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8 Kommentare
  1. Christina sagt:

    Hab das auch nie verstanden…beim Plasmaspenden mußte ich auch ausfüllen, ob ich gleichgeschlechtlichen Verkehr pflege – ich habe dann die Ärztin gefragt, inwiefern das relevant sei. Sie sagte dann, ich soll es ausfüllen, aber bei mir als Frau sei es kein Problem, “aber die schwulen halt, da geht es einfach nicht”. Dh sogar die Ärztin, die es besser wissen müßte, wovon sich nun wirklich ein Risikoverhalten ableiten läßt (davon abgesehen, wird sowieso alles doppel und dreifach getestet, bevor es verwendet wird), hat also Vorurteile gegenüber Schwulen. Fand ich schade, da sie ansonsten sehr nett und offen war.
    Einfach nur dumm, wenn Blutkonserven Mangelware sind…

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  2. dieter sagt:

    Aufgrund dieses Umstandes wird das Verbot begründet. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Art der Messung nicht “überholt” ist, da mittlerweile in absoluten Zahlen mehr HIV-Neuinfektionen bei heterosexuellen Kontakten verzeichnet werden und die Gefahr einer Ansteckung mit HIV/Aids in erster Linie von einem möglichen Risikoverhalten abhängt.

    Alle Jahre wieder die gleiche Diskussion. Nein, das ist nicht überholt. Du verstehst immer noch nicht das Konzept der relativen Häufigkeit. Laut der obigen Angabe aus der Schweiz sind 9% aller Schwulen HIV-positiv, also fast jeder Zehnte. So eine Blutspende ist russisches Roulette.

    Ich halte es für fahrlässig, dass du als Schwulenvertreter fälschlicherweise behauptest, dass Schwule keine Risikogruppe wären. Du bringst damit deine Orientierungsgenossen in Gefahr, die deshalb HIV auf die leichte Schulter nehmen könnten.

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  3. Ich verstehe sehr wohl den Unterschied zwischen absoluter und relativer Häufigkeit, aber halte es für grundlegend falsch, dies als einzige Basis heranzuziehen, da eine mögliche Ansteckung mit HIV/Aids einzig von einem möglichen Risikoverhalten abhängt.

    Weiters ist die Medizin dermaßen fortgeschritten, dass das diagnostische Fenster zwischen Ansteckung und Nachweis nur mehr ca 20 Stunden beträgt. In Anbetracht dieses kleinen diagnostischen Fensters müssten die gleichen Ausschließungskriterien für homosexuelle Männer wie für heterosexuelle Personen. Eine generelle Ausschließung ist daher in meinen Augen ein klarer Fall von Diskriminierung, die sachlich nicht gerechtfertigt ist.

    Ich halte es für fahrlässig, dass du als Schwulenvertreter fälschlicherweise behauptest, dass Schwule keine Risikogruppe wären. Du bringst damit deine Orientierungsgenossen in Gefahr, die deshalb HIV auf die leichte Schulter nehmen könnten.

    Fahrlässigkeit kann diesen Zeilen in keinster Weise unterstellt werden. Vielmehr entkräften sie Vorurteile, dass HIV/Aids in erster Linie homosexuelle Männer betrifft. Mittlerweile erfolgen 40 % aller Neuinfektionen mit HIV/Aids bei heterosexuellen Kontakten. Um deine Wortwahl zu verwenden: Es ist fahrlässig, die HIV/Aids-Problematik in erster Linie einer einzelnen Bevölkerungsgruppe zuzuschreiben. Und die Neuinfektionszahlen geben mir recht.

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  4. dieter sagt:

    Eine generelle Ausschließung ist daher in meinen Augen ein klarer Fall von Diskriminierung, die sachlich nicht gerechtfertigt ist.

    Diese Diskriminierung ist sachlich sehr wohl gerechtfertigt. Wenn man Schwule ausschließt hat man schon mal einen Großteil der HIV-positiven Spenden eliminiert und damit den Fehler enorm reduziert.

    Fahrlässigkeit kann diesen Zeilen in keinster Weise unterstellt werden. Vielmehr entkräften sie Vorurteile, dass HIV/Aids in erster Linie homosexuelle Männer betrifft. Mittlerweile erfolgen 40 % aller Neuinfektionen mit HIV/Aids bei heterosexuellen Kontakten. Um deine Wortwahl zu verwenden: Es ist fahrlässig, die HIV/Aids-Problematik in erster Linie einer einzelnen Bevölkerungsgruppe zuzuschreiben. Und die Neuinfektionszahlen geben mir recht.

    Nach dieser Logik wären Prostituierte und Fixer auch keine Risikogruppen.

    Der Mythos, dass HIV ausschließlich Homosexuelle betrifft, ist seit den späten 80ern entkräftet und darauf wird in den AIDS-Kampagnen seither ständig hingewiesen. Jeder weiß das.

