Homo-Ehe: Kirche übt sich in Erpressungsversuch

Die römisch-katholische Kirche besitzt ein sehr fragwürdiges Bild von Homosexualität. Nachdem in immer mehr Staaten die Politik durch entsprechende Gesetzgebungsmaßnahmen eine lange Zeit diskriminierte Bevölkerungsgruppe gleichzustellen versucht, reagiert die römisch-katholische Kirche mit immer drastischeren Maßnahmen/Aussagen. Einerseits werden Lesben und Schwule in regelmäßigen Abständen als Gefahr für die Gesellschaft oder den “Schöpfungsplan Gottes” bezeichnet. Andererseits versucht die römisch-katholische Kirche nun sogar Staat zu erpressen.

Der derzeitige Papst der römisch-katholischen Kirche führt die Glaubensgemeinschaft immer weiter in das Abseits und trägt zu einer massiven Radikalisierung bei. Obwohl immer mehr Gläubige von der römisch-katholischen Kirche abfallen und damit gegen das ewiggestrige Gedankengut (und in Österreich z.B. auch gegen die Kirchensteuer) protestieren, reagiert die Kirche nicht. Viel mehr erkennt sie nicht, dass die Gläubigen eine moderne Glaubensgemeinschaft wünschen, die Lehren entsprechend der gesellschaftlichen Realität vertritt.

Lesben, Schwule und AtheistInnen sind Gefahr für Glauben, Nächstenliebe und Frieden

Doch unter Papst Benedikt XVI geht die römisch-katholische Kirche exakt den anderen Weg. Selbst der Papst hat in der jüngeren Vergangenheit mehrfach davon gesprochen, dass von Lesben und Schwulen eine Gefahr für die Schöpfungsordnung Gottes, für die Familie, für die Gesellschaft im Allgemeinen ausgeht – ähnliche Argumentation finden sich bei der FPÖ. Die erst küzrlich wieder in die römisch-katholische Kirche aufgenommene Piusbruderschaft sprach gar von der Strafttat Homosexualität oder zog einen Vergleich mit den Nazis. Ein deutscher Bischof fand darüberhinaus klare Worte für Menschen, die nicht an Gott glaubten. Für ihn sind AtheistInnen sogar schuld an Massenmorden.

Kampf im Namen des Glaubens gegen Gleichberechtigung

Seit Monaten führt die römisch-katholische Kirche – angeführt vom Oberhirten Papst Benedikt XVI – einen Kampf gegen gesellschaftspolitische Maßnahmen zahlreicher Regierungen weltweit. Überall wo die Politik die jahrzehntelange Diskriminierung von Lesben und Schwule versucht zu beenden, bricht ein Proteststurm der römisch-katholischen Kirche los. Eines ist all diesen Versuchen gleich – die Argumente.

Immer heißt es, dass Lesben und Schwule eine Gefahr für die Gesellschaft, eine Gefahr für das Wohl der Kinder sei und letztlich der christliche Glauben in Gefahr sei. Nachdem die zahlreichen Proteste der offiziellen Kirchenvertreter wenig Erfolg zeigten und in immer mehr Staaten Lesben und Schwule zumindest teilweise Gleichstellung erfahren, greift die römisch-katholische Kirche nun zu noch fragwürdigeren Methoden: Erpressung

RK Kirche versucht den Gesetzgeber zu erpressen

In den USA hat die fragwürdige Einmischung der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft nun eine noch tragischere Stufe erreicht. Das oberste Gebot der christlichen Lehre wird hier gänzlich vergessen – die Nächstenliebe. Hintergrund des Erpressungsversuches ist, dass der Stadtrat von Washington die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule im Dezember vergangenen Jahres beschlossen hatte. Daraufhin drohte die römisch-katholische Kirche mit der Einstellung ihrer sozialen Dienstleistungen. Nachdem die Stadt auf diese Erpressungsversuche nicht reagierte, machte die römisch-katholische Kirche nun ernst:

Die Kirche schloss mit 1. Februar 2010 eine Sozialeinrichtung für Pflegekinder und drohte, auch weitere Einrichtungen, wie beispielsweise Obdachlosenheime zu schließen. Diese Vorgehensweise argumentiert die Kirche damit, dass es wider der katholischen Lehre sei, homosexuelle Paare anzuerkennen.

Christliche Nächstenliebe unter Papst Benedikgt? Fehlanzeige

Das Vorgehen der römisch-katholischen Kirche ist nicht nur entgegen der Trennung von Glauben und Staat, es ist auch in erster Linie ein glatter Erpressungsversuch. Ein Erpressungsversuch des Gesetzgebers auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft. Die katholische Kirche wirft all ihre Überzeugen und Werte über den Haufen, nur um ein Gesellschaftsbild zu verteidigen, das nicht nur längst überholt ist, sondern auch gänzlich falsch ist.

