehrheit nur aufgrund unserer sexuellen Orientierung unterscheiden, glaubst du, dass wir alle pervers sind.

    Es geht hier aber nicht wirklich nur um Sexualität! Es geht auch um Liebe, um Bindung und um gegenseitigen Respekt zwischen zwei Menschen.
    Es gibt auch viele asexuelle Menschen, die sich aber nur in Menschen des eigenen Geschlechts verlieben können. Es gibt homo-„sexuelle“ asexuelle Paare von Frauen und von Männern.

    Dein Diskurs ist sehr gefährlich! Diese Hetze, die von dir kommt, verursacht, dass viele Menschen ihre Sexualität unterdrücken und letztendlich oft Kinder oder Jugendliche missbrauchen!
    Ich habe ziemlich lange gebraucht, bis ich verkraften konnte, dass ich nicht ganz genau das bin, was die Gesellschaft von mir verlangt. Ich habe mich 18 geoutet, weil ich in den falschen Ort hineingesteckt wurde. Es war nicht einfach. Es ist schwer vor allem in dem Alter, das zu sein, worüber jede/r immer lachen darf und auch jede/r verachten darf. Es ist sehr hart!

    Ich kenne viele, die viel länger brauchen! Viele haben es viel schwieriger, weil sie als Mutter oder Vater Menschen haben, die so wir du denken (oder besser gesagt nicht denken), oder weil sie in einem kleinen konservativen Dorf leben, wo fast alle sehr patriarchalisch eingestellt sind.
    Solche Menschen, die ewig ihre Sexualität unterdrücken, sind genau die, die dann oft Jugendliche oder Kinder missbrauchen!

    Wenn es Leute gibt, die ihre eigenen Familienmitglieder heiraten wollen, sollen sie das fordern! Ich werde sie nicht von oben herabschauen, aber es ist eine andere Sache.
    Bestimmt werden Inzestuöse in dieser Gesellschaft benachteiligt, aber es ist tatsächlich ein dringenderes Problem, wenn die Statistiken sagen, dass sogar in Norwegen, wo Homosexuelle sogar kirchlich heiraten dürfen, 25% der homosexuellen Jugendlichen mindestens einen Selbstmordversuch hinter sich haben. Das sind ZEHNER VON TAUSENDEN von Kindern!!!!

    Es ist auch eine größere Tragödie, wenn es an einem Verkehrsunfall 150 Menschen sterben, als wenn es nur zwei Menschen sind. Findest du nicht? So scheinen wir alle, zu denken und das widerspiegeln auch die Medien.

    Wenn HUNDERTE VON TAUSENDEN Menschen ihre PartnerInnen über keinen Erbrecht verfügen, wenn ihr/e PartnerIn stirbt, ist es auch viel ein größeres Problem, als wenn es nur 20 sind (Ich schätze, es gibt nicht einmal 20 Menschen in Österreich, die eine/n engen Verwandte/n heiraten möchten).

  34. Nicolás 17 Januar, 2012 at 16:32

    @Marcilio Ficino:

    „Aus der Lehre der katholischen Kirche heraus – gleiches gilt übrigens auch für das Judentum und den Islam – werden gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen abgelehnt.“

    Das stimmt nicht! Sie finden sowohl im Judentum heute viele Gruppierungen, die eine positive Einstellung gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe haben. http://en.wikipedia.org/wiki/LGBT-affirming_denominations_in_Judaism

    Nicht anders ist es im Christentum! Da gibt es noch mehr (http://en.wikipedia.org/wiki/LGBT-affirming_Christian_denominations)! Es gibt heute schon vier offen homosexuelle BischöfInnen und drei davon sind verheiratet.

    Im Islam sind es heute leider nur noch wenige. http://en.wikipedia.org/wiki/LGBT-affirming_religious_groups#Islam

    http://urj.org//about/union/governance/reso//?syspage=article&item_id=2000
    http://jrf.org/showres&rid=487
    http://www.google.at/imgres?q=gay+jewish+wedding&um=1&hl=de&sa=N&biw=1366&bih=667&tbm=isch&tbnid=mctMXNhyVHVYkM:&imgrefurl=http://apracticalwedding.com/category/marriage-equality/thoughtsaction/%3Forder%3DASC&docid=lpdhX4G_M0pEPM&imgurl=http://apracticalwedding.com/wp-content/uploads/blogger/_ueAF75ccxp4/SQ5mkEcse1I/AAAAAAAABi4/H9SJMfgQ3JE/s1600/vows.JPG&w=600&h=398&ei=5JIVT_zXBoOVOqjUqYMD&zoom=1&iact=rc&dur=597&sig=109865813739801499207&page=1&tbnh=119&tbnw=179&start=0&ndsp=18&ved=1t:429,r:3,s:0&tx=109&ty=57
    http://en.wikipedia.org/wiki/Al-Fatiha_Foundation
    http://www.advocate.com/News/Daily_News/2009/11/09/Sweden_Gets_Lesbian_Bishop/

  35. Nicolás 17 Januar, 2012 at 16:44

    @Marcilio Ficino:

    „Für die Mitmenschen unangenehm werden dann solche Propagandisten homosexueller Lebensentwürfe, die im Grunde kein anderes Thema haben und sich über ihre sexuelle Ausrichtung und die mit ihr verbundene Lebensform definieren.“

    Das stimmt nicht! SIE reduzieren uns nur auf unsere Sexualität, in dem Sie Ausdrücke wie „Lebensform“ verwenden. Als ob unser Leben besonders anders wäre als, das der Mehrheit!

    Auch Blonde sind eine Minderheit, aber ich spreche nicht von „blonden Lebensweisen“, nur weil ich schwarze Haare habe und somit zu einer riesigen Mehrheit auf dieser Welt gehöre.

    Aber solange es Menschen wie Sie gibt, die sich gegen unsere Rechte, ein lebenswertes Leben zu führen, einsetzen und die keine Spur von Sensibilität für das Leiden von Millionen von Jugendlichen auf dieser Welt haben, bleibt uns nichts anders übrig, als diese Bezeichnung (nämlich „Homosexuelle/r“) anzunehmen, bis alle diese irrationale Angst vor dem „Fremden“ (und vor allem vor sich selbst http://www.youtube.com/watch?v=tMIaVBnOhXo) verloren haben.

    Wir sind nicht anders! Das Einzige, was uns anders macht, ist die Diskriminierung!

