Bei der Loveparade in Duisburg kam es heute zu einer großen Tragödie. Laut Veranstalter nahmen 1,4 Millionen Personen im Laufe des Tages an der Loveparade teil. Die Veranstaltung erfolgte laut zahlreichen Berichten in Medien auf einem geschlossenen Gelände, das für max. 500.000 Personen ausgelegt ist. Im Tunnel der auf’s Festivalgelände führt, der gleichzeitig der einzige Zugang ist, kam es zur Tragödie. Die traurige Bilanz sind mindestens 15 Tote, dutzende Schwerstverletzte und 100 weitere Verletzte.
Angeblich war der Zugang auf das Gelände am Ende des Tunnels vorübergehend wegen Überfüllung geschlossen, doch am Tunneleingang strömten immer noch massenhaft Personen zu. Laut einem Augenzeugen, der noch rechtzeitig aus dem Tunnel kam, hat dieser die Polizei vor einer möglichken Katastrophe gewarnt, doch reagierte die Polizei angeblich nicht. Auf N24.de heißt es von einem Augenzeugen:
Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.”
Ein auf Twitter aufgetauchtes Foto des Tunnels in dem die Massenpanik passierte, zeigte, wie überfüllt der Zugang gewesen sein muss.
Es soll mindestens 15 Tote, an die 50 Schwerstverletzte und über 100 weitere Verletzte geben. Die Deutsche Bahn hat kurz darauf die Bahnstrecke nach Duisburg gesperrt, da einige Notausgänge über Zuggleise führen. Die Loveparade selbst wurde jedoch fortgesetzt, um eine weitere Massenpanik zu verhindern. Immerhin sollen insgesamt an die 1,4 Millionen Tanzwütige teilgenommen haben. Das Loveparade-Gelände selbst ist laut zahlreichen Twitter-Meldungen jedoch nur auf max. 500.000 Personen ausgelegt.
Falsche Planung der Loveparade?
Der Tunnel, 200 Meter lang und gerade einmal 20 Meter breit, in dem die Katastrophe passierte, ist darüberhinaus der einzige Zugang um auf das Gelände des Güterbahnhofes zu gelangen, wo die Technoparty stattfand. Da stellt sich die Frage, wieso ein derart großes Event überhaupt auf so einem Gelände genehmigt wird? Ein auf Twitter veröffentlichtes Fotos zeigt den Tunnel und die Menschenmassen vor der Massenpanik:

User klotsche meinte schon am 22.7. auf “Der Westen” bei einem Vorbericht zur Loveparade, dass der einzige Zugang über einen engen Tunnel eine große Gefahr darstellt. So hat der User geschrieben:
sehe ich das richtig, dass die versuchen 1 million menschen über die 1-spurige! TUNNELSTRAßE! Karl-Lehr-Straße mit zwischendurch 2 kleinen trampelpfaden hoch zum veranstaltungsgelände zu führen?
also in meinen augen is das ne falle. das kann doch nie und nimmer gut gehen. wer in essen und dortmund dabei war weiß, wie groß das gedränge schon auf recht weitläufigen zugangswegen war. das war ne katastrophe und die wollen ernsthaft den zugang über nen einspurigen TUNNEL leiten?
ich fass es nicht!!!!
Ein Handyvideo aus dem Tunnel der Loveparade zeigt, wie eng es gewesen sein muss. Aus der Entfernung stellt sich schlicht die Frage, wie ein derartiger Zugang nur geplant bzw. genehmigt werden kann?
Es werden nun die Behörden prüfen müssen, ob fahrlässig gehandelt wurde oder ob diese Tragödie nicht vorhergesehen werden konnte. Wie auch immer, kann nichts die Tragödie ungeschehen machen.
Mein Mitleid gilt allen Angehörigen der Opfer.