Die römisch-katholische Kirche geht den falschen Weg. Anstatt sich der gesellschaftlichen Realität zu stellen, fragwürdige, weil falsche Normvorstellungen zu hinterfragen und ein sicher Hafen für Menschen zu sein, die Hilfe benötigen, ist die römisch-katholische Kirche am besten Weg ins endgültige Abseits sowie am besten Weg, ein fundamentalistisch agierende Glaubensgemeinschaft zu werden. Und das auf Kosten jener Menschen, die Hilfe benötigen. “Diese” Glaubensgemeinschaft ist am besten Weg, jeden Anspruch auf  Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Bleibt abzuwarten, wann die römisch-katholischen Kirchenverter auch in Österreich diesen perfiden Weg einschlagen, die Trennung von Glauben und Staat  in noch größerem Ausmaß negieren und auf Kosten der Bedürftigen versuchen, fragwürdige Politik zu betreiben, um zu versuchen, eine ganze Bevölkerungsgruppe auch weiterhin zu diskriminieren und ihrer ihnen zustehenden Rechte zu berauben.

(Bildquelle: Flickr – roblisameehanCC)

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14 comments

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  1. www.erstaunlich.at 19 Februar, 2010 at 16:53

    Hallo Oliver
    Ich frage Sie einmal sehr provokant. Wenn beispielsweise von 1.000.000 Menschen, 999.999 der Meinung sind der Himmel sei blau und ein einziger (also absolute Minderheit) meint dieser sei pink, warum sollten dann 999.999 Personen als Erpresser, Diskriminierer oder sonstiges bezeichnet werden.
    Schon mal darüber nachgedacht? Wie gesagt, die Frage ist sehr provokant.
    MfG
    Erich Reder

  2. Thomas 19 Februar, 2010 at 17:14

    Die Frage ist nicht provokant. Welche Farbe der Himmel hat, ist eine empirische Frage, oder eine sprachwissenschaftliche bzw. sprachphilosophische. Jedenfalls ist die Antwort blau. Was das damit zu tun haben soll, dass die katholische Kirche auf Nächstenliebe verzichtet und droht, Arme allein im Regen stehen zu lassen, weil ihr die Gesetzgebung nicht genehm ist, ist mir allerdings komplett schleierhaft.

  3. thinkoutsideyourbox.net 19 Februar, 2010 at 19:17

    @Erich:

    Ihre Frage geht an der Thematik vorbei. Die Kirche kann ihre Meinung zu der Thematik haben, jedoch auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft, sich in die Politik einzumischen, ist einer Glaubensgemeinschaft die Nächstenliebe prädigt, in keinster Weise würdig.

    Viel mehr ist dies ein glatter Erpressungsversuch, zumal die Kirche gar kein Recht hat, auf die Politik einzuwirken.

  4. www.erstaunlich.at 19 Februar, 2010 at 21:35

    @Oliver
    IHR ZITAT:
    ….ist einer Glaubensgemeinschaft die Nächstenliebe prädigt…
    ZITATENDE

    Glauben Sie wirklich an das, was die Kirche predigt.
    Zur verfehlten Thematik: Das ist korrekt, meine Frage an Sie hatte
    nicht wirklich etwas mit dem Thema zu tun. Sie hatte sich allerdings günstig ergeben und leider habe ich noch immer keine Antwort erhalten. Liegt es etwa mangelnden Verständniswillen?

  5. thinkoutsideyourbox.net 20 Februar, 2010 at 07:15

    Für mich ist die Kirche ohnehin eine Verbindung, der man kein Wort glauben kann und deren gesellschaftspolitische Forderungen völlig deplatziert sind.

    Zu Ihrer Frage:
    Sie versuchen immer wieder von der eigentlichen Thematik abzulenken, wenn sie die eingangs aufgestellte Frage/Aussage nicht beantworten können/wollen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie diese Vorgehensweise auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft verteidigen bzw. gutheißen können. Beantwortet haben Sie dies jedoch bislang nicht.

    Die Vorgehensweise der rk Kirche ist jedenfalls ein blanker Erpressungsversuch, um Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Das ist auf das schärfste zu verurteilen.

    “Diesem Verein”, der sich Kirche nennt, wünsche ich mittlerweile, dass noch viel mehr Menschen ihnen den Rücken kehren. Dann können die “Geistlichen” ihre ewiggestrigen Ansichten allein in den Kirchen für sich vorbeten.

  6. www.erstaunlich.at 20 Februar, 2010 at 12:39

    Hallo Oliver

    Erstaunliches Katz und Mausspiel das wir hier betreiben. Da Sie in Ihrer Wohnung (Webseite) naturgemäß im Vorteil sind, habe ich mich entschlossen auf ERSTAUNLICH, meine an Sie gerichtete Frage in einen Beitrag einzuarbeiten, welchen ich in nächster Zeit schreiben werde.
    Diesen Beitrag werde ich dann Ihnen widmen.

    MfG
    Erich Reder

  7. Papst Bendikt XVI: Traditionelle Ehe muss vor "Entstellung" durch Homo-Ehe geschützt werden | thinkoutsideyourbox.net 21 April, 2012 at 08:17

    [...] Als im Dezember 2009 der Stadtrat von Washington die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule beschlossen hatte, drohte die römisch-katholische Kirche mit der Einstellung ihrer sozialen Dienstleistungen. Nachdem die Stadt auf diese Erpressungsversuche nicht reagierte, machte die römisch-katholische Kirche dann ernst. Die Kirche schloss mit 1. Februar 2010 eine Sozialeinrichtung für Pflegekinder und drohte, auch weitere Einrichtungen, wie beispielsweise Obdachlosenheime zu schließen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). [...]

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