    Genauso würden Blonde agieren, wenn ihnen das Recht abgesprochen werden würde, ihre/n PartnerIn im Spital zu besuchen, wenn sie/er im sterben liegt. Und da würde ich sie selbstverständlich unterstützen, obwohl ich noch nie ein blondes Haar gehabt habe.

  36. Heiko 17 Januar, 2012 at 23:13

    Der Verlauf der Diskussion in diesem Forum hat wirklich sehr viel über die Schwulen- und Pädophilenlobby offenbart:

    1. Das Buch „Der pädosexuelle Komplex“ (Förster-Verlag Berlin/Frankfurt) des bekennenden Schwulen Volker Beck, der die treibende Kraft der Schwulenbewegung und das Sprachrohr der Schwulenlobby im Bundestag ist, belegt sehr eindrucksvoll, was das wirkliche Ziel der Kinderadoption durch Schwule ist: „Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung … wird das Zementieren eines sexual-repressiven Klimas verhindern können – eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können.“

    2. Die Schwulen- und Pädophilenlobby, die für sich selbst absolute Toleranz einfordert, ist die intoleranteste und aggressivste Lobbygruppe in Deutschland überhaupt. Beispiele dafür sind die Ablehnung der muslimischen Ehe zu Dritt durch den Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Manfred Bruns – mit der Begründung, dass dies nicht unserer christlich-abendländischen Kultur entspricht. Oder die Morddrohungen gegen den Bürgermeister von Magdeburg, weil dieser nicht die Schirmherrschaft über den CSD übernommen hat.

    3. Das Eintreten des Papstes gegen die Homoehe ist weder diskriminierend noch intolerant. Wenn der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes, Manfred Bruns, offen sagen kann, dass er gegen die Ehe zu Dritt bei Muslimen ist, weil das gegen unsere christlich-abendländische Kultur verstößt, dann gibt es überhaupt keinen Grund, warum es diskriminierend oder intolerant sein soll, gegen die Homoehe zu sein.

    4. An den verwendeten Ausdrücken wie „diskriminierend“, „homophob“ oder „Katholiban“ zeigt sich der Versuch, Gedanken und Meinungen zu verbieten. Dass geht inzwischen schon so weit, dass die Schwulen- und Pädophilenlobby ernsthaft zur Gefahr für die Meinungsfreiheit und damit für unsere Demokratie geworden ist.

    5. Mit welch fanatischem Eifer die Schwulen- und Pädophilenlobby am Werk ist, zeigt sich auch daran, wie sehr gegen die grundgesetzlich geschützten Religionen gehetzt wird, so z. B. gegen die katholische Kirche und den Papst („Katholiban“). Auch hier bestätigt sich wieder einmal, welche Gefahr inzwischen von dieser Lobbygruppe für unsere Demokratie ausgeht.

    6. Es wird in diesem Forum ernsthaft behauptet, dass es Kindern bei schwulen Paaren besser geht als bei heterosexuellen Paaren. Folgerichtig werden wir uns dann bald auf die Forderung einstellen müssen, alle Kinder heterosexueller Paare an schwule Paare zur Adoption geben zu müssen. Passend dazu hat die Schwulen- und Pädophilenlobby in der Stadt Bern durchgesetzt, dass die Begriffe „Vater“ und „Mutter“ nicht mehr verwendet werden dürfen und durch die Begriffe „Elter 1“ und „Elter 2“ ersetzt werden müssen, damit schwule Eltern nicht diskriminiert werden. Für jeden, der sich weiterhin Vater oder Mutter nennen möchte, ist dies ein weiterer Grund, den Papst in seinem Eintreten gegen die Homoehe zu unterstützen.

    7. Mehrere seriöse und unabhängige Studien belegen, dass die Missbrauchswahrscheinlichkeit von Kindern bei homosexuell Lebenden signifikant höher ist als bei heterosexuell Lebenden. – Keine Reaktion! Es werden die größtenteils homosexuellen Übergriffe in der katholischen Kirche und in Internaten aufgeführt. – Reaktion: Wird alles besser, wenn es die Homoehe und Kinderadoption für Schwule gibt! Es wird die Studie der Beauftragten für sexuellen Missbrauch angeführt. – Reaktion: Lautes Schweigen!

    8. Das Eintreten des Papstes gegen die Homoehe ist auch nicht – wie hier geschrieben – eine Frage, ob die katholische Kirche im 21. Jahrhundert angekommen ist oder nicht, sondern sein Eintreten gegen die Homoehe verhindert, dass wir ins Vormittelalter des römischen Reiches und Griechenlands zurückkatapultiert werden, wo Homosexualität und Pädophilie gesellschaftsfähig geworden waren – kurz vor dem Niedergang dieser Hochkulturen.

    Um es in der Logik und mit der Wortwahl der Gegner des Papstes auszudrücken: Die angeblich so aufgeklärte und tolerante Schwulen- und Pädophilenlobby ist in Wirklichkeit mit fanatischem Eifer am Werk, intolerant, demokratiefeindlich, religionsphob und äußerst aggressiv. Da das Ganze inzwischen immer mehr zur Gefahr für die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Religionsfreiheit und damit für unsere Demokratie wird, gehört konsequenterweise die eingetragene Lebenspartnerschaft komplett abgeschafft. Man kann dem Papst gar nicht genug für sein Engagement für die Meinungsfreiheit und für unsere Demokratie danken!

  37. Nicolás 18 Januar, 2012 at 00:52

    @Heiko:

    Ich habe sehr wohl auf dein Kommentar bezüglich der Ergebnisse dieser Studie und dir sogar die Meinung eines Psychologen und Theologen gezeigt. Das Problem ist die unterdrückte Homosexualität, die zum Missbrauch führt. Aber es macht keinen Sinn, mit dir zu diskutieren.

    Entweder bist du ein extrem unintelligenter Mensch oder viel wahrscheinlicher hast du selbst unterdrückte pädophile Neigungen und willst du das Problem lösen, in dem du das auf andere projizierst.

    Mach uns bitte nicht zu deinen Sündenböcken!

    Es ist echt schade! Wegen Menschen wie dir sterben täglich Hunderte wenn nicht Tausende von Menschen und Hunderte wenn nicht Tausende von Kindern und Jugendlichen werden täglich missbraucht.

