Wieso gerade Lesben und Schwule das „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“ unterschreiben sollten

Noch etwas mehr als 4 Wochen – nämlich bis zum 15. Oktober 2011 läuft in Österreich das „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“. Die InitiatorInnen des Volksbegehrens fordern eine strikte Trennung  von Glaubensgemeinschaften und Staat, welche in Österreichin keinster Weise konsequent genug umgesetzt wurde und wird. Gerade die römisch-katholische Kirche als größte Glaubensgemeinschaft genießt zahlreiche (nicht rechtfertigbare) Privilegien – obwohl in den letzten Jahren hundertausende ÖsterreicherInnen der Kirche den Rücken gekehrt haben. Dennoch müssen sie als SteuerzahlerInnen die Institution Kirche mitfinanzieren. Gerade auch eine Bevölkerungsgruppe sollte unbedingt das Volksbegehren unterzeichnen – nämlich Lesben, Schwule und Transgender.

Die römisch-katholische Kirche ist gegen den gesellschaftlichen Fortschritt. Sie ist gegen die Aufklärung. Sie ist gegen das Recht, was Lesben und Schwule einfordern. Sie ist gegen die gesellschaftspolitische Gleichstellung. Sie ist gegen Safer Sex,…

Die römisch-katholische Kirche nimmt sich als Glaubensgemeinschaft das Recht heraus, staatliche Angelegenheiten zu kommentieren und aktiv gegen entsprechende Beschlüsse und Forderungen aufzutreten, sowie dagegen Stimmung zu machen.

RK Kirche fordert Diskriminierung von Lesben und Schwulen

Als größte Glaubensgemeinschaft genießt die römisch-katholische Kirche in Österreich massiven Einfluss auf gesellschaftspolitische Themen und nutzt diesen auch schamlos aus, obwohl ihr diese Einflussnahme in keinster Weise zusteht. Religion und Weltanschauung haben in einer demokratischen Republik, wo Glaube und Staat getrennt sein sollten, kein sachlich rechtfertigbares Recht, gegen die Interessen Anders- oder Nichtgläubiger zu agieren oder bestimmten Bevölkerungsschichten bestimmte Rechte vorzuenthalten.

Die römisch-katholische Kirche tritt ganz massiv gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen auf. In vielen Fällen agieren zahlreiche offizielle Vertreter der römisch-katholischen Kirche offen homophob und beschimpfen und beleidigen Lesben und Schwule.

Hier eine (nicht vollständige) Auflistung von Diskriminierungsforderungen und offen zur Schau getragener Homophobie der römisch-katholischen Kirche bzw. zahlreicher derer Vertreter:

Aus diesen genannten Gründen sollten gerade Lesben, Schwule und Transgeder-Personen, sowie jene, die ebenfalls für die gleichen Rechte dieser Bevölkerungsgruppe eintreten, das „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“ unterzeichnen, denn aktuell genießt diese Glaubensgemeinschaft zahlreiche Sonderrechte, obwohl sie wider dem Gleichheitsgrundsatz, wonach alle Menschen gleich an Rechten sind, und erhält für diese ewiggestrige und diskriminierende Haltung auch noch entsprechende finanzielle Mittel oder Erleichterungen.

Religion ist Privatsache und daher gehört die Trennung von Kirche und Staat konsequent und dringend umgesetzt.

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5 Kommentare

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  1. Jo Müller 29 September, 2011 at 07:43

    Diese ganzen Äußerungen oben müssen von Menschen stammen, die aus dem Jahr 1500 direkt zu uns gebeamt wurden. Anders sind solche vorsintflutlichen Ansichten nicht zu erklären!

    Bei uns in Deutschland ist es so, dass die Kirche von allen Kirchenmitgliedern automatisch (!!) Kirchensteuer in Höhe von 7 % der Einkommensteuer erhält (wird also vom Gehalt zusätzlich automatisch abgezogen). Da hilft nur eins: austreten!

    Homosexuelle haben es nicht nur in der Kirche, sondern auch in kirchennahen Organisationen schwer, haben mit Mobbing zu kämpfen, im schlimmsten Fall mit Kündigung bei Outing, siehe das Buch von Jana Nitezki „Chancengleichheit? Über den Umgang mit homosexuellen Beschäftigten in Einrichtungen der katholischen Kirche“. Reinlesen kann man auf http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/179041.html

    Homophobes Verhalten ist leider verbreitet und in kirchlichen Organisationen auch toleriert oder sogar gewünscht…

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