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1 Kommentar
  1. Christina sagt:

    Und wieder ein wunderbarer Artikel, Kompliment!
    Und wieder muß ich mich dir großteils anschließen, möchte aber noch etwas ausführen:
    Es ist schön, daß es mittlerweile in einigen Orten (“viele” sinds immer noch nicht) eine “Szene” gibt. Das gabs zu meiner Jugendzeit nicht, zumindest nix für junge Lesben. Aber von “einer” Szene kann man sowieso nicht sprechen. Wie du schon sagtest, sind wir Homos auch wirklich gut im Ausgrenzen. Da gibt es die Lesben, die sogar männliche Tiere und Kinder nicht reinlassen – ja, die Geschichten sind großteils wahr. Ich kann als Frau den Bedarf nach Frauenorten verstehen und bin absolut dafür, da zumindest manchmal einfach keine Männer, auch keine Schwulen reinzulassen, aber Tiere, Kinder? Das find ich lächerlich…
    Und die Schwulen sind auch nicht besser, da wird dann halt je nach Fetisch o.ä. ausgegegrenzt. Und was mich persönlich am meisten stört: Daß sowohl auf Lesbenseite mancherorts ein echter Männerhaß verspürbar ist, als auch auf Schwulenseite ein Frauenhaß. Und das entzieht sich meinem Verständnis, denn meines Erachtens sollten wir alle zusammehalten und zusammen für unsere Rechte und Akzeptanz kämpfen. Wenn wir es selber nicht können, wie erreichen wir dann bitte etwas?
    Was das “sich nur in der Szene bewegen” angeht:
    Ich verstehe es, daß man sich zumindest eine Zeit lang hauptsächlich in der Szene bewegt – vielleicht, weil man jung ist und das grade erst kennengelernt hat (daß es noch mehr Homos gibt auf der Welt), oder weil man auf Partnersuche ist oder was weiß ich. Und wenn man zufällig (!) vor allem dort seine Freunde hat, ist es auch okay. Als ich mal ein paar Jahre in Innsbruck gelebt habe, hab ich mich auch hauptsächlich in der Szene bewegt, weil ich mit dem Hinzug dorthin halt homosexuelle Freunde gefunden hab, die mir wiederum andere vorgestellt haben und es sich einfach so ergab. Und jetzt lebe ich wieder woanders, hier gibts kaum Szene, Linz wär zwar nicht weit, aber es hat sich halt noch nicht so ergeben. Worauf ich hinauswill: Ich finde, man sollte nicht bewußt nach der Sexualität entscheiden. Ich such mir meine Freunde ja nicht nach Sexualität aus, sondern nach Sympathie!
    Außerdem finde ich es immer bedenklich, wenn man sich wirklich komplett selbst ghettoisiert. Die Welt ist schließlich bunt und Heteros udgl gehören halt auch dazu ;o)
    Davon abgesehen, kann man sich sowieso gar nicht “nur” in der Szene bewegen – man hat seinen Arbeitsplatz, Familie, fährt mit dem Bus oder was weiß ich, man bewegt sich jedenfalls in der Welt. Das kann man doch nicht alles ausblenden, oder?
    Also zusammengefaßt: Ich finde es gut, daß es Szene gibt – sei es zur Partnerfindung oder als geschützten Raum oder was weiß ich – aber es sollte nicht meine ganze Welt nur darauf beschränkt sein. Und wie du eh auch schon schriebst: Sichtbarkeit ist immens wichtig, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, um endlich mal vom Rand in die Mitte zu kommen. Es ist schön, daß es ausgeflippte Homos auf der Parade gibt, aber es gibt schließlich viele Arten von “uns” und auch als relativ biederes Lesbenpärchen, um ein Beispiel zu nennen, möchte man mal wahrgenommen bzw. nicht immer unterschlagen werden – wenn es nach den Medien geht, gilt ja zumeist “homosexuell = schwul = bunter Vogel”. Das ist nicht schlimmes, aber eben bei weitem nicht die ganze Bandbreite.
    Und wie du sagst – der Weg zur wirklichen Akzeptanz ist noch ein langer. Sich auf dem auszuruhen, was bisher erreicht wurde, ist einfach nicht genug bzw wäre blauäugig. Leider aber sehen das viele so – nach dem Motto “ich werd ja nicht auf offener Straße verprügelt, also gehts mir eh gut”. Das reicht aber nicht. Aber gut, dieselbe Problematik gibts im Feminismus, da gibts ja auch vielzuviele Frauen, die propagieren, wir hätten schon alles erreicht…

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