  38. Miriam 18 Januar, 2012 at 00:58

    @ Heiko
    Ich danke Ihnen sehr für Ihre klaren Worte. Es ist schön, dass Sie so viel Mut haben, hier Ihre Einschätzung zu vertreten. Die meisten ähnlich denkenden Menschen haben bereits aufgegeben, ihre ehrliche Meinung noch öffentlich zu äußern. Hierdurch wird ein Herdentierverhalten wie in Nazi-Deutschland und in der DDR gefördert.
    Ich finde es schade, dass Unterschiede in unserer Gesellschaft immer mehr ausgelöscht werden und jede unterschiedliche Behandlung gleich als Diskriminierung angesehen wird.

    @Nicholás
    Ehrlich gesagt, kenne ich diese Begriffsveränderungen auch. Allerdings hat sich dadurch der wesentliche Inhalt nie verändert!
    Wenn als Ehe nicht mehr die öffentliche Vereinbarung zweier Menschen angesehen wird, die miteinander leben und füreinander einstehen und eben auch für Nachwuchs sorgen wollen, dann ist Ehe eben nicht mehr EHE.
    Eine Schwulen- oder Lesben-„Ehe“ OHNE Kinder-OPTION kann keine Ehe im eigentlichen Sinne sein.
    Allein schon wenn ich von der Basis der Evolution her denke, wäre eine konsequent gelebte Homosexualität für die Menschheit kontraproduktiv: dann würde ich als Frau nicht mehr für Nachwuchs sorgen (wollen) und irgendwann würde es immer weniger Menschen geben … So denke ich jedenfalls als heterosexuell empfindende und lebende Frau darüber. Und ich möchte mich nicht deswegen diskriminieren lassen oder von homosexuell empfindenden Menschen ausnutzen lassen, indem sie von heterosexuell lebenden Menschen sich Nachwuchs machen oder zur Verfügung stellen lassen …

  39. Nicolás 19 Januar, 2012 at 03:34

    @Miriam:

    „Ehrlich gesagt, kenne ich diese Begriffsveränderungen auch. Allerdings hat sich dadurch der wesentliche Inhalt nie verändert!“

    Das heißt, du glaubst, dass ein Blatt, worauf du schreibst, fast das Gleiche ist, wie ein Blatt von einer Pflanze???

    Etwas sammeln und aus einem Buch lesen sind für dich im Wesentlichen das gleiche????

    Die meisten Sprachen verwenden unterschiedliche Begriffe für diese Sachen, also die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten sehen das ganz anders.

    Ein bestimmtes homosexuelles Paar kann einem bestimmten heterosexuellen Paar in vieler Hinsicht viel ähnlicher sein, als einem anderen homosexuellen Paar. Und das ist umgekehrt genauso.
    Der einzige relevante Unterschied bleibt nur an der Oberfläche. Warum müssen wir immer nur so oberflächlich denken?

    Eine bestimmte Frau kann außerdem viel mehr typisch männliche Eigenschaften aufweisen als ein bestimmter Mann und das ist umgekehrt genauso.

    „Wenn als Ehe nicht mehr die öffentliche Vereinbarung zweier Menschen angesehen wird, die miteinander leben und füreinander einstehen und eben auch für Nachwuchs sorgen wollen, dann ist Ehe eben nicht mehr EHE.“

    Eine homosexuelle Ehe (die gibt es übrigens schon in vielen Ländern) handelt sich genauso wie bei heterosexuellen Ehen meist nur um zwei Menschen, die miteinander leben und füreinander einstehen. Da sehen wir beide bestimmt keinen Unterschied.

    Ich kenne persönlich zwei Frauen (eine ist meine Tante), die nach ihrem fünfzigsten Lebensjahr geheiratet haben. Ist das für die keine EHE???? Obwohl jede/r wusste, dass sie auch aus biologischen Gründen nie Kinder erzeugen werden!!

    Unsere Lebenserwartung wird ja immer höher, daher wird es solche Eheschließungen immer häufiger geben. Sollen wir auch dagegen protestieren und Skandale machen und diesen armen Menschen das Leben kompliziert machen?

    Wenn das wirklich dein Grund ist. Warum wehrst du dich nicht auch gegen solche Eheschließungen? Fühlst du dich von meiner Tante nicht diskriminiert auch? Nur weil sie für sich auch diesen Begriff verwendet, der nicht genau in deiner Wahrnehmung der Realität passt????

    Daher erweist sich dein Argument als eine sehr schlechte Ausrede, einfach nur um eine heterosexistische, homophobe und heterozentristische Einstellung zu rechtfertigen.

    Als noch debattiert wurde, ob „Schwarze“ und „Weiße“ miteinander heiraten dürfen sollen oder nicht, hat es selbstverständlich auch viele Menschen wie dich gegeben, die sich irgendwelche Argumente ausgedacht haben, um eine rassistische und ethnozentristische Einstellung zu rechtfertigen oder zu tarnen. In Zukunft werden zum Glück deine Argumente genauso pervers klingen, wie die von diese Leuten damals. Versteh das nicht falsch! Ich meine nicht, dass du pervers bist. Deine Gedanken sind es, aber das ist nur auf deine irrationalen Ängste zurückzuführen.

    „Allein schon wenn ich von der Basis der Evolution her denke, wäre eine konsequent gelebte Homosexualität für die Menschheit kontraproduktiv: dann würde ich als Frau nicht mehr für Nachwuchs sorgen (wollen)“

    Erstens liebe Miriam! Man kann über ihre/seine sexuelle Orientierung nicht entscheiden! Kannst du dich erinnern, als du dich für deine sexuelle Orientierung entschieden hast?`
    Wie ich im meinem Vortrag gesagt habe: „hätte ich mich entscheiden können, wäre ich bestimmt bisexuell. Dann hätte ich ja viel mehr Möglichkeiten“.
    Wäre die sexuelle Orientierung aus Vorbildern erlernbar, wären wir ja fast alle heterosexuell, da wir fast alle in einem überwiegen heterosexuellen Umfeld aufgewachsen sind und weil die Medien in einem extrem übertrieben überproportionalen Ausmaß viel mehr hetero- als homosexuelle Liebespaare zeigen.

    Die Realität zeigt uns, dass Homosexuelle überall (ich (genauso wie viele ForscherInnen) bin aus mehreren Gründen sehr skeptisch über die weite Verbreitung der Homosexualität im alten Griechenland. Ich glaube, dass war nur in der Elite so und daher einfach nur gesellschaftlich akzeptiert) nur von ein kleiner Anteil der Bevölkerung ist, daher ist diese Gefahr ganz einfach inexistent.

