5 Jahre: „Transition Film Festival“ von 10. bis 18.11.2016 in Wien

Fünf Jahre „jung“ ist das „Transition International Queer Minorities Film Festival Vienna“ und erstmals wird es das Publikum über neun Tage in seinen Bann ziehen. Von 10. bis 18. November 2016 verwandeln sich die Wiener Kult-Kinos Schikaneder, Top Kino und Urania Kino in einen Raum für vielfältige, queere Filmkunst.

Als einzige europäische Filmveranstaltung, die sich mit queeren Minderheiten auseinandersetzt, zieht sie das Interesse Jahr um Jahr stärker auf sich. Dieses Mal erwartet die Festivalbesucher_innen ein hochkarätiges Film- und Rahmenprogramm mit internationalen Gästen, dialogorientierten Events und Film-

Vorhang auf für „Transition 2016“

14 Spielfilme, 32 Kurzfilme und 10 Dokumentarfilme hat das TRANSITION-Team heuer aus den zahlreichen nationalen und internationalen Einreichungen ausgewählt. In Summe sind vier Partner- und Gastfestivals aus ganz Europa Teil des Wiener Filmspektakels. Die Auswahl ist wie immer schwer gefallen:

„Ich bin allen Filmemacher_innen sehr dankbar für ihre Einreichungen. Es ist schön zu sehen, wie viele sich filmisch mit LGBTIQ-Themen auseinandersetzen. Wir sind immer bemüht, verschiedenen Minderheiten der queeren Szene gerecht zu werden und ich glaube, das wird uns heuer gut gelingen“,

sagt Festivaldirektor Yavuz Kurtulmus, der es in fünf Jahren geschafft hat, das Festival auch über die österreichischen Grenzen hinaus bekannt zu machen.

Sexualität & Behinderung, HIV & Aids sowie bilden die Schwerpunkte im Jubiläumsjahr. Nicht nur das Filmprogramm, auch das bunt gemischte Rahmenprogramm widmet sich diesen und weiteren Themen und bietet dem Publikum Raum für Networking und Diskussion.

Das Filmprogramm: Geschichten, die begeistern

Eröffnungsfilm "Viva" - Bild: © Edition Salzgeber

Eröffnungsfilm „Viva“ – Bild: © Edition Salzgeber

Der Eröffnungsfilm „Viva“ entführt uns dieses Jahr ins queere Nachtleben von Havanna. Er erzählt die berührende Story vom jungen Friseur Jesus, der seine Identität als Viva in einer kubanischen Travestie-Bar findet, und seinem Vater Angel, der ihm verbieten will jemals wieder als hingebungsvolle Diva aufzutreten.

Beim Kurzfilmprogramm hat man* sich heuer für einen leider sehr aktuellen Schwerpunkt entschieden: Refugees. „Es wird oft vergessen, dass viele Geflüchtete aufgrund ihrer Sexualität ihr Heimatland verlassen mussten – genau solchen Geschichten wollen wir uns annehmen“, so Kurtulmus. Den Höhepunkt bildet der Kurzfilm „My Refugee Story“ aus dem Libanon, bei dem der ägyptische Regisseur Mohamed Nour Metwally und die palästinensische, queer-feministische Soziologin und Aktivistin Dr.in Nour Abu-Assab für eine anschließende Podiumsdiskussion vor Ort sein werden. Das Projekt einer LGBTIQ- Jugendgruppe aus dem Libanon porträtiert die Geschichten von LGBTIQ-Menschen aus Syrien, die entweder aus freien Stücken oder gegen ihren Willen in den Libanon kamen.

Ein Abend ist wie im Vorjahr dem Porn Filmfestival Berlin gewidmet. Neben queeren Pornos hostet das Festival auch einen humorvollen Vortrag von der Berliner Journalistin und Verlegerin Manuela Kay (Siegessäule, L-MAG) über die „vom Aussterben bedrohten Art“ der Butch-Lesbe.

