5 Jahre nach Ehe-Öffnung: Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare in Portugal

Im Mai 2010 hat Portugal die Öffnung der Ehe – auch gegen den Widerstand von Konservativen und der Kirche – für gleichgeschlechtliche Paare umgesetzt. 5 Jahre später folgt dank neuer linksliberaler Regierung der nächste Schritt: gleichgeschlechtliche Paare erhalten das Adoptionsrecht.

Der Proteste konservativer Kreise und das massive Kampagnisieren der katholischen Kirche hat im Jahr 2010 nicht verhindert, dass Portugal die Diskriminierung von LGBTs im Eherecht beendete und die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

Nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Anläufe zur Öffnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare an der rechtskonservativen Parlamentsmehrheit gescheitert sind, war nach dem erneuten Machtwechsel der Weg frei.

Dieser Machtwechsel zu einer linksliberalen Parlamentsmehrheit ermöglichte, dass auch im Familienrecht der notwendige Gleichstellungsschritt erfolgt und gleichgeschlechtliche Paare das Adoptionsrecht erhalten.

 Am Freitag ist in zweiter und letzter Lesung der Gesetzesentwurf mit einer linken Parlamentsmehrheit verabschiedet worden. Der Gesetzesentwurf sieht das vollständig gleichberechtigte Adoptionsrecht für LGBTs vor, so erhalten gleichgeschlechtliche Paare das gemeinschaftliche Adoptionsrecht, aber auch die Stiefkind- und Sukzessivadoption wird ermöglicht.

Auch künstliche Befruchtung wird teilweise möglich

Der verabschiedete Gesetzesentwurf sieht auch vor, dass in der Geburtsurkunde zwei Mütter oder zwei Väter als Eltern eingetragen werden können.

Darüberhinaus sieht das Gesetz vor, dass gleichgeschlechtliche Paare teilweise das Recht auf künstliche Befruchtung erhalten.

Damit das Gesetz in Kraft treten kann und auch LGBTs die Möglichkeit haben, vollwertig anerkannte Familien zu werden, muss dieses noch vom portugiesischen Präsidenten, dem konservativen Politiker Anibal Antonio Cavaco Silva verlesen werden.

(Bild: thinkoutsideyourbox.net)
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