    Was die Evolution angeht, bin ich nicht einverstanden. Wenn Homosexualität nie eine wichtige Funktion erfüllt hätte, wäre sie schon längst aus unserer genetischen Code und aus aller anderen Spezies verschwunden (http://www.sciencedaily.com/releases/2009/06/090616122106.htm).

    Was die Funktionen, die die Homosexualität in der Evolution gehabt hat, betrifft, kannst du dich hier sehr gut informieren: http://www.uni-trier.de/uploads/media/evolutionsvortrag.mp3, http://www.youtube.com/watch?v=MHDCAllQgS0

    „und irgendwann würde es immer weniger Menschen geben“

    Und das wäre für dich ein Problem??? Ist dir noch nicht aufgefallen, dass wegen uns pro Tag ca. 130 andere Spezies verschwinden? Ganz viele von diesen existieren schon ewig länger auf der Erde als wir. Findest du das fair? Ist dir nicht bewusst, dass auch wir diese Vielfalt für die Ernährungskette brauchen?

    Ist dir noch nicht aufgefallen, dass pro Tag ca. 70 Tausend Menschen an Hunger sterben? Über 9 Millionen Kinder!!!!!!

    Findest du, dass wir gerade so ein gerechtes, friedliches (es gibt über 50 bewaffnete Konflikte jetzt gerade, und an sehr vielen sind KindersoldatInnen beteiligt!!!) und faires Miteinander pflegen, um behaupten zu können, dass es schlimm wäre, wenn wir weniger wären?

    Wäre nie die Homosexualität ausgelebt worden (das hat es schon immer gegeben. Es ist ja in alten Höhlen überliefert), hätte diese ganze Umweltkatastrophe schon viel früher angefangen! Und du könntest jetzt gar nicht atmen, weil der Treibhauseffekt schon viel zu heftig wäre.

    „Und ich möchte mich nicht deswegen diskriminieren lassen oder von homosexuell empfindenden Menschen ausnutzen lassen, indem sie von heterosexuell lebenden Menschen sich Nachwuchs machen oder zur Verfügung stellen lassen“

    Niemand will hier jemanden ausnutzen! Menschen, die erwünschte Kinder kriegen, werden sie ja für immer behalten!! Was ist ja schöner als das? Und man müsste pervers sein, um so etwas zu machen!
    Es gibt allein in Brasilien 6 Millionen Straßenkinder! Wie viele gibt’s weltweit? Vieeeel mehr als Menschen, die bereit sind, Kinder zu adoptieren.
    Sie haben eine sehr niedrige Lebenserwartung und leben immer unter perversen Umständen! Viele fangen schon mit fünf an, starke Drogen zu nehmen oder mit 10 als Prostituierte zu arbeiten.

    Glaubst du es nicht, dass die Gefahr, die besteht, wenn diese Kinder auf der Straße leben, tausend mal schlimmer ist, als dass sie mit zwei Menschen zusammenleben, die sie wirklich haben wollen und sie über alles lieben?

    Ich bin schwul und liebe Kinder! Ich verstehe mich super mit ihnen und ein Kind (selbstverständlich dessen biologische Eltern nicht haben wollen) zu adoptieren, würde mein Leben erfüllen und bestimmt auch seines retten.

    Was für Argumente fallen dir jetzt ein, um uns weiter zu diskriminieren?

  40. Marsilio Ficino 19 Januar, 2012 at 15:35

    @Nicolas

    wir leben in einem demokratisch-freiheitlichen Staat, Gott sei Dank! Wenn Menschen sich entscheiden, mit gleichgeschlechtlichen Partnern zusammenleben zu wollen, ist das ihre Entscheidung. Diskriminierung ist sicherlich schlecht und zu verurteilen. Aus religiöser Sicht würde ich dies als Gewissensentscheidung ansehen, die ich zu respektieren habe, auch wenn ich selbst dies nicht gutheißen kann. In einer Demokratie habe ich aber auch das Recht, gegen eine gleichgeschlechtliche „Ehe“ zu sein, so wie Sie das Recht haben, dafür zu sein. Wenn man dieser skeptisch gegenübersteht, ist dies keine Homophobie. Es gibt eine eingetragene Partnerschaft, das sollte reichen.

    Termini wie „barbarische Katholiban“ werden übrigens kaum zu einer Akzeptanz homosexuell empfindenen Menschen führen können, da sie einfach nur dümmlich sind und bestehende Vorurteile nicht aus der Welt schaffen, sondern bestätigen. Man beklagt Intoleranz und im gleichen Atemzug wird man selbst polemisch und intolerant. Das ist sehr unglaubwürdig und dient nicht einer sachlichen Auseinandersetzung.

    Sie schreiben, dass Sie kein anderes Leben als andere Menschen führen. Das würde ich auch nicht in Abrede stellen wollen. Homosexuelle Menschen, die nicht nur um ihre Sexualität kreisen, finde ich auch nicht störend. Einen CSD zB. mit seinen schrillen Begleitumständen und einer nahezu schon demonstrativ zur Schau gestellten Sexualität abzuhalten, finde ich persönlich abstoßend; dies gehört so sicherlich nicht in die Öffentlichkeit! Auch hier gilt: Bestehende Vorurteile werden eher verstärkt! Aber natürlich sind nicht alle Homosexuellen so! Wer so leben will, soll das tun, aber bitte auf agressive Propaganda und Zurschaustellung verzichten. Es ensteht leicht der Eindruck, von Menschen, die nur um sich und ihre sexuelle Ausrichtung kreisen, und dieser Eindruck wird mit Sicherheit vielen Homosexuellen nicht gerecht. Von daher sollte man dies doch besser vermeiden!

  41. thinkoutsideyourbox.net 19 Januar, 2012 at 16:14

    @ Marsilio Ficino:

    Es steht jedem Menschen in einer Demokratie frei, seine Meinung zu äußern. Das ist zu respektieren.

    Es ist jedoch nicht zu respektieren, wenn trotz der allgemein gültigen Menschenrechte, wonach alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind, diese bestimmten Bevölkerungsschichten vorenthalten werden.

    Dies impliziert, dass alle BürgerInnen eines Staates, die gleichen Rechte erhalten und die gleichen Pflichten haben. Das Argument, es gibt ja „eh“ die Eingetragene Partnerschaft ist haltlos.

    Mit welchem Argument soll homosexuellen Paaren dieses zivilrechtliche Institut abgesprochen werden? Es gibt keines! Häufig wird ausgeführt, dass die Ehe das Ziel hat, Nachkommen zu zeugen. Dieses Ziel hat eine Ehe längst nicht mehr. Es gibt vielfältigere Familienmodelle. Würde der Gedanke des Ehe-Ziels fortgeführt werden, müsste allen heterosexuellen Menschen, die beispielsweise aus biologischen Gründen keine Kinder zeugen können, das Eherecht ebenfalls abgesprochen werden.