    Dass aber in erster Linie Fixer und Schwule betroffen sind, ist kein Mythos, sondern offensichtlich zutreffend. Und das zu verschleiern, nur um Stigmatisierungen abzublocken, ist eben fahrlässig.

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  5. Nochmal:

    Das diagnostische Fenster beträgt nur mehr 20 Stunden zw. Ansteckung und Nachweis einer Erkrankung. 40 % aller Neuinfektionen erfolgen bei heterosexuellen Kontakten. Wenn also jemand ein Risikoverhalten aufgewiesen hat, dann wird er/sie ohnehin nicht zugelassen und für einige Wochen von der Blutspende gesperrt. Exakt diese Vorgehensweise müsste auch für Schwule gleichermaßen gelten.

    Die derzeitige Regelung ist nunmal eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und mit einer Stigmatisierung behaftet. Es gibt noch immer (bzw. wieder) großes Unwissen über HIV/Aids und vielfach wird die Möglichkeit einer Erkrankung ausschließlich Schwulen und Drogenabhängigen zugeschrieben.

    Dieses Vorurteil hast du selbst bestätigt, dabei stimmt es längst nicht mehr.

    Dass aber in erster Linie Fixer und Schwule betroffen sind, ist kein Mythos, sondern offensichtlich zutreffend. Und das zu verschleiern, nur um Stigmatisierungen abzublocken, ist eben fahrlässig.

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  6. dieter sagt:

    Überschlagsmäßig ergibt sich bei einer eintägigen Nachweisbarkeitsdauer und einer 66% Blutspenderquote in Österreich alleine durch die 145 jährlichen Neuinfektionen von Homosexuellen alle 3,75 Jahre eine HIV-verseuchte Spende. (nicht erkannte Altinfektionen nicht eingerechnet)

    Die derzeitige Regelung ist nunmal eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung

    Eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist nicht a-priori unethisch. Hier ist sie vernünftig und legitim.

    und mit einer Stigmatisierung behaftet.

    Stigmatisierungen sind Teil des Lebens und können niemals gänzlich vermieden werden. Österreicher werden auch auf alle Ewigkeiten als Nazis verunglimpft werden. So ist das Leben.
    Die Aufklärung Homosexueller darüber, dass sie ein außerordendliches Risiko haben, sich AIDS einzufangen, ist ja wohl hundert mal wichtiger als die Ausrottung jedes Stigmas unterhalb die Wahrnehmungsgrenze.

    Die derzeitige Regelung ist nunmal eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und mit einer Stigmatisierung behaftet. Es gibt noch immer (bzw. wieder) großes Unwissen über HIV/Aids und vielfach wird die Möglichkeit einer Erkrankung ausschließlich Schwulen und Drogenabhängigen zugeschrieben.

    Das saugst du dir aus den Fingern. Zeige mir bitte auch nur eine Umfrage, bei der ein Teil der Befragten eine Infektion durch heterosexuelle Kontakte ausschließt. (außerhalb Saudi-Arabiens)

    Dieses Vorurteil hast du selbst bestätigt, dabei stimmt es längst nicht mehr.

    10% aller Schwulen sind infiziert. In der Gesamtbevölkerung, (inkl. Schwulen) sind es nur 0,01%. Also sind in erster Linie, neben anderen Risikogruppen, Schwule betroffen.

    Was ist, wenn ein Jugendlicher Homosexueller deine Beiträge liest und sein persönliches Infektionsrisiko unterschätzt? Hast du dir das schon einmal überlegt? Oder hältst du das im totalen Krieg gegen die Homophobie für vernachlässigbar?

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  7. G0dric sagt:

    [quote]10% aller Schwulen sind infiziert. In der Gesamtbevölkerung, (inkl. Schwulen) sind es nur 0,01%. Also sind in erster Linie, neben anderen Risikogruppen, Schwule betroffen.[/quote]
    Statistisch gesehen hast du absolut Recht, aber stell dir diese Frage: Stellt ein Schwuler gesund in der monogamen Beziehung lebend wieder ein größeres Risiko als eine heterosexuelle Beziehung dar? Wenn jemand wechselnde Sexualpartner hat, kann ichs ja nachvollziehen, dass man aus der Spende ausgeschlossen wird. Aber das alle in einem Topf geworfen werden ist Diskriminierung, sorry.

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  8. Dieter:

    Wenn man das diagnostische Fenster mit ca 20. Stunden annimmt, dann ergibt sich ca ein Restrisiko von 1:7.000.000. Das würde bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass es in 14 Jahren nur 1 Infektion mit HIV durch eine Transfusion geben würde.

    Wie auchs chon Godric geschrieben hat. In erster Linie hängt das Risiko von einem Risikoverhalten ab und nicht von der sexuellen Orientierung.

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