Fulminantes Finale

Abschlussfilm "Kiki" - Bild: © Melis Özdil

Abschlussfilm „Kiki“ – Bild: © Melis Özdil

Das Ende und einen weiteren Höhepunkt des diesjährigen TRANSITION Festivals bildet „KIKI“. Die einfühlsame Dokumentation zeigt nicht nur extravagante Kostüme und eindrucksvollen Vogue – sie ist auch queer-politischer Zeuge der heutigen afro- amerikanischen Ballroom-Szene in New Yorks Harlem. Das Kiki-Milieu gibt den Performern einen sicheren Ort und Kraft, um mit ihren alltäglichen Problemen wie Ausgrenzung, HIV oder Armut fertig zu werden.

Viel Raum für Austausch und Diskussion

In Kooperation mit FAMOS (Verein Familien Andersrum Österreich) veranstaltet TRANSITION eine Diskussion zum Thema „gleichgeschlechtliche Elternschaft und Migration“. Eine junge Regenbogenfamilie wird über Herausforderungen und Möglichkeiten sprechen und dem Publikum Einblick in ihre bewegende Geschichte gewähren.

Schon im Vorjahr hat sich TRANSITION dem wichtigen Thema „Sexualität & Behinderung“ mit dem Eröffnungsfilm „Margartia with a Straw“ gewidmet. Heuer will man sich weiter vertiefen und „queerer Sexualität & Behinderung“ eine prominente Bühne bieten. Bei einer weiteren Podiumsdiskussion sprechen ausschließlich betroffene Menschen über Stigmata, Selbstbestimmung, Wünsche und Hindernisse im Bezug auf ihre eigene Sexualität.

FLIT only – also Frauen, Lesben, Intersex- und Transsex-Personen – heißt es beim Workshop zum Thema „Clitoris Awareness“. Die queere, italienische Filmemacherin und Aktivistin Giovanna Carla Balestra hilft Menschen ihren Körper besser zu verstehen. Sie möchte junge Mütter dazu inspirieren, schon früh mit ihren Töchtern über ihre Klitoris und ihr Bewusstsein dafür zu sprechen – genauso wie man eben über Sexualität spricht.

Trailer: Transition Queer Minorities Film Festival 2016

Party to the people

„Partys sind ein fixer Bestandteil von TRANSITION. Wir sind sehr stolz auf die queere Vielfalt bei unseren Festen und wollen ihr heuer gleich vier Gelegenheiten bieten zu feiern, abzutanzen und neue Kontakte zu knüpfen“,

sagt Yavuz Kurtulmus voller Vorfreude. Am Eröffnungswochenende gibt es alles von orientalischen Beats über BallCanCan bis hin zu Pop’n’Trash. Die Closing Party in Kooperation mit Pinked Events findet heuer erstmals im Celeste statt und bringt die in Berlin und Istanbul lebende DJane Epik Ipekcioglu an die Turntables.

Queer Cinema is always Transition…

Das Film Festival ist seit Beginn ein fester Bestandteil der queeren Kulturbewegung und eine wichtige Stimme für Minderheiten innerhalb der LGBTIQ-Community. „Gerade in Zeiten von politischen Krisen, Rechtsruck und wachsendem Alltagsrassismus in Europa braucht es Aktionen wie TRANSITION“, ist sich Festivaldirektor Kurtulmus sicher und möchte Minderheiten auf der Leinwand, aber auch abseits davon mehr Sichtbarkeit verschaffen, ihnen eine Stimme geben und ihr Selbstbewusstsein durch einen respektvollen, offenen Dialog fördern.

Erfolg ist bekanntlich ansteckend und so überrascht es auch nicht, dass sich TRANSITION, das hat, inzwischen auch hat. So gibt es bereits einige andere europäische Ableger wie die 2016 erstmals in Kooperation mit TRANSITION organisierten „Queer- Migrantischen Filmtage“ in Amsterdam. Yavuz Kurtulmus ist zu Recht stolz auf den grenzüberschreitenden Erfolg:

„Es ist wirklich erfreulich, dass andere Filmemacher_innen und queere Aktivist_innen unser Festival als Vorbild sehen und wir so den internationalen Dialog zum Thema Queer Minorities fördern.“

Die „Queer Film Nights“ in Wien sowie das „Open Mind Festival“ in Salzburg sind zudem regelmäßige nationale Schwerpunkt-Events, die die Sichtbarkeit von LGBTIQ-Filmkunst erhöhen.

Tickets für das TRANSITION Film Festival sind ab 1. November 2016 im Schikaneder Kino erhältlich.

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