    Die Glaubensgemeinschaften haben daher kein Recht, sich in innerstaatliche Angelegenheiten einzumischen, denn Religion ist eine Privatangelegenheit. Und die Diskussion um die zivilrechtliche Ehe betrifft die Glaubensgemeinschaften nicht, da es NICHT um die kirchliche Ehe vor ihrem Gott geht. Daher zählt auch das Argument nicht, dass die Ehe „entwertet“ werden würde – was unabhängig von der Unterscheidung zwischen der zivilrechtlichen und der kirchlichen Ehe ohnehin Quatsch zum Quadrat ist.

    Die CSDs haben den Sinn und Zweck Aufmerksamkeit auf die Belange und Forderungen von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen zu ziehen. Mit den teils schrillen CSDs soll durchaus provoziert werden, um den Menschen zu zeigen, dass es vielfältigere Lebensweisen gibt, als dies die vermeintliche Heteronormativität vorgibt, welche gesellschaftlich konstruiert ist. Diese „vermeintliche“ Norm ist gesellschaftlich entstanden und muss hinterfragt werden.

    Auch haben bei CSDs Lesben, Schwule und Transgender-Personen die Möglichkeit, ohne der Gefahr angepöbelt zu werden, zu ihrer Liebe auch in der Öffentlichkeit zu stehen und Zärtlichkeiten wie Küsse auszutauschen oder einfach nur Händchen zu halten.

    Wenn das als störend empfunden wird, dann müssten im Umkehrschluss auch heterosexuelle Zärtlichkeiten als Zurschaustellung angeprangert werden.

    Und letztlich werden Lesben, Schwule und Transgender-Personen von der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft immer auf die Sexualität reduziert. Dass dahinter die gleichen Sehnsüchte nach Sicherheit, Liebe und Geborgenheit stehen, wird bewusst oder unbewusst vergessen!

    Denke mal darüber nach!

  42. Nicolás 19 Januar, 2012 at 17:45

    @ Marsilio Ficino:

    Sie unterstellen mir viele Ansichten und Meinungen, die ich nicht habe, aus der falschen Überzeugung, wir wären alle Homosexuellen, nur aufgrund unserer sexuellen Orientierung (Aspekt eines Menschen, das ich überhaupt nicht für relevant halte, aber da die meisten in dieser Gesellschaft das offensichtlich doch tun und Diskriminierung noch sehr stark legitimiert ist und diese aus eigener Erfahrung [selbst mit 15 angefangen Antidepressiva zu nehmen und mit 16 einen Selbstmordversuch trotz sehr tolerantes und intellektuelles Umfeldes und absoluter Anerkennung meiner ganzen Schulkameradschaft] noch ganz schlimme Folgen mit sich hat, halte ich für den Kampf gegen diese Diskriminierung und für Toleranz und Akzeptanz und ein respektvolleres und offeneres Zusammenleben für sehr sehr wichtig und ich nehme an, Sie werden mich unterstützen, wenn Sie religiös sind und tatsächlich am Prinzip der Nächstenliebe glauben) der gleichen Weltanschauung.

    „Wenn Menschen sich entscheiden, mit gleichgeschlechtlichen Partnern zusammenleben zu wollen, ist das ihre Entscheidung. Diskriminierung ist sicherlich schlecht und zu verurteilen. Aus religiöser Sicht würde ich dies als Gewissensentscheidung ansehen, die ich zu respektieren habe, auch wenn ich selbst dies nicht gutheißen kann.“

    Darf ich Sie fragen, warum Sie das nicht gutheißen können? Was hätten Sie lieber? Dass ich nie in meinem Leben die Liebe kennenlerne? Dass ich nie von jemandem, der mich über alles liebt, zärtlich gestreichelt werde, wie Sie das auch sicher gerne haben? Das ich meine Sexualität unterdrücke? Das ich mich umbringe? Was haben Sie gegen Liebe und respekt- verantwortungsvoll ausgelebte Sexualität? Darf ich das wissen?

    „Diskriminierung ist sicherlich schlecht und zu verurteilen.“ „In einer Demokratie habe ich aber auch das Recht, gegen eine gleichgeschlechtliche “Ehe” zu sein, so wie Sie das Recht haben, dafür zu sein. Wenn man dieser skeptisch gegenübersteht, ist dies keine Homophobie. Es gibt eine eingetragene Partnerschaft, das sollte reichen.“

    Erstens! Selbstverständlich haben Sie das Recht, dagegen zu sein! Und ich respektiere sehr ihre Skepsis! Ich verstehe Sie mehr, als Sie glauben. Ich bin in eine katholische Schule gegangen und habe früher eine viel konservativere Weltanschauung gehabt. Ich habe viel Respekt gegenüber konservativen Positionen, weil ich es für ein universelles und natürliches Phänomen halte, Angst vor Veränderungen zu haben. Jedoch bin ich der Meinung, dass auch in einer DEMOKRATIE die Angst einer Mehrheit nie über das Recht einer Minderheit, ein lebenswertes Leben zu führen stehen kann. Und auch in einer DEMOKRATIE (in dem Sinne von Philosophen Fernando Savater): „müssen die Minderheiten vor den Übergriffen der Mehrheit geschützt werden“.

    Wenn wir zwischen hetero- und homosexuellen Paaren unterscheiden, handelt es sich meiner Meinung natürlich um eine Diskriminierung (und in einer DEMOKRATIE habe ich AUCH das Recht dies so wahrzunehmen).

    Warum? Diskriminieren heißt bloß, wenn man die sozial belastenden Assoziationen zur Seite lässt, Unterscheidungen zu machen.

    Viele könnten meinen, der Unterschied ist aber schon gegeben. Ja, einen Unterschied gibt es immer zwischen allen Paaren. Ein 18-jähriges heterosexuelles Ehepaar ist einem heterosexuellen 80-jährigen nicht gleich, trotzdem werden beide vor jeder Kirche und jeder Behörde gleich behandelt.

    Wie oben kommentiert: ein bestimmtes heterosexuelles Paar kann einem bestimmten homosexuellen in vieler Hinsicht viel ähnlicher sein als einem bestimmten anderen heterosexuellen Paar. Es gibt außerdem durchaus Merkmale, die uns dabei helfen, Männer von Frauen zu unterscheiden, aber ein Wesen, das als Frau erkannt wird, kann mehr typische männliche Eigenschaften aufweisen, als ein bestimmter Mann, das ist umgekehrt genauso.