Die Notfallshotline für Angehörige: +49(0)203/94000
Update 25.7.2010 8:00 Uhr:
Mittlerweile ist die Anzahl der Toten auf 19 gestiegen. Wie N-TV berichtet, war bereits vor der Veranstaltung bekannt, dass das Gelände maximal 250.000 Menschen fassen können. Der Loveparade-Veranstalter sprach jedoch vor der Veranstaltung, er erwarte 1 Million Menschen. Insgesamt waren es schließlich 1,4 Millionen. Traurige Bilanz: 19 Tote und 342 zum Teil Schwerverletzte. Trotz dieser Katastrophe um ca 17:00 Uhr lief die Loveparade noch bis 23 Uhr später – in Absprache mit dem Krisenstab, wie es hieß.













Wir wollten heute gegen halb 6 noch nach KIK, die Straße (Kommandantenstr.) war aber abgesperrt und wir sahen, wie viele Leute trotzdem noch in Richtung Innenstadt gingen und feiern wollten.
Eine Lautsprecherdurchsage ertönte, es käme definitiv keiner mehr durch und leider müßten alle Besucher umkehren.
Tagelang hörte man, daß das Gelände für höchstens 500000 Besucher Kapazität hat und 1 Millionen erwartet würden, wir machten uns bereits die ganze Zeit Gedanken, wieso in Kauf genommen wird, daß Besucher anreisen und dann keinen Platz finden, wieso davon ausgegangen wird, daß sie alle nüchtern und “brav” abreisen.
(Es kamen uns einige Leute recht betrunken entgegen.)
Wie nun bekannt wurde, versuchten Menschen über Absperrungen zu klettern und erlitten bei Stürzen tödliche Verletzungen, was dem Naturell junger oder wenig nachdenkender Menschen entspricht, die einfach feiern wollten und unkontrolliert Zäune und eine Leiter hochkletterten.
Das muß man bei so einer riesigen Veranstaltung einkalkulieren!
Als wir im TV sahen, daß der Tunnel als Zugang aus 2 Richtungen genutzt wurde waren wir fassungslos, da er uns Duisburgern natürlich gut bekannt ist.
Weiterhin hört man den Rettungshubschrauber und ab nachmittags wunderten sich die Kinder vor Ort wegen der vielen vorbeifahrenden Rettungswagen….
Meine Schwiegermutter aus Wiesbaden rief weinend wegen der Geschehnisse im Fernsehen an und meine 15-j. Tochter kam unversehrt von der Loveparade heim.
Ich als Mutter bzw. sie und ihr Freund hatten Glück, mein tiefes Mitgefühl gehört den Verletzten und den Familien der Opfern, welche kamen, um Spaß zu haben.
Ja, und nun wird wieder nach Schuldigen gesucht und der Staat (Behörden und Polizei) werden alles daran stetzen, ihne MASSGEBLICHE Mitschuld, wenn man nicht besser definiert HAUPTSCHULD zu vertuschen! Bedenkt man, daß die Genehmigung schon fragwürdig war, so muß man doch spätestens erkennen, daß die Polizei, die die Überwachung inne hatte und erkennen müßte, daß sich Gefahrenpotentiale aufbauen, vollständig versagt hat! Wenn es nicht darum geht draufzuhauen, Schikanemaßnahmen durchzuführen, Bürger mit beleidigenden Bemerkungen einzuschüchtern, anzubrüllen, zuzuschlagen, Strafzettel zu verteilen, zu fünft über einen einzelnen herzufallen, dann versagt die Schlägertruppe des Staates! Leider ist der Komplott zwischen Justiz und Polizei inzwischen so groß, daß es nur in Ausnahmefällen gelingt, Polizisten als Täter und Schuldige dingfest zu machen. Noch schwerer ist es, sie einer gerechten, ihrer Verantwortung entsprechenden (m. E. höheren) Strafe zu unterziehen bzw. diese Strolche aus dem Dienst zu entfernen. Es wäre die dringend anstehenden Aufgabe der Medien, diese bundesweiten Mißständen öffentlich an den Pranger zu stellen, leider bekommen wir täglich im TV gezeit, wie kompetent, selbstlos, der Gerechtigkeit verpflichtet und bürgernah die Polizei erfolgreich aktiv ist – VERLOGENHEIT MIT SYSTEM!!!!