Der abendliche Swinger-Club “Element6″ in der Wiener Secession, der Teil eines Kunstprojektes des Schweizers Christoph Büchel ist, sorgt derzeit für reichlich Gesprächsstoff. Die ÖVP-Bezirkschefin des 1. Bezirks Ursula Stenzel fühlt sich hintergangen und habe das Projekt unter falschen Tatsachen genehmigt. Neben der ÖVP kritisiert allen voran die rechtspopulistische FPÖ von HC Strache das Kunstprojekt. Dieser spricht von einem “Gang-Bang auf Steuerzahlerkosten”. Dabei sind Straches Aussagen eine Doppelmoral.
Eine Ausstellung von Bildern von Gustav Klimt in der Secession in Wien wird abends zu einem Swinger-Club des Clubs “Element6” umgewandelt. Bereits in der ersten Nacht haben sich ca. 100 Personen im Swinger-Club, der sonst im 7. Bezirk residiert”, vergnügt. Die rechtspopulistische FPÖ sieht darin einen riesen Skandal, wie Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner meinte. Allen voran wettert HC Strache gegen dieses Kunstprojekt.
Strache: Gruppen-Sex-Orgie auf Steuerzahlerkosten
HC Strache sieht eine Gruppen-Sex-Orgie auf Steuerzahlerkosten und kritisiert den SPÖ-Kulturstadtrat Mailath-Pokorny massiv. So heißt es:
“schmeißt er (Anm. Mailath-Pokorny) öffentliche Mittel auch noch für Gruppensex-Orgien aus den Fenstern des Rathaus. Diese dümmliche Provokation mit dem Segen auch von Häupl, Brauner & Co. reiht sich in die von der SPÖ geförderten Ausstellungen mit wirklichem “Tiefgang”, was das Niveau betrifft, ein.”
Es wäre nicht HC Strache, wenn er in seinem Rambo-Stil nicht auch noch nachlegen würde. Und so schließt HC Strache die Presseaussendung mit einer “Drohung”:
Auch hier wird sich unter einem Bürgermeister Strache einiges ändern.
Was er wohl damit meint? Werden dann in der Secession Veranstaltungen für den rechten Rand abgehalten. Veranstaltungen für die deutschnationale rechte Elite? Werden die Räumlichkeiten für Ausstellungen deutschnationaler Kunst herhalten müssen? Dabei kann die Antwort auch viel einfacher sein.
HC Straches verlogene Doppelmoral
In der Vergangenheit hat HC Strache mehrmals mit Disco-Touren Vorwahlzeiten auf sich aufmerksam gemacht. In erster Linie hat er damit (leider und unverständlicherweise mit Erfolg) um die Stimmen von JungwählerInnen gebuhlt. derStandard titelte damals passend zu den FPÖ-JungwählerInnen: Männlich, jung, ungebildet sucht Partei. Welches Niveau auf diesen Disco-Touren geherrscht haben dürfte, zeigen Fotos dieser Abende, welche in den Medien kursierten.
HC Strache, der sich der Verteidigung der Moral versprochen hat, lässt diese für sich offensichtlich nicht gelten, wie dieses Foto (links oben) zeigt. Ein Autogramm auf einem (fast) entblösten Busen. Allein dieses Foto beweist, mit welcher Doppelmoral HC Strache hier agiert.
Nicht nur Homo-Sex ist also für FPÖ “böse”
Dieser künstliche Heten-Gang-Bang-Skandal ist eigentlich nur lächerlich. Nach außen hin wollen viele ihr prüdes, angeblich moralisch richtiges Verhalten zeigen und kritisieren andere, die ein aufgeschlosseneres Sexualleben besitzen und ihr sexuelles Verlangen frei ausleben. Was an einer natürlich, ausgelebten Sexualität ein Skandal bzw. moralisch falsch sein soll, ist ein Rätsel. Nur gut, dass die vermeintlich gültigen moralischen Werte und Normen schrittweise aufgebrochen werden.
Zukünftig muss jedenfalls bei Kritik an dem angeblich ausfallen Sexualleben von Lesben und Schwulen, die eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, auch die in den Augen der FPÖ förderungswürdige Hetero-Bevölkerung mitkritisiert werden. Nun ist ein Kunstprojekt, das den heterosexuellen Sexualverkehr fördert, wieder falsch sein? Da soll sich eineR bei der FPÖ mal auskennen. Eine Lächerlichkeit zum Quadrat.
Dem Sex seine Freizügigkeit














Ein Swingerclub gastiert in der Secession. Die FPÖ-Akademie lebt von Steuergeld. Ich frage mich, was da das öffentliche Ärgernis ist.
Hallo Oliver
Sie haben schon Recht wenn Sie einem Herrn Strache Doppelmoral unterstellen. Dies gilt aber fast ausnahmslos für jeden Politiker.
Der Skandal liegt aber nicht darin, dass ein Rotlichtlokalbetreiber einen Swingerclub in der Secession betreibt, sondern das dieser mit öffentlichen Geldern subventioniert wird.
Ihr Beitrag schießt weit am Ziel vorbei. Mir ist ein Herr Strache alles anderes als symphatisch und dies können Sie auch aus meinen Beiträgen auf http://www.erstaunlich.at einwandfrei herauslesen.
Herr Strache dürfte auch nicht zu ihrem Freundeskreis gehören, aber eine Missstand gutzuheissen nur weil ihn ein Politiker kritisiert der einem nicht zum Gesicht steht, ist schon mehr als subjektiv.
Mit Ihrem Beitrag unterscheiden Sie sich kaum von der Polemik des FPÖ-Chefs.
MfG
Erich Reder
Doppelmoral? Hier auf dieser Seite wurde das völlig harmlose 24-h-Verkehr-Plakat der JVP heftig kritisiert: http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=6088
Kritik kam von Grünen als auch Sozialdemokraten, also jenen, die nun einen Steuergeldpuff, von dem man wohl kaum hundertprozentig ausschließen kann, dass dort keine Zwangsprostituierten arbeiten müssen, für eine unantastbare künstlerische Großleistung hält und Kritik daran als verstaubt und reaktionär abtut.
Es ist übrigens ein besonderes Armutszeichen für die aktionistische Kunst, wenn ihr selber gar nichts neues, provokantes mehr einfällt, sondern die vermeintliche Provokation nur mehr darin besteht, etwas, was ohnehin allgemein akzeptiert wird (Puffs und Swingerclubs), mit steuerlichen Mitteln zu betreiben und als Kunst zu bezeichnen.
Hallo Oliver
Da Sie von der Sex-Kunst so begeistert sind, erlaube ich mir Ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten, den Sie unter
http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=592:peep69&catid=1:erstaunliches
nachlesen können.
MfG
Erich Reder
wahnsinn – wie ahnungslos kann man sein – gang bang statt eurofighter sag ich da nur…
http://tiny.cc/NLwM9