    Es ist auch eine Diskriminierung, so wie dieser Begriff heute allgemein verstanden wird, weil es durchaus zu einer Benachteiligung führt. Nur als Beispiele: wenn sich eine italienische Frau in eine kongolesische in Italien ineinander verlieben und sie beide entscheiden ihr Leben zusammenzuführen, bekommt die Letztere keine Aufenthaltsgenehmigung, weil es für sie nicht einmal die Möglichkeit besteht, einen Antrag zu unterschreiben. Würde es sich um einen kongolesischen Mann handeln, hätten sie die Sache viel einfacher. Oft dürfen Homosexuelle ihre Partner im Spital nicht besuchen, weil sie ihre Partnerschaft nicht beweisen können und sie oft von der Familie des Partners abgelehnt werden. Stellen Sie sich vor, Sie dürften die Frau Ihres Lebens nicht besuchen, wenn diese im Sterben liegt. Ist das nicht pervers?????? Darf so etwas in einer Demokratie möglich sein? Die meisten Kirchen unterstützen bewusst und absichtlich diese politische und soziale Ungleichheit.

    Aber wenn man glücklich und zufrieden mit der Tatsache ist, dass sich allein am heutigen Tag in Westeuropa mehrere homosexuelle Jugendliche das Leben genommen haben (das passiert seit der Durchsetzung des Christentums ununterbrochen) und man auch stolz darauf ist, soll man sicher weiter unterscheiden. Ich kann Ihnen hier nur Recht geben!

    Auch der Segen seitens der Kirchen würde nämlich einen riesigen Beitrag dazu leisten, diese Ungerechtigkeiten zu verhindern und die soziale Akzeptanz zu vergrößern. In sehr christlichen Ländern wie Ecuador oder Peru gibt es Kliniken, wo lesbische Frauen von ihrer eigenen Familie gezwungen eingewiesen werden, damit ihre Sexualität „korrigiert“ wird. Obwohl diese Kliniken privat sind, sind die meisten Kunden (die Eltern) arm, ignorant und deshalb meist auch christlich, die ihre ganzen Ersparnisse dafür investieren. Innerhalb des Christentums haben sie gelernt, die Homosexualität sei ja eine Abscheulichkeit, wenn nicht eine Krankheit, die geheilt werden soll. Außerdem haben sie den Wunsch, dass ihre Töchter mal heiraten (!) (für diese christlichen Leute bedeutet das natürlich, einen Mann zu heiraten, obwohl in Ecuador auch eine eingetragene Partnerschaft angeboten wird). Ihnen wird nicht vermittelt, dass ihre Töchter dort grausam (unter anderem durch Vergewaltigung) gefoltert werden. Ist das keine Benachteiligung?

    Diese ganzen Tatsachen und noch viel schlimmere, die täglich auf der ganzen Welt passieren, werden nicht so ernst genommen, u.a. weil wir in einer Kultur leben, in der den Medien, die fast ausschließlich von erwachsenen, „männlichen“, „reichen“, „christlichen“ oder „jüdischen“, „kaukasischen“ und „heterosexuellen“ Menschen geführt werden, das Recht und die Aufgabe zugewiesen wird, über den Ernst jedes Ereignis zu entscheiden und überhaupt zu bestimmen, was die Wahrheit ist. Wir haben eine sehr lange Geschichte, die sehr stark von überfordernder und unterdrückender Sexualmoral geprägt (meine Oma z.B. hat sich im katholischen Internat mit einem Nachthemd duschen müssen, damit sie ihre „intimen“ Bereiche selbst nicht sehen kann) ist und daher haben wir heute noch eine Kultur, in der alles, was mit Sexualität zu tun hat, uns oft einschüchtert und verunsichert. Andererseits da es so lange ein Tabu war und immer noch ist, ist Sexualität etwas, womit man sehr leicht provozieren kann. Das führt zur Tatsache, dass alles, was mit Sexualität zu tun hat, nicht banalisiert und trivialisiert wird.

    Wir leben auch im Patriarchat und in einer Kultur in der die Kategorien von Mann und Frau als zwei polare Extreme verstanden werden. Laut dem Taoismus haben wir alle eine weibliche und eine männliche Seite. Der Mann bekommt meist immer noch sehr viel Druck in seiner Erziehung, männlich zu sein. „Weine nicht so! Sei nicht so ’schwul‘!“ hört man leider noch oft von Kindern. Das haben sie natürlich nicht selbst erfunden, sondern von den früheren Generationen geerbt.
    Da die meisten Männer daher große Schwierigkeiten haben, ihre „weibliche“ Seite zu akzeptieren (was ich sehr traurig finde, weil gerade die schönsten Eigenschaften, die wir haben, für weiblich gehalten werden: die Sensibilität, die Solidarität, die Empathie, usw. Kein Wunder, dass die Weltpolitik so schlecht funktioniert), verachten sie nicht zufällig bei anderen gerade das, was sie in sich selber nicht sehen wollen. Wir homosexuelle Männer haben durchaus tendenziell (aber gar nicht immer) mehr typisch weibliche Eigenschaften, als heterosexuelle Männer. Es geht um die Projektion, ein sehr bekanntes Phänomen für alle PsychologInnen! Man sieht in anderen, was man in sich selbst nicht sehen will und gerade das verachtet man. Besonders weibliche Männer haben es bei Schwulen auch nicht leicht. Keiner will sich nämlich in diesem Spiegel anschauen.

    Kein Wunder also, dass als vor nicht langer Zeit weniger als 200 Männer in Kroatien versucht haben, eine kleine Parade zu gestalten und sie von 10 Tausend Menschen mit Steinen und Flaschen beworfen wurde, es fast niemand mitbekommen hat. Hätte es sich um 200 JüdInnen gehandelt oder 200 Schwarze, würden wir wahrscheinlich alle noch darüber sprechen.

    Wir sind in dieser Gesellschaft Untermenschen und das tut uns allen sehr weh. Sonst würden wir nicht kämpfen. Sie empfinden alles nur als Provokation, weil Sie sehr wahrscheinlich eine sehr keusche Erziehung bekommen haben, aber hinter unserem Kampf versteckt sich nur großer Schmerz.

    „Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie noch spießiger zu werden, um ihr Schuld­gefühl abzutragen – mit einem Übermaß an bür­gerlichen Tugenden. Sie sind politisch passiv und verhalten sich konservativ als Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden. Schwule schämen sich ihrer Veranlagung, denn mann hat ihnen in jahrhundertelanger christlicher Erziehung eingeprägt, was für Säue sie sind.“ Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Regie: Rosa von Praun­heim. Erscheinungsjahr 1971, 67 Minuten, Deutsch­land.

    Meiner Erfahrung nach entspricht außerdem die Institution der Ehe in unserem Kulturraum nicht genau einer Kinderfabrik, sondern vielmehr einer Legitimierung der Liebe und der Sexualität zwischen zwei Erwachsenen. Wäre es nicht so, dürften 50-jährige Frauen auch nicht heiraten. Tausende von homosexuellen Paaren brauchen weltweit diese Legitimierung dringend. Das würde auch vielen Menschen (vor allem Jugendlichen) das Gefühl geben, sie leben in einem viel weniger bedrohlichen Umfeld. Ist das auch egal?

    Was verstehen Sie bitte unter Nächstenliebe? Ich biete Sie dazu an, meinen Vortrag zu lesen (http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=18308). Hier ein Ausschnitt: „Außerdem denke ich, wenn man kein bisschen von einer Tradition opfern kann, um einem einzelnen Jugendlichen das Gefühl zu geben, dass er in einem weniger bedrohlichen Umfeld lebt und somit vermeiden, dass er sich morgen das Leben nimmt, soll man bitte sofort aufhören, über Nächstenliebe zu sprechen.“

    „Termini wie “barbarische Katholiban” werden übrigens kaum zu einer Akzeptanz homosexuell empfindenen Menschen führen können, da sie einfach nur dümmlich sind und bestehende Vorurteile nicht aus der Welt schaffen, sondern bestätigen.“

    Da bin ich voll auf Ihrer Seite! Ich verstehe gar nicht, warum Sie mir so etwas vermitteln, als ob ich irgendeinmal diesen Ausdruck von Herrn Berger gut geheißen hätte. Die Tatsache, dass ich auch homosexuell bin, bedeutet nicht, dass ich alles gut heiße, was alle homosexuellen Menschen auf dieser Welt tun oder sagen. Genauso wenig kann ich Ihnen vorwerfen, dass gestern irgendein heterosexueller Politiker irgendeinen Blödsinn gesagt hat, nur weil Sie auch heterosexuell sind. Würden Sie das fair von mir finden?

    „Man beklagt Intoleranz und im gleichen Atemzug wird man selbst polemisch und intolerant. Das ist sehr unglaubwürdig und dient nicht einer sachlichen Auseinandersetzung.“

    Auf jeden Fall! Was Sie aber auch verstehen sollten, ist das es für uns ein Thema ist, das uns sehr nahe berührt (30% der Selbstmordversuche in Österreich werden von Homosexuellen durchgeführt) und deshalb ist es nicht immer leicht, nicht zu emotional zu werden. Um Toleranz und Verständnis bitte ich Sie jetzt auch!

    Am Ende sollte es keine Seiten geben, finden Sie nicht?? :)

    „Einen CSD zB. mit seinen schrillen Begleitumständen und einer nahezu schon demonstrativ zur Schau gestellten Sexualität abzuhalten, finde ich persönlich abstoßend; dies gehört so sicherlich nicht in die Öffentlichkeit! Auch hier gilt: Bestehende Vorurteile werden eher verstärkt! Aber natürlich sind nicht alle Homosexuellen so! Wer so leben will, soll das tun, aber bitte auf agressive Propaganda und Zurschaustellung verzichten. Es ensteht leicht der Eindruck, von Menschen, die nur um sich und ihre sexuelle Ausrichtung kreisen, und dieser Eindruck wird mit Sicherheit vielen Homosexuellen nicht gerecht. Von daher sollte man dies doch besser vermeiden!“

    Da bin ich auch auf Ihrer Seite (hier mein Interview http://www.youtube.com/watch?v=RNeNaj02QTc) und ich verstehe wieder nicht warum, Sie mir wieder so was vermitteln wollen. Wie gesagt, nur weil ich auch „schwul“ bin, bedeutet es nicht, dass ich alles gut heiße, was alle Schwulen tun.
    Aber dazu habe ich auch vielen anzumerken!
    Wie gesagt, wir leben in einer Kultur, in der die Wahrheit, das ist, was die Medien erzählen und zeigen. Diese Paraden finden pro Statt nur einmal im Jahr statt!!! Aber jedes Mal, wenn es um Homosexualität geht, zeigen die Medien immer nur Bilder von Paraden und zwar von den auffälligsten Sachen, weil die Medien (wie alle anderen Unternehmen als erstes Ziel haben, Geschäft zu machen) aufgrund der immer steigenden Konkurrenz immer mehr vom Schock leben.
    Eigentlich ist nur ein sehr kleiner Anteil der LGBT-Menschen an den Paraden beteiligt. Viele davon sind ja heterosexuell. Ich schätze mal, ein Drittel. Die meisten Menschen, die dort sind, sind „ganz normal“ angezogen!!
    Viele, wenn nicht die meisten Menschen, die sich „komisch“ anziehen, wollen sich eigentlich nur verstecken, um von der eigenen Familie oder Arbeitskollegen nicht erkannt zu werden.

    Laut den Statistiken sind wir zwischen 3% und 15% der Bevölkerung überall. Wenn Sie in einer Stadt leben, jedes Mal, wenn sie auf die Straße gehen, sehen Sie auf einmal oft mindestens 100 Leute. Wie viele von diese Menschen sind so (http://www.google.at/imgres?q=gay+parade&um=1&hl=de&sa=N&biw=1366&bih=667&tbm=isch&tbnid=gTiZWQHAp72_HM:&imgrefurl=http://philosophyunhinged.blogspot.com/2011/08/you-cant-block-sun-with-two-fingers.html&docid=J4f_SQlrEwPDpM&imgurl=http://4.bp.blogspot.com/-JyDk-HvXjTU/TljWXNEXDrI/AAAAAAAAATY/e8T9LMAI9z0/s1600/Gay_pride_parade.jpeg&w=729&h=1024&ei=kEIYT8CGAoGM-waCoIH0CQ&zoom=1&iact=rc&dur=308&sig=109865813739801499207&page=1&tbnh=139&tbnw=99&start=0&ndsp=23&ved=1t:429,r:2,s:0&tx=60&ty=69) angezogen.

    Das zeigt uns, dass fast alle LGBT-Menschen mindestens 365 oder 364 Tage jährlich nicht so seltsam angezogen sind.

    Ich weiß ganz genau, dass ich viel mehr als nur homosexuell bin, aber gerade das ist, was ich möchte, dass die Gesellschaft auch versteht, und deshalb will ich helfen. „Heterosexuelle/r“, „Bisexuelle/r“, „Homosexuelle/r“, „Transsexuelle/r“ sind für mich nur Etiketten, die uns die Gesellschaft mit diesen Unterscheidungen auferlegt.

    Trotzdem bin ich Mitglied der Grünen Andersrum
    http://wien.gruene.at/andersrum

    Ich kreise auf keinen Fall nur um meine Sexualität. In meinem Kopf sind jeden Tag Tausend andere Sachen viel präsenter als Sex oder Sexualität.

    Da ich als homosexueller (ich weiß genau, was es ist, unter legitimierte Diskriminierung zu leiden) und vor allem als kritischer Mensch, der die schönsten und wichtigsten katholischen Werte erworben hat und der sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt hat, glaube ich, dass ich viel zu sagen habe und dass ich deshalb mit meinem Diskurs sehr helfen kann. Ich wünsche mir nämlich nur, dass das Leiden von vielen Menschen schwächer wird und auch langsam verschwindet.

    Ich wünsche, dass diese Ghettos, die für viele Menschen als notwendiger Schutz fungieren, nicht mehr entstehen müssen. Die meisten von uns wollen sie eigentlich nicht.

    Deshalb bin ich für eine zukünftige Gleichberechtigung hier und überall und für mehr gegenseitigen Respekt und Toleranz überall.

    Ich glaube, der Fall Herrn Berger ist nicht anders als meiner.

    Ich hoffe, Sie können mich jetzt auch besser verstehen!

    Herzliche Grüße und alles Gute für Sie!

  43. Nicolás 19 Januar, 2012 at 18:04

    Selbstkorrektur:

    Ich meinte natürlich:

    „Das führt zur Tatsache, dass alles, was mit Sexualität zu tun hat, banalisiert und trivialisiert wird.“

  44. Nicolás 20 Januar, 2012 at 00:10

    Ich habe übrigens noch eine Frage an alle, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe sind:

    Wenn ich einen Mann oder eine Frau heiraten will, was geht SIE das überhaupt an??? Es ist ja mein und ihr oder sein Leben und nicht IHRES! Wieso wollen SIE sich in unser Privatleben einmischen????

    Ich mische mich nicht in Ihr Leben ein!!

    Was soll das eigentlich??

  45. Nicolás 20 Januar, 2012 at 18:07

    @thinkoutsideyourbox.net

    „Die CSDs haben den Sinn und Zweck Aufmerksamkeit auf die Belange und Forderungen von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen zu ziehen. Mit den teils schrillen CSDs soll durchaus provoziert werden, um den Menschen zu zeigen, dass es vielfältigere Lebensweisen gibt, als dies die vermeintliche Heteronormativität vorgibt, welche gesellschaftlich konstruiert ist. Diese “vermeintliche” Norm ist gesellschaftlich entstanden und muss hinterfragt werden.“

    Ja. Es hat aber wie alles positive und negative Konsequenzen. Heteronormativität muss von auf jeden Fall hinterfragt werden, aber Provokation verstärkt auch oft die Fronten.

    „Auch haben bei CSDs Lesben, Schwule und Transgender-Personen die Möglichkeit, ohne der Gefahr angepöbelt zu werden, zu ihrer Liebe auch in der Öffentlichkeit zu stehen und Zärtlichkeiten wie Küsse auszutauschen oder einfach nur Händchen zu halten.“

    Das auf jeden Fall! So etwas zu verbieten wäre nicht demokratisch sondern despotisch!! Genauso illegitim fände ich z.B. die Idee, Menschen, die dem Schönheitsideal überhaupt nicht entsprechen, zu verpflichten, ihr Gesicht zu verschleiern oder zuhause zu bleiben, nur weil sie unangenehm zu beobachten wären.
    Bevor man despotisch wird, kann man einfach wegschauen! Unterdrückung ist nie gut! Ohne Unterdrückung hätten wir jetzt ja keine Paraden! Und auch z.B. kein Israel und infolge kein Konflikt.
    Das Christentum hat leider so viel Schaden angerichtet. Aber zum Glück nicht nur…

  46. Nicolás 23 Januar, 2012 at 14:02

    „According to international comparative opinion research, the Netherlands is among the countries where homosexuality is the most widely accepted.“
    „Homosexuals in the Netherlands today have the same rights as heterosexuals. Since 1 April 2001 couples of the same sex have been allowed to enter into civil marriage. Although a majority of the population believe this is a good thing, in 2006 22% are still against it.“
    http://www.scp.nl/english/Publications/Summaries_by_year/Summaries_2006/Acceptance_of_homosexuality_in_the_Netherlands/Acceptance_of_homosexuality_in_the_Netherlands

    Trotzdem: „[…]some 300,000 adult LGBT people in the Netherlands are not out at work because they are afraid of bullying and homophobic abuse.“
    „Gay/Straight Alliance Suicide rates among LGBT youth are much higher than among their heterosexual counterparts and at least 50% have contemplated suicide. Twenty-five percent of lesbian girls attempt suicide – five times the rate of heterosexual girls – and 12.5 percent of gay boys attempt suicide – twice the number of their hetero counterparts.“
    http://ilga-europe.org/home/guide/country_by_country/the_netherlands/anti_gay_bullying_site_inundated

  47. Italien: Video-Kampagne für Homo-Ehe gestartet | thinkoutsideyourbox.net 17 Februar, 2012 at 19:34

    […] Auch das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI, fährt einen fundamentalen Kurs, wenn es um die Diskussion um die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften und die Zuerkennung der gleichen Rechte für die homosexuelle Bevölkerungsgruppe geht. Erst bei seiner Neujahrsansprache – auch wenn der Papst dies nicht direkt benannte und die Fehlinterpretationen der Medien später verurteilte, war doch im Kontext zu früheren Aussagen klar erkennbar – dass der Papst ein Bedrohungsszenario für die Menschheit konstruierte , wenn Lesben und Schwule das Recht erhalten, eine Ehe einzugehen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Der offen schwule Theologe David Berger bezeichnete daraufhin in einem Gastbeitrag die Kirche als “barbarische Katholiban” (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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