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3 Kommentare
  1. Danke für den wichtigen Input. Ich nehme das auf, wenn ich neue oder doch alte Wege skizzieren werde. ;)

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  2. Christina sagt:

    Hast du echt gut zusammengefaßt, finde ich. Ich habe auch ein gespaltenes Verhältnis zur Regenbogenparade. Einerseits ist es eine wirklich schöne Party – gut, das Besaufen am helllichten Tag finde ich blöd, was ich daran gut finde, ist die Buntheit, die Vielfalt, die überbordende gute Laune und daß “wir” ausnahmsweise mal die Mehrheit darstellen. Und daß viele Heteros, die sich das ansehen, uns auch gut zusprechen. Andererseits würde ich mir auch mehr politisches wünschen. Wie du sagtest, es GIBT sowas, aber es geht meist unter. Und wahrscheinlich läßt sich das nicht so recht vereinen, Party UND politische Demonstration, weil die ganze Sache doch jedes Jahr wieder viel zu schnell vorbei geht. Ich kann immer gar nicht so schnell schauen, wie die Parade schon wieder zuende ist. Und da die Medien sich sowieso immer nur auf die extremsten stürzen (ich habe nix gegen die “Verrückten”, im Gegenteil, ich finde sie total cool, aber ich wünschte, man würde ein diverseres Bild von uns allen zeichnen und v.a. auch mal die Leute mit politischen Messages beachten), würde ein Mehr an politischer Aktion auf der Parade wohl dennoch kein Mehr an Beachtung finden, was aber nötig wäre, um etwas zu erreichen. Ich stimme dir also zu: Die Parade lassen, wie sie ist, und abseits aber vermeht und v.a. zusammen politisch arbeiten. Und vielleicht kapieren dann auch mal die Medien, daß “wir” nicht gleichzusetzen sind mit der HOSI Wien. Immerhin kam bei der ganzen Diskussion ums EPG auch Helmut Graupner zu Wort, der zumindest meine Ansichten (Punkt 1: völlige Gleichstellung) weit eher vertritt.
    An die Grünen als die Partei, der ich noch am ehesten zusprechen kann, würde ich appellieren, zusammen mit den NGOs beispielsweise öftermal kleinere Demos und andere Veranstaltungen zu organisieren. Und zwar nicht immer nur alles in Wien. Auch wir Leute in den Bundesländern wollen was tun, aber wenn beispielsweise ich in Wels zu einer Demo aufrufe (ich habs versucht, als es ums EPG ging), wird das ja nix, weil mich keiner kennt und ich nicht die nötigen Kontakte habe…also, ihr Grünen, macht was ;o) In Linz zB sollte das ja kein Problem sein, ich habe den Eindruck, daß es da in der Gegend wirklich genügend engagierte Leute gibt.

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  3. Lars sagt:

    (auch bei Marco gepostet:)
    Ich sehe den Sinn der Parade in erster Linie als das Zeigen von Pride, von Stolz und ich mit sehr vielen Menschen die sich “anders” fühlen öffentlich auf die Straße statt in einschlägigen Lokalen oder Internetforen zu treffen. Diese Bestätigung, nicht alleine als “anders-seiende” zu sein, dieses “anders-sein” zu feiern und zu teilen, das stellt meiner Meinung nach für die Community den Zweck dar.
    Was der Rest der Gesellschaft davon hält, wird sich mit so einer Zurschaustellung nicht schnell ändern.
    Ich weiß gar nicht, ob es vor der Parade eine Pressekonferenz gibt, wo ALLE Teilnehmende Organisationen zu Wort kommen können. Eine Botschaft von Toleranz, von der Freiheit so zu leben wie man möchte, wie man sich fühlt und wie man ist, wird aber um so wichtiger in Zeiten wo jemand wie Rosenkranz sich für das Amt des Bundespräsidenten bewerben kann.
    Wie die Führung der HOSI-Wien mit Menschen die nicht komplett ihrer Meinung bezüglich der EP waren umgegangen ist, war, für eine Organisation die über Jahre sehr gute Arbeit für unsere Interessen geleistet hat, entsetzlich und beschämend.
    Die berechtigte Frage wäre denn auch, wie andere Organisationen in der Community bessere Pressearbeit leisten könnten. Während der Parade werden sich die Fotografen weiterhin auf den Nackerten und schrägen Vögel stürzen. Sollen sie nur. Gleichzeitig sollten wir an die Medien appellieren die GANZE Vielfalt zu zeigen. Serien im ORF wo eine homosexuelle Figur vorkommt, ohne dass ihre Orientierung das Thema ist, sondern Normalität, wären hilfreich.
    Aber auch jede(r) einzelne kann im täglichen Leben dazu beitragen dass wir sichtbarer werden. Deine Liebe öffentlich zu zeigen, auf der Straße Händchen zu halten, oder mal einen Kuss zum Abschied bei der täglichen U-Bahnfahrt in die Arbeit zu geben. Wie Marco schon schrieb: die täglichen persönlichen Parädchen bringen mehr für die Sichtbarkeit. Es ist just diese Sichtbarkeit die zur Verringerung der Berührungsängste führt. Es gibt so viele Menschen die behaupten, keine Schwulen und Lesben zu kennen. Das ist die Herausforderung: Mut zu haben, Mensch zu sein und so zu leben wie man ist. Die Parade ist für unsere eigene Bestätigung wichtig, um das Gefühl von Gemeinschaft, Community, nach Hause, in das tägliche Leben mitzunehmen und irgendwann offen zu seiner Identität stehen